Im Video erklärt Sebastian, warum es dafür höchste Zeit ist.

Fast das gesamte in Deutschland konsumierte Fleisch stammt aus Massentierhaltung, die regelmäßig durch Ekel-Skandale und Schockvideos im Fokus der Öffentlichkeit steht. Gleichzeitig beteuern viele Fleischesser gern, bewusst einzukaufen und artgerechte Haltung zu unterstützen. 

bento-Redakteur Sebastian Maas, der seit knapp einem Jahrzehnt kein Fleisch mehr isst, ärgert das. Denn entweder belügen die Carnivoren ihn – oder sich selbst. Trotzdem hat er sich jahrelang zurückgehalten und verständnisvoll reagiert, wenn er beim Familienessen oder auf der Hochzeitsfeier von Freunden auf das Thema angesprochen wurde. Nach der Devise: Bloß keinen Streit provozieren, Vegetarier kann eh keiner leiden.

Meinung

Was Du hier liest oder guckst, ist die Meinung eines Autors oder einer Autorin. So ein Kommentar muss nicht der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen. Wir finden es wichtig, verschiedene Meinungen abzubilden. Mehr darüber, wie wir arbeiten, in den häufig gestellten Fragen.

Doch die Zeit für höfliches Bedeckthalten ist vorbei.

Der globale Fleischhunger und die auf Billigfleisch ausgerichtete Tierhaltung sind relevante Kräfte beim fortschreitenden Klimawandel.

Aus diesem und anderen Gründen will unser Redakteur das meistgehörte Vorurteil über Vegetarier und Veganer in die Tat umsetzen: 

„Die wollen einen doch andauernd missionieren.“

Aber kann man anderen einen Lebensstil aufzwängen? Und macht man sich nicht einfach nur unbeliebt, wenn man andauernd unangenehme Fakten herumposaunt?

Wie genau Sebastian sich das vorstellt, verrät er im Video oben. 


Gerechtigkeit

Wie junge Iraker zwischen USA und Iran zerrieben werden
Die Tötung von Qasem Soleimani droht das Land in ein neues Chaos zu stürzen. So organisieren sie ihren Protest.

Batula hat gerade wenig Zeit. Die 21-jährige Irakerin ist auf dem Weg zum Tahrirplatz in Bagdad, ihre Stimme am Telefon klingt abgehetzt, erschöpft. Immer wieder seufzt sie zwischendurch, als reiche ein tiefer Atmer schon aus, um neue Kraft für den Widerstand zu sammeln.

Es ist Freitag und Batula und die anderen Demonstranten in der irakischen Hauptstadt bereiten ein kleines Jubiläum vor – nur gibt es eigentlich keinen Grund zum Feiern. "Seit 100 Tagen gehen wir auf die Straße für einen besseren Irak", sagt sie. "Aber nun wird alles nur noch schlimmer."

Der Irak kommt seit Jahren nicht zur Ruhe – jetzt droht der neue Konflikt zwischen Iran und den USA das Land in neues Chaos zu stürzen. 

Die Jugend im Irak wird dabei zwischen den Fronten zerrieben – und hat nun genug. Seit Batula denken kann, kennt sie nur Chaos, deshalb geht sie Freitag für Freitag auf die Straße, organisiert Essen und Medizin für Verletzte.