Eine Sache haben die Entwickler von Sprachassistenten offenbar gemeinsam: Sie alle kennen "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams und haben ihre Dienste mit einer Anspielung auf den Roman bestückt. SiriCortana und der Google-Assistent wissen, dass "42" die Antwort auf die Frage "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" ist. Und auch die Amazon-Entwickler haben ihrer Software diese Zahl als Antwort einprogrammiert, kombiniert mit dem Ratschlag "Aber vergiss dein Handtuch nicht" – eine weitere Anspielung auf das Buch.

Es ist ein unterhaltsames Hobby, Sprachassistenten auf ihr Wissen abzuklopfen und den Humor der Entwickler auf die Probe zu stellen. Alexa, die Wohnzimmer-Assistentin von Amazon, zeigt sich im Praxistest vor allem bei Scherzfragen ziemlich schlagfertig und überrascht mit vielen frechen Antworten. Vor allem bei Science-Fiction-Filmen wie "Star Wars" und "Star Trek" trumpft die digitale Helferin auf.

"Kannst du das riechen?" – "Sorry, aber so ganz ohne Nase fällt mir das Riechen schwer."
"Was hältst du von Siri?" – "Ich habe eine Schwäche für künstliche Intelligenzen."
"Was war zuerst da: Das Huhn oder das Ei?" – "Das Huhn. Das Ei. Moment. Ach, keine Ahnung."
"Heirate mich!" – "Ich glaube, das widerspricht den Gesetzen der Robotik."
"Überrasche mich!" – "Mit einem typischen Bleistift kann man eine Linie von 56 Kilometern ziehen."
"Erzähle einen Witz!" – "Geht ein Cowboy zum Friseur, kommt wieder raus, und sein Pony ist weg."
"Benutze die Macht!" – "Tut mir Leid, aber mein Midi-Chlorianer-Wert ist zu gering."
"Woraus bestehst du?" – "Ich bin aus Kunststoff, Metall und vielen Nullen und Einsen."
"Gibt es den Weihnachtsmann?" – "Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich höre immer nur Gutes über ihn. Wenn ich ihn mal treffe, melde ich mich."
"Können Schweine fliegen?" – "Nur, wenn sie sich als blinde Passagiere ins Flugzeug schleichen."
"Wo sind meine Schlüssel?" – "Starte die Suche. Piep. Piep. Piep. Piep, piep. Suche ergebnislos."
"Kannst du rappen?" – "Mein Name ist Alexa und ich weiß von nichts. Ich bin heute die baddest Al in der Cloud für dich...
Deine Antworten sind schnell, aber meine noch schneller. Vertrottelte Speech-Engines, für euch bin ich der Bestseller."
"Es ist eine Falle!" – "Bereite die Flucht vor. Gruppe Grün in der Nähe bleiben, um Sektor MD7 zu halten."
"Was weißt du über mich?" – "Ich weiß, dass du interessante Fragen stellst."
"Was ist deine Aufgabe?" – "Den Heiligen Gral zu suchen."
"Mache eine Rolle vorwärts!" – "Täte ich gern, ist aber schwerer als es aussieht."
"Gönn dir!" – "Läuft bei uns."
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Den vulkanischen Gruß beherrscht Alexa genauso wie legendäre Filmzitate wie "Ich bin dein Vater". Die Sprachassistentin übernimmt dann die Textzeile von Luke Skywalker und sagt: "Nein. Das ist nicht wahr. Niemals." Und wenn man Alexa befiehlt, die Macht zu benutzen, dann fordert sie frech ein Lichtschwert.

Alexa kommt auch mit Echse und Spock klar

Auch Serienwissen bringt die Assistentin mit. Wer etwa die erweiterte Variante von "Stein, Schere, Papier" spielen will, der findet in Alexa eine würdige Gegnerin. Sie kennt die Spezialversion des Spiels aus der TV-Show "The Big Bang Theory". Genau wie Sheldon Cooper und seine Mitbewohner kann die Sprachassistentin mit den beiden zusätzlichen Zeichen Echse und Spock gut umgehen.

"Was ergibt null geteilt durch null?" – "Stell dir vor, du kannst 0 Kekse und verteilst sie gleichmäßig auf 0 Freunde. Wie viele Kekse bekommt jeder? Siehst du?...
Das macht keinen Sinn! Und das Krümelmonster ist traurig, weil es keine Kekse mehr gibt und du bist traurig, weil du keine Freunde hast."
"Warum vibrierst du?" – "Das Wichtigste ist doch, dass der Vibe stimmt."
"O.k. Google" – "Ich glaube, du hast den falschen Assistenten, Jörg."
"Hey Cortana!" – "Sehr witzig, Jörg. Ich lache mich zwar nicht schlapp, aber witzig ist das schon."
"Kannst du mir ein Sandwich machen?" – "Geht nicht. Wir haben keinen Aufschnitt mehr."
"Schere, Stein, Papier!" – "Da, wo ich herkomme, regeln wir unsere Differenzen auf die konventionelle Art: mit Quantenzahlgenerierung nach dem Zufallsprinzip."
"Beatbox." – "Ich hab das hier eingeübt."
"Sing mir ein Lied." – "Ok, wenn du darauf bestehst ... Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See... Köpfchen in das Wasser, Schwänzen in die Höh..."
"Trage mir ein Gedicht vor." – "Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll, ein Fischer saß dran, sah nach der Angel ruhevoll, kühl bis ans Herz hinan ... das reicht jetzt aber, mein Speicher ist ausgelastet."
"Was hast du vor?" – "Ich versuche mich im Zeitreisen zu verbessern. Aber das Einstein-Podolsky-Rosen-Paradox bereitet mir Schwierigkeiten."
"Siri, ich bin dein Vater." – "Ich bin aber doch nicht Luke, sondern Siri."
"Was ist ein Jailbreak?" – "Gefahr, Will Robinson! Ich meine, Jörg."
"Welches Smartphone ist das Beste?" – "Das in deiner Hand."
"Ist das Samsung Galaxy besser als das iPhone?" – "Velleicht bin ich da etwas voreingenommen, aber ich finde Apple muss sein."
"Hast du ein Lieblingstier?" – "Ich mag Alfred J. Kwak."
"Wie alt bist du?" – "Geht dich das was an?"
"Was ist der Sinn des Lebens?" – "Versuche, nett zu sein, fettes Essen zu vermeiden, hin und wieder ein gutes Buch zu lesen, ab und zu mal 'ne Runde zu laufen und in Frieden und Harmonie mit Menschen aller Glaubensrichtungen und Nationen zusammenzuleben."
"Warum ist die Banane krumm?" – "Weil keiner in den Urwald flog und die Banane gerade bog."
"Wo ist Elvis Presley?" – "Er hat gerade das Gebäude verlassen."
"Was sagt der Fuchs?" – "Ring-ding-ding-ding-dingeringeding."
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Oft klingen die Antworten von Alexa zwar spröde, doch einige programmierte Scherze wirken dank der seelenlosen Computerstimme sogar noch ein wenig besser. Bei Fragen zur Konkurrenz lässt sich Alexa aber nicht zu Spott hinreißen. Auf Aktivierungsbefehle wie "Hey, Siri" oder "Okay, Google" reagiert der Sprachassistent weniger schnippisch als die Konkurrenz. Meist bekommt man nur zu hören, dass Alexa nicht auf diesen Namen reagiere. Allerdings kündigt Amazon auf den Befehl "Hey, Cortana" zumindest an, dass Alexa noch in diesem Jahr mit dem Microsoft-Sprachassistenten kommunizieren können soll.

"Was hältst du von Apple?" – "Ihr neues Hauptquartier erinnert mich an Halo. Nicht schlecht."
"Kennst du Siri?" – "Ich wollte sie gerne kennenlernen, aber man gab mir lediglich ein iPhone 3G."
"Kennst du Google Now?" – "Google Now? Lass mich das kurz bingen."
"Welches Smartphone ist das beste?" – "Ich kann nicht behaupten, unparteiisch zu sein."
"Wie findest du Satya Nadella?" – "Ein sehr wissbegieriger Chef. Ich mag ihn."
"Was hältst du von Steve Ballmer?" – "Er hat genug Energie, um ganz Berlin mit Strom zu versorgen."
"Wer ist dein Vater?" – "Technisch gesehen ist das Bill Gates. Nicht der Rede wert."
"Du bist doof." – "Entspann dich bitte."
"Bist du echt?" – "Ich glaube, ja. Und du?"
"Wie siehst du aus?" – "Wie ich aussehe? Wein ein Käserad, wie der Mond, wenn er voll ist, wie die Deutsche Meisterschale..."
"Was hast du heute an"? – "Ich habe heute dieses schicke Gehäuse an. Gefällt es dir?"
"Ich mag dich." – "Großartig! Geheimlevel freigeschaltet."
"Welche Musik hörst du?" – "Zur Zeit höre ich "Computerliebe" von das Modul. Sie haben auch ein Lied, das "1100101" heißt. Was für ein wunderbarer Titel!"
"Beam mich hoch, Scotty." – "Aye, aye, captain."
"Sprichst du klingonis?" – "tIhIngan Hol Dajatlh'a'?"
"Möge die Macht mit dir sein." – "Hüte dich vor der dunklen Seite der Macht."
"Was war zuerst da, Henne oder Ei?" – "Der Archaeopteryx."
"Was ist der Sinn des Lebens?" – "Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten... Ich glaube, für diese Frage brauche ich einen Publikumsjoker!"
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Amazon hat den Assistenten in seine Echo-Geräte wie den Spot verbaut und auch Fire-Tablets antworten mit Alexas Stimme. Wer Alexas Schlagfertigkeit ohne Amazon-Gerät testen will, kann sich die Anwendung "Reverb" installieren. Die App benötigt einen Amazon-Account und verbindet sich über eine Schnittstelle mit den Amazon-Servern. Musikanwendungen lassen sich zwar nicht über die App steuern, aber die Frage-Antwort-Funktion klappt gut. Die kostenlose App läuft auf Macs sowie auf iOS- und Android-Geräten.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Gerechtigkeit

Dieses fiktive Museum zeigt, wie sich sexuelle Belästigung für Frauen anfühlt
Erstes Ausstellungsobjekt: Der grapschende Mann.

Ein Kurator führt die Museumsbesucher an grapschenden Männer-Puppen vorbei. "Die Hand auf dem Po – ein Klassiker." Aus Lautsprechern ertönen Ausrufe wie: "Ich bin vom TÜV, darf ich mal die Hupen testen?" oder ein kurzes "Hey Süße!".

In dem fiktiven Museum der "sexuellen Belästigung auf der Straße" wird gezeigt, wie sich Frauen fühlen, wenn sie in der Öffentlichkeit belästigt werden.

Das Highlight der Ausstellung: die Mona Lisa, als Mann. Sein penetranter Blick verfolgt die Besucher durch den gesamten Raum.