Bild: Leonie Hallet / bento
Es tut mir Leid, Frau Müller!

Ach ja, die Schulzeit. Klassenfahrten, die erste Knutscherei, Rauchen hinter der Turnhalle. Und dann war da ja auch noch Unterricht – mit nervigen Lehrerinnen und Lehrern.

Aber egal, wie streng und unfair einige von ihnen waren: Rückblickend merkt man meist, dass auch wir es den Lehrern nicht leicht gemacht haben: Fiese Witze, respektlose Kommentare oder immer, einfach immer, in der letzten Reihe quatschen.

Dinge, für die man sich heute eher schämt – und für die man sich vielleicht bei der ehemaligen Klassenlehrerin oder dem Referendar entschuldigen würde. Genau darum haben wir fünf junge Leute gebeten.

Til, 19

(Bild: Leonie Hallet / bento)
„Entschuldigung, ich wollte Sie echt nicht zum Weinen bringen.“

"Eine Referendarin hatte ihre Lehrprobe in unserer Klasse. Hinten im Klassenzimmer saßen die Prüfer, sie war natürlich nervös. Ich weiß nicht mehr warum, aber ich fühlte mich von ihr unfair behandelt.

Aus Rache fing ich an, den Unterricht zu stören: Ohne mich zu melden rief ich ständig Fragen in den Raum. Ich hinterfragte und kritisierte den Inhalt ihrer Unterrichtsstunde. Und ich brachte die Referendarin damit irgendwann tatsächlich zum Weinen.

Keine Ahnung, was damals in mir vorging. Aber es tut mir wirklich Leid!"

Clara, 18

(Bild: Leonie Hallet / bento)

„Ich möchte mich für die 45 Minuten Dauerlärm entschuldigen.“
"Ich glaube, es war in der sechsten Klasse. Wir hatten einen Kunstlehrer, den wir nicht ausstehen konnten. Und wir hatten aus Prinzip keinen Bock auf Unterricht.


Also schlugen wir jedes Mal, wenn unser Lehrer begann zu reden, auf die Tische. Wir trommelten mit den Händen und Fäusten, 45 Minuten lang. Das war mega laut und unseren Lehrer verstand keiner mehr.

Für ihn war das total stressig und am Ende der Stunde war er ziemlich fertig. Dafür würde ich mich gerne entschuldigen."

Lasse, 24

(Bild: Leonie Hallet / bento)
„Sorry für das kaputte Fenster!“

"Richtig Mist baute ich wohl eher in der Grundschule. Nach dem Unterricht trieben wir uns mit ein paar Jungs hinter der Schule herum. Erst schossen wir nur einen Fußball hin und her, irgendwann waren es Steine. 

Auf einmal war da dieser große Stein vor meinem Fuß und ich hab einfach geschossen. Leider direkt ins Fenster der Schule. Wir machten uns sofort vom Acker.

Das ist gerade das erste Mal, dass ich das erzähle. Zu den Jungs von damals habe ich keinen Kontakt mehr und weiß auch nicht mehr, wie mein Schulleiter hieß, aber: sorry für die kaputte Scheibe!"

Anastasia, 21

(Bild: Leonie Hallet / bento)
„Scusa, für die Klausur im Mülleimer.“

"In der zwölften Klasse habe ich mich nicht wirklich für die Schule interessiert. Ich sah die Anwesenheitspflicht eher locker, schwänzte öfter den Unterricht. 

Als wir im Italienisch-Unterricht eine Klausur zurückbekamen und meine Note – wenig überraschend – nicht berauschend war, dachte ich: Diese Klausur brauche ich doch eh nicht. Also stand ich auf, riss die Klausur in der Mitte durch und schmiss sie in den Mülleimer.

Meine Lehrerin holte sie wieder aus dem Mülleimer und stellte mich zur Rede. Sie fand mein Verhalten respektlos. Ich setzte noch einen drauf und sagte, dass ich mit meiner Klausur ja wohl machen könne, was ich wolle.

Heute finde ich mein Verhalten von damals extrem respektlos. Würde ich meiner Lehrerin nochmal begegnen, würde ich mich gerne dafür entschuldigen." 


Lara, 18

(Bild: Leonie Hallet / bento)
„Es tut mir Leid, dass wir Ihnen die ersten Wochen an unserer Schule so schwer gemacht haben.“

"Wir verdarben einer neuen Lehrerin die ersten Wochen an unserer Schule ziemlich. Als sie das erste Mal unser Klassenzimmer betreten wollte, verbarrikadierten wir die Tür von innen mit Tischen und Stühlen.

Die Lehrerin kam also nicht rein, gab irgendwann auf und holte den Schulleiter. Wir setzten uns schnell wieder auf unsere Plätze und taten so, als wäre nichts gewesen.

Sobald der Schulleiter verschwand, machten wir so viel Lärm, dass an Unterricht nicht zu denken war. Das ging mehrere Wochen so.

Die anderen Lehrer zweifelten offenbar an ihrer Kompetenz als Lehrerin. Bis irgendwann aufflog, dass unsere Klasse das Problem war. Heute tut mir das total Leid. Gott sei Dank war sie nicht nachtragend und, als sie dann irgendwann zum Unterrichten kam, eine super Lehrerin!"


Grün

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