Bild: Pixabay / isabellaquintana
Sagt das Opfer die Wahrheit? Eine Frage, die sich Polizisten bei jeder Aussage stellen müssen. Auch bei Vergewaltigungen.

Es gibt wahre Geschichten, die lesen sich wie ein Krimi. Geschichten, die so klingen, als hätte sie sich ein zynischer Romanautor ausgedacht. Eine solche Geschichte ist An Unbelievable Story of Rape von den Journalisten Ken Armstrong und T. Christian Miller.

An 18-year-old said she was attacked at knifepoint. Then she said she made it up. That’s where our story begins.​
An Unbelievable Story of Rape

Es geht um Marie. Sie wächst in wechselnden Pflegefamilien auf, seit sie sechs Jahre alt ist. Als sie volljährig ist, zieht sie in eine eigene Wohnung. Einige Monate später berichtet sie von einem Überfall: Sie sei vergewaltigt worden. Doch ihre ehemaligen Pflegeeltern haben Zweifel daran. Und die Polizei sieht Unstimmigkeiten in ihrer Aussage.

Marie zieht ihre Aussage zurück. Sagt, sie habe sich alles nur ausgedacht – und kommt dafür vor Gericht. So beginnt die Geschichte aber erst. Armstrong und Miller recherchieren, was wirklich passiert ist. Sie erklären, wie die Polizei in solchen Fällen vorgeht. Sie zeigen, was passiert, wenn Vergewaltigungsopfern Glauben geschenkt wird – und was, wenn nicht.

Why would you want to have the same sheets and bedspread to look at every day when you’d been raped on this bed set?
An Unbelievable Story of Rape

Während sie Maries Fall in Washington erzählen, berichten sie parallel von zwei Polizistinnen in Colorado, die eine Vergewaltigungsserie aufklären wollen. Stück für Stück sammeln die Polizistinnen die Teile eines komplizierten Puzzles zusammen. Aber was hat das mit Marie zu tun?

An Unbelievable Story of Rape zeigt die bürokratische Maschinerie, die Opfer durchlaufen müssen, und die psychische Zusatzbelastung, die dort auf sie wartet: Vielleicht der Grund, aus dem viele Vergewaltigungen nie angezeigt werden. Die Geschichte stößt eine längst überfällige Diskussion an: Wie kann es sein, dass in der Justiz mit Opfern so umgegangen wird, dass sie das Gefühl haben, besser zu schweigen?

By the end of January 2011, the detectives had connected four rapes over a 15-month period across Denver’s suburbs.
An Unbelievable Story of Rape

Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Und du brauchst Ruhe zum Lesen. Die durchschnittliche Lesedauer beträgt knapp eine Stunde. Tatsächlich dauert es etwas länger, weil zwischendurch Verschnaufpausen nötig sind.

Die gesamte Geschichte: An Unbelievable Story of Rape
Mehr Infos