Bild: Flickr / Christina Andrada
Was heißt hier "nur"???

"Danke" sagt man andauernd. Man bedankt sich bei der Frau an der Käsetheke, beim Handwerker – in England ruft man beim Aussteigen auch dem Busfahrer ein "Cheers, mate" zu. Meistens geschieht das nur so nebenbei, der Form halber. Man meint es nicht wirklich ernst.

Aber manchmal möchte man sich ganz aufrichtig und gerne ein wenig ausführlicher bei einem Menschen bedanken.

Zum Beispiel, wenn die Dame vom Callcenter bei fünf verschiedenen Stellen in ihrer Firma anruft, um herauszufinden, warum du schon wieder kein Internet in der Wohnung hast. Oder wenn die Ärztin sich deine Sorgen in aller Ruhe anhört und dich dann beruhigt: "Nein, das ist kein Geschwür, das ist nur ein großer Pickel." Oder wenn du deinen Kaffee – Minuten vor einem wichtigen Kundentermin – über den Konferenztisch auskippst und der Hausmeister sofort mit Tüchern und Putzmittel bereitsteht.

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In solchen Momenten hat man manchmal das Gefühl, dass ein höfliches Abnicken nicht mehr genug ist. Man möchte sich richtig und ehrlich bedanken – für die Mühe, die sich jemand gemacht hat; für die freundliche und unkomplizierte Art und Weise, in der ein Problem aus der Welt geschafft wurde; oder dafür, dass eine Person einem gerade absolut den Ar… den Ruf gerettet hat.

Und immer wieder wird man dann von Freunden, Kollegen oder sogar Wildfremden angeschaut, als sei man nicht mehr ganz bei Trost. "Die macht doch nur ihren Job", sagen solche Leute dann, oder: "Der wird doch dafür bezahlt, dass er dir hilft."

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Mal ganz ehrlich: Was spielt es denn für eine Rolle, dass diese nette, hilfreiche Person gerade arbeitet? Ist die Freundlichkeit darum weniger wert? Wurde einem darum weniger geholfen? Nein. Und deshalb gibt es auch keinen Grund dafür, jemandem, der einem etwas Gutes getan hat, nicht zu danken.

Eine gute Tat ist eine gute Tat

… und nur Erbsenzähler und Haarspalter interessieren sich dafür, ob der Wohltäter vielleicht auch einen eigenen Nutzen aus der Sache gezogen hat. Ja, OK, dann ist das eben sein Job. Aber es ist doch auch so: Jeder Mensch kann sich in einem gewissen Rahmen aussuchen, in welchem Beruf er arbeiten möchte. Wer sich da für einen Job entscheidet, in dem er Menschen helfen kann, hat allein dafür schon ein Danke verdient. Außerdem:

Danken macht einfach Freude

Ein Danke, das von Herzen kommt, freut den Empfänger immer. Es zeigt ihm, dass die Arbeit nicht umsonst war, dass sie wertgeschätzt wurde und einen positiven Effekt hatte. Es lässt ihn fühlen, dass er nicht nur als sogenannter "Dienstleister", sondern auch als Mensch wahrgenommen wurde. Und es unterstreicht, dass die Handlung keineswegs selbstverständlich war – das ist sie nämlich so gut wie nie.

Es gibt mehr als eine Art, seine Arbeit zu machen

Man kann seinen Job freundlich und zuvorkommend erledigen, oder man kann jeden Kunden ankeifen, sich quer stellen, statt nach Lösungen zu suchen, oder einfach nur absichtlich langsam machen.

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Jeder von uns ist doch schon mal an einen Verkäufer geraten, der die ganze Zeit genervt auf die Uhr geguckt hat, während man eben keine andere Wahl hatte, als sich von ihm beraten zu lassen. Und wer wurde noch nie von der Frau beim Amt wieder nachhause geschickt, weil er auf irgendeinem Formular das Komma falsch gesetzt hat?

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Diese Menschen haben auch ihren Job gemacht die Frau vom Amt vielleicht sogar mehr als ihre hilfreiche Kollegin, die für ihre Klienten auch mal die eine oder andere Regel bricht.

Entscheidend ist aber nicht, ob sie ihre Arbeit gemacht haben – entscheidend ist, wie. Nicht nur spielen Menschlichkeit, Geduld und Hilfsbereitschaft eine große Rolle – es kommt auch ganz darauf an, wie weit jemand seinen Job auslegt.

Denn was genau die Arbeit von jemandem ist, ist alles andere als klar definiert

Bei Pflegeberufen wird das besonders deutlich. Was eine kompetente Pflegekraft von einer großartigen Pflegekraft unterscheidet ist nämlich weniger das Handwerk als die Frage, ob sie sich außer um die physischen Bedürfnisse ihrer Patienten auch um die psychischen und sozialen Bedürfnisse kümmert. Aber gehört es zum Job einer Pflegekraft, den Patienten auch mal nach den Enkeln zu fragen?

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Netter Smalltalk steht sicher nicht im Arbeitsvertrag

Wenn wir sagen, jemand "mache nur seinen Job", dann behandeln wir ihn wie einen Roboter, der eben auf gewisse Handlungen programmiert ist. Das wird der Person jedoch nie gerecht: Weder ist sie gezwungen, gerade diesen Job zu machen, noch ist sie darauf programmiert, ihn so zu machen, wie sie ihn macht.

Und darum sagen wir: Ist doch egal, wer hier von wem für was bezahlt wird! Sag einfach Danke und allen geht es gut!

Kundeninformationen

Wer hat Dir zuletzt geholfen? Mach mit und setze mit Deiner persönlichen Dankesbotschaft auf www.dankesagen.de ein Zeichen der Wertschätzung für Menschen, die sich um Deine Gesundheit kümmern.

Mit vollem Einsatz kümmern sich tagtäglich mehr als fünf Millionen Menschen um unsere Gesundheit – als Pfleger, Ärzte und in vielen anderen Berufen. Mit der Aktion „Dankesagen“ möchte die Private Krankenversicherung gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten das große Engagement der Menschen in Gesundheitsberufen würdigen.

Gemeinsam machen wir das deutsche Gesundheitssystem zu einem der besten der Welt.

www.dankesagen.de


Today

Bye-bye Smalltalk: In britischen Pubs kannst du dein Bier bald selbst zapfen

Pubs gehören zu Großbritannien wie Regenwolken und die Queen. Zwischen holzvertäfelten Wänden und Polsterstühlen können Briten (und angepasste Zugezogene) ihre Leidenschaft für Bier ausleben – und die für Smalltalk. Ein "How are you?" oder "Tough day?" hat in der Regel jeder Gast für die Frau oder den Mann hinter der Bar übrig.

Doch damit könnte bald Schluss sein: Großbritannien testet gerade sogenannte tap-and-pay beer pumps, Self-Service-Zapfanlagen, an denen Gäste ihr Bier selbst zapfen und zahlen können – contactless versteht sich. Der Gast muss nur das gewünschte Getränk auswählen, seine Kreditkarte an ein Lesegerät halten – und schon beginnt das Bier zu fließen. Das Ganze soll nur 60 Sekunden dauern. ("The Telegraph")