Es ist wieder soweit: Spekulatius und Lebkuchen in den Supermärkten erinnern uns daran, den Geschenkesack für die Liebsten pflichtbewusst zu füllen. Nicht erst zu Weihnachten, sondern auch zum Nikolaus sollte eine Kleinigkeit dabei sein. Und einen Adventskalender könnte man auch noch besorgen. Oder besser: basteln, Instagram-tauglich versteht sich. Alles andere ist keine Kunst.  

Der Einkaufsdruck ist groß. Ständig müssen wir etwas verschenken. Wenn nicht gerade Weihnachten ansteht, ist Valentinstag oder Ostern oder jemand hat Geburtstag. Okay, Hochzeiten und Geburten gelten als besondere Ausnahmesituationen. Aber alle anderen Anlässe wiederholen sich jährlich.  

Ich finde, es reicht. Wir können aufhören, uns zu jedem Anlass Geschenke zu machen.

Warum? 

1. Wir geben zu viel Geld aus.

Vor Jahren habe ich meine Mutter gebeten, das Geschenkebudget auf maximal 50 Euro zu senken. Hat sie sich daran gehalten? Natürlich nicht. Wenn ich ihre kunstvoll verzierten Päckchen auspacke, sehe ich, wie viel Liebe fürs Detail, aber auch, wie viel Geld sie investiert hat. "Das wäre doch nicht nötig gewesen", sage ich dann oft und meine es auch so. Trotzdem ändert sich nichts. 

Mit ihrer Großzügigkeit liegt sie im Trend, zeigt eine Statistik der FOM (Statista). Seit 2011 sind demnach die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke stetig gestiegen – von durchschnittlich 339 Euro auf 477 Euro. Nur für dieses Jahr prognostiziert die Befragung von 56.000 Teilnehmern einen leichten Abwärtstrend um 2,5 Prozent.

Das ist doch verrückt. Müssen wir ernsthaft so viel Geld ausgeben, um unseren Freunden und unserer Familie eine Freude zu machen? Meistens sind es doch die kleinen, unerwarteten Geschenke, die zeigen: "Ich weiß genau, was dich happy macht." 

2. Wir verschenken Blödsinn. 

Mit der Einladung kommt die drängende Frage: Was soll ich schenken? In der Kreativabteilung des Gehirns kramen wir dann nach den weltbesten Geschenkideen. Nicht immer sind wir dabei erfolgreich. Als eine Freundin vor kurzem ihre Geschenke in gemeinsamer Runde auspackte, entdeckte sie Body Lotion und Duschgel in vier Varianten. Ihre Reaktion: höflich und dankbar. Natürlich pflaumt sie nicht ihre Freundinnen dafür an, wie einfallslos sie eigentlich seien. 

Ich fühlte mich schlecht. Das von mir ausgesuchte Beauty-Paket gefiel mir zwar richtig gut, aber hatte ich mich wirklich bemüht? Offensichtlich nicht mehr und nicht weniger als ihre anderen Freundinnen. Zwar wird niemand mit vorgehaltener Pistole gezwungen, ein Geschenk mitzubringen, aber gesellschaftlich erwartet wird es. Ich kaufe dann lieber ein mittelmäßiges Verlegenheitsgeschenk, statt mit leeren Händen anzukommen. 

Hast du schon einmal die Worte "Sorry, ich habe echt nichts Tolles für dich gefunden" über die Lippen gebracht? Wenn du dich das ebenso wie ich noch nie getraut hast, machen wir vielleicht einen Fehler. Wir sollten lieber auf ein Geschenk verzichten, statt Überflüssiges zu schenken. Vielleicht trifft man sich bald mal wieder auf ein Stück Kuchen oder telefoniert ausgiebig. Zeit ist schließlich für alle kostbar.  

3. Wir gehen das Schenken falsch an. 

Wenn wir denken, die Person hat doch schon alles, sollten wir auf unser Bauchgefühl hören. Eine Bierdosen-Zapfanlage, ein Kameraobjektiv-Trinkbecher oder eine Popcornmaschine bereichern ihr Leben wahrscheinlich nur bedingt. 

Geschenketipps aus dem Internet sind nicht pfiffig, sondern die Hölle. Auch ausgefallene Geschenke können daneben sein. 

Doch egal ob Klassiker oder Kreatives: Wir tun uns auf jeden Fall keinen Gefallen damit, erst den Preis festzulegen und dann in dieser Kategorie verzweifelt nach Produkten zu suchen. 

Wir vergessen dann den Fokus, denn es kommt nicht auf den materiellen, sondern den emotionalen Wert an. 

Fazit:

Ich glaube, wir hätten mehr Freude an Geschenken, wenn wir sie auf wenige Momente beschränken. Momente, in denen uns strahlende Augen sicher sind.

Sehen wir im Geschäft etwas Außergewöhnliches, das unserer Meinung nach sehr gut passt, ist das hervorragend. Die beschenkte Person wird es garantiert wertschätzen und sich ehrlich freuen. Und zwar an jedem Tag, nicht bloß zu festgelegten Anlässen.  


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