Bild: pixabay.com/stokpic
Allerdings wird es schmerzhaft.

Immer wieder gibt es – mehr oder weniger vielversprechende – Nachrichten über neue Verhütungsmittel für den Mann. Ein Forscherteam aus Japan entdeckte kürzlich zum Beispiel eine Möglichkeit, Spermien zu lähmen (bento). Und ein Tischler aus Berlin entwickelte ein Ventil, das in den Samenleiter eingebaut werden soll (bento).

Eine Studie, die diese Woche in der Fachzeitschrift "Basic and Clinical Andrology" veröffentlicht wurde, weckt jetzt neue Hoffnung: Demnach haben Forscher das Medikament "Vasalgel" erfolgreich als Verhütungsmittel getestet. Dabei handelt es sich um einen chemischen Stoff, der in den Samenleiter gespritzt wird, dort soll das Gel Spermien blockieren.

Bislang wurde "Vasagel" nur an männlichen Hasen getestet, da aber erfolgreich: 29 Tage nachdem das Gel in ihre Samenleiter injiziert wurde, waren keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit von elf der zwölf getesteten Hasen. Bei einem Hasen fanden sich zunächst in einigen Tests geringe Sperma-Konzentrationen, später wurde auch er unfruchtbar. (Zusammenfassung, Volltext)

Wie soll "Vasagel" wirken?

Wird das Gel in den Samenleiter gespritzt, bildet es dort eine halbdurchlässige Barriere. Spermien werden von dieser Barriere aufgehalten, andere Flüssigkeiten aber nicht. Die Eja­ku­la­ti­on wird dadurch also nicht verhindert, nur enthält sie eben keine Spermien mehr. (Website mit Illustration)

Im Prinzip funktioniert "Vasagel" also wie eine Sterilisation, nur dass der Samenleiter nicht durchtrennt, sondern mit Gel gefüllt wird. Das hat den Vorteil, dass der Eingriff "potentially reversible", also wahrscheinlich umkehrbar, ist: Angeblich soll das Gel mithilfe einer weiteren Spritze ganz leicht wieder aus dem Samenleiter entfernt werden können; einige der getesteten Hasen waren daraufhin nach kurzer Zeit wieder fruchtbar.

(Bild: Imago/Ralph Peters)
Was sind die Vorteile von "Vasagel"?
  • Die Studie dauerte insgesamt zwölf Monate, während der ganzen Zeit blieben die Hasen unfruchtbar. "Vasagel" scheint also als langfristiges Verhütungsmittel zu taugen.
  • "Vasagel" enthält keine Hormone. Anwender müssten sich also nicht vor Nebenwirkungen fürchten, die für hormonbasierte Verhütungsmittel wie die Pille typisch sind.
  • Wenn die "Vasagel"-Injektion tatsächlich innerhalb kurzer Zeit rückgängig gemacht werden kann, würde es sich um eine sehr flexible Verhütungsmethode handeln. Das ist allerdings noch nicht sicher, bald sollen dazu weitere Forschungsergebnisse veröffentlicht werden.

Welche Nachteile gibt es?
  • Bislang wurde das Gel nur an Hasen getestet, ob es bei Menschen ähnlich effektiv wirkt, ist noch nicht erwiesen.
  • Die Tatsache, dass das Verhütungsmittel per Spritze direkt in den Samenleiter injiziert werden muss, könnte auf einige Männer abschreckend wirken.
Wie geht es jetzt weiter?

Die Forscher planen, noch in diesem Jahr erste Tests mit Männern durchzuführen. Wenn alles klappt, soll das Medikament 2018 auf den Markt kommen.

Warum braucht es überhaupt eine neue Verhütungsmethode für den Mann?

Männer haben bislang im Prinzip nur zwei Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung: Kondome oder Sterilisation. Alle neuen Entwicklungen haben es (noch) nicht auf den Markt geschafft.

Kondome bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz, eine Sterilisation kann nicht immer rückgängig gemacht werden. Mehr Vielfalt im Bereich männlicher Verhütung ist also wünschenswert.

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