...und wie das aussieht

Unendlich lang sollte es dann doch nicht halten. Ein Tattoo, das Solveig, 28, aus Hamburg sich vor sechs Jahren stechen ließ: das Symbol der Unendlichkeit, mit tiefschwarzer Tinte.

Wenn Solveig Zopf und Top trug, dann konnte jeder dieses Symbol auf ihrer Haut im Nacken prangen sehen, mehrere Millimeter waren die Linien des Tattoo breit.

Jetzt ist davon nicht mehr viel übrig, nur noch Umrisse des schleifenförmigen Zeichens sind zu erkennen. Denn Solveig will ihr Tattoo nicht mehr haben.

"Jeden Tag kommen Leute zu mir, die sagen: 'Mach mir das Bild auf der Haut wieder weg'", sagt Walter Trettel, Facharzt für Laserkosmetik und Tattoo-Entfernungen. Das sei seit Jahrzehnten unverändert: "Wenn ein Tattoo out ist, wollen die Leute es nicht mehr", sagt Trettel. "Wenig später sind neue Motive in. Es geht immer weiter."

Wir haben mit Menschen gesprochen, die ihr Tattoo unbedingt loswerden wollen – und ein Foto gemacht, bevor es für immer verschwindet.
Julia, 31, Einkäuferin
Julia, 31(Bild: Nike Laurenz / bento)
(Bild: Nike Laurenz / bento)

"Es war Oktober 2000, ich war 15 Jahre alt und saß mit einer Freundin bei einem Tätowierer. Es sollte was auf dem Steißbein sein. Ich wusste, dass meine Eltern das nicht wollten – und ich hatte ewig gebraucht, um ihre Unterschrift zu bekommen für die Einverständniserklärung.

Ich wollte damals was haben, was keiner hatte. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, da waren Tattoos eher selten. Meine Freundin hat es gezeichnet. Ich kam stolz vom Tätowierer. In meiner Klasse waren alle nur: 'Wow!'

Fünf Jahre war ich glücklich damit. Dann war die Zeit vorbei, in der bauch- und rückenfreie Tops cool waren und mich nervten die dummen Sprüche: 'Na, hast du ein Arschgeweih?'

Das Tattoo passt nicht mehr zu mir. Es ist zu groß und leider nicht sehr feminin. Ich wünschte, meine Eltern hätten sich damals durchgesetzt. Dann hätte ich mir das Tattoo sehr wahrscheinlich nicht machen lassen – oder hätte heute vielleicht ein wohl bedachteres, das viel filigraner wäre."

So läuft die Laser-Behandlung ab – die Fotostrecke:
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Solveig, 28, Physiotherapeutin
Solveig, 28(Bild: Nike Laurenz / bento)
(Bild: Nike Laurenz / bento)

"Neun Sitzungen und es ist noch immer nicht weg. Dabei war ich mir so sicher damals.

Als ich mir das Symbol der Unendlichkeit stechen lassen wollte, war das was ganz Neues. Ohne Hype. Ich dachte: Ich will ein Symbol, das mich daran erinnert, dass meine Energie nicht verloren gehen darf.

Ich war gerade mit der Ausbildung fertig, zog von zu Hause aus. Die Phase, in der man anfängt, zu leben. Beim Tätowierer bekam ich keinen Entwurf, stattdessen ging alles schnell. Ich sagte: 'Ich will dieses Zeichen, ganz dünn.' Der Tätowierer sagte: 'Mädchen, wenn wir das dünn machen, dann sieht man das nicht!'

Was passiert beim Tattoo-Lasern?

  • Der Laser lässt die Farbpigmente des Tattoos in feinste Partikel zerstäuben.
  • Diese werden nach und nach vom Körper abgebaut – viel schneller, als wenn das Tattoo im Laufe der Zeit verblassen würde.
  • Narben entstehen meist nicht.
  • Je nach Größe des Tattoos sind drei bis zehn Laser-Sitzungen nötig, zwischen denen einige Wochen Pause liegen müssen.
  • Die Entfernung kostet, je nach Aufwand, bis zu 2500 Euro.

Ich war naiv. Und so entstand ein viel zu dickes Unendlichkeitszeichen in meinem Nacken, das ich so überhaupt nicht wollte. Preis: 100 Euro.

Jahrelang habe ich damit gehadert. Und immer diese Fragen. 'Hast du eine Acht im Nacken? Oder eine Brezel?'

Mit Energie hatte das nichts mehr zu tun. Das Tattoo war einfach nur noch lästig."

Kevin, 27, Schlosser
Kevin, 27(Bild: Nike Laurenz / bento)
(Bild: Nike Laurenz / bento)

"Ich habe zwei Masken, die beide ein Jahr alt sind. Die eine ist gut, die andere ist böse.

Mit 16 zog ich in eine Einzimmerwohnung in der Großstadt, um Schlosser zu werden.

Es gibt immer gute Momente im Leben. Und es gibt Enttäuschungen. Man muss sich um alles selbst kümmern. Das Tattoo soll das klar machen.

Nur, dass mir die böse Maske nicht mehr gefällt. Die passt nicht zur anderen. Die Details sind nicht schön. Kein Vorwurf an den Tätowierer, aber mir passt das so nicht mehr.

Die böse Maske muss weg und wird auch erst mal nicht ersetzt. Fürs Erste soll da nur die gute Maske sein."


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