"Mensch, Roooooobääärt"

Eigentlich sollte es in der Talkshow von Anne Will um Hessen gehen. Den Landtag in Wiesbaden. Den Abstieg der SPD nach der Wahl. Das Schicksal von Volker Bouffier. Und so weiter. Doch statt der Landtagswahl (alles dazu steht hier) ging es um etwas ganz anderes: Männerfreundschaft

Denn innerhalb weniger Minuten übernahmen zwei Männer die Sendung, die zwischen Darmstadt und Kassel gar nicht zur Wahl standen: Grünen-Chef Robert Habeck und sein FDP-Kollege Christian Lindner. Die beiden philosophierten, quatschen und ermahnten sich gegenseitig so wortreich, dass die anderen Gäste kaum zu Wort kamen. (Für's Protokoll, das waren: SPD-Vizekanzler Olaf Scholz, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, die SPIEGEL-Journalistin Christiane Hoffmann und der Politologe Hans Vorländer)

Dabei zeigten die beiden jeweils eine Seite an sich, die viele noch gar nicht kannten:

Sie duzten sich

Sie redeten wie alte Männer

Sie belehrten sich gegenseitig

Sie ersparten der SPD unangenehme Diskussionen

Sie diskutierten _noch_ leidenschaftlicher

Sie wirkten fast schon verliebt

Sie weckten schlimme Erinnerungen

Und noch schlimmere


Sie führten uns zurück in die Kindheit

Ja, verdammt

Sie nahmen Rücksicht aufeinander

Und stritten sich wieder, wenn es um Politik ging :(

Vor allem aber stritten sie um dieses eine Wort:

IST ER NUN CREMIG ODER NICHT????!

Vielleicht vergaßen sie aber auch einfach nur den richtigen Zeitpunkt für das:

Denn dann hätte es vielleicht auch eine richtig spannende Politik-Talkshow werden können. So ging es vor allem um eins: Zwei Männer, die gerne reden, sich gegenseitig überraschend gut zu kennen scheinen – und sich selbst ehrlich gesagt auch ganz schön gut finden. Nicht wahr, Robert?


Gerechtigkeit

Brasilien wählt Rechtsextremen zum Präsidenten – was das für das Land bedeutet

Der neue Präsident von Brasilien heißt Jair Bolsonaro – und er ist ein Rechtsextremist, der gegen politische Gegner und Minderheiten hetzt und "beispiellose Säuberungen" angekündigt hat. Mehr als 98 Prozent der Stimmen sind ausgezählt, mit 55,34 Prozent liegt Bolsonaro uneinholbar vorn.

Fernando Haddad, Kandidat der linken Arbeiterpartei PT  liegt demnach bei 44,66 Prozent. Die Wahlkommission kürte Bolsonaro zum Sieger (El País). Brasilien muss nun um seine Demokratie fürchten.

Bei der ersten Wahl vor zwei Wochen war Bolsonaro bereits mit 46 Prozent als Sieger hervorgegangen – da er nicht die nötigen 50 Prozent erreichte, trat er nun in der Stichwahl gegen den zweitplatzierten Haddad an, der vor zwei Wochen noch rund 29 Prozent erzielte.

Wer ist Jair Bolsonaro?

Der 63-Jährige ist seit langem Kongressabgeordneter in Brasilien. Im Januar trat er aus der konservativen PDC aus und wechselte zur rechten "Sozial-Liberalen Partei" (PSL). 

Immer wieder provozierte Bolsonaro mit Ausfällen gegen Frauen, Schwarze und Schwule sowie mit seiner Sympathie für die Militärdiktatur. In seinem Büro hängen Bilder der damals herrschenden Generäle. Er sagt: Es sei ein Fehler gewesen, nur zu foltern, statt zu töten.

In der Diktatur wurden zwischen 1964 und 1985 Hunderte Oppositionelle ermordet. Kurz vor der Wahl sagte er in einer Videoansprache in Bezug auf politische Gegner: