Beim Sport ist man ganz bei sich selbst. Man konzentriert sich auf das, was man tut und dabei ist egal, wie man gerade guckt. Eine Challenge auf Instagram zeigt auf sehr eindrückliche Art: wir müssen nicht immer perfekt aussehen. Sportlerinnen und Sportler teilen unter dem Hashtag ihre Grimassen. Ein starkes Statement für Body Positivity.

Nur: Darum ging es bei dem Hashtag eigentlich gar nicht.

Der gute Zweck, der ursprünglich hinter der Aktion stand, ist verloren gegangen. bento hat mit den Organisatoren gesprochen; sie erklären, worum es eigentlich ging.

Mehr als 4000 Bilder der Challenge sind in den letzten Tagen bei Instagram aufgetaucht, denn das Ganze funktioniert nach dem Schneeballprinzip: Eine Sportlerin oder ein Verein postet das Bild und nominiert dann zwei bis drei andere. Die Sportart ist dabei vollkommen egal. Wichtig ist nur, dass man irgendwie witzig guckt. Und zwar unabsichtlich.

So sieht die #uglyfacechallenge auf Instagram aus:

So wie schon bei der Ice Bucket Challenge ging es bei der Ugly Face Challenge ursprünglich auch mal um mehr. Bei der Ice Bucket Challenge wurden 115 Millionen Dollar für die Forschung zur Krankheit ALS gesammelt.

Die Ugly Face Challenge sollte Aufmerksamkeit auf die Headstrong Foundation lenken.

Das ist eine US-amerikanische Organisation, die sich um Familien kümmert, die von Krebs betroffen sind. Wenn ein Familienmitglied erkrankt, hilft die Organisation der Familie finanziell und bietet ihr Beratung.

Mit einer ähnlichen Aktion habe die Stiftung schon mal eine Million Dollar gesammelt, sagt Caitlin Durning, Sprecherin der Stifftung zu bento. Vor zehn Jahren forderte die Organisation männliche Lacrosse-Spieler auf, sich Schnurrbärte wachsen zu lassen. Das sollte die Aufmerksamkeit auf Hilfsangebote für Krebserkrankte und ihre Familien lenken. In amerikanischen Lacrosse-Kreisen kam das ganz gut an. (Headstrong.org)

Die weibliche Verion der Schnurrbart-Challenge sollte ähnlich funktionieren: Schirmherrin ist die 24-jährigen Lacrosse-Spielerin Stephanie Finley, bei der 2018 Krebs diagnostiziert wurde. Sie rief andere Sportlerinnen dazu auf, sich ihre Haare zum Training auf besondere Art zu stylen und davon Bilder mit dem Hashtag #gamehairhavoc bei Instagram hochzuladen. Die Headstrong Foundation sollte vertaggt und zu Spenden aufgerufen werden.

Dabei entstand aus Versehen die #uglyfacechallenge.

Denn: Menschen beim Sport strengen sich an. Und so gucken sie auch. Immer mehr Bilder erscheinen nun auf Instagram, auf ihnen ist zwar die Headstrong Foundation vertaggt, die Frisur steht aber nicht mehr im Vordergrund. Es geht eher um den irren Blick der Sportlerin oder des Sportlers. Und auch der ursprüngliche Hashtag verschwand.


Aus Sicht der Stiftung sicherlich am ärgerlichsten: Bei den meisten der inzwischen mehr als viertausend Posts unter #uglyfacechallenge wird inzwischen gar nicht mehr auf den ursprünglichen Zweck verwiesen: Eigentlich sollte es ja darum gehen, von Krebs betroffenen Familien zu helfen.


Gerechtigkeit

Die Schwänzer haben recht: Warum der Klimastreik wichtiger ist als die Schulpflicht
"Kinder, geht zur Schule", heißt es aus der Politik. Das ist einfach nur scheinheilig.

Zehntausende Schülerinnen und Schüler demonstrieren gerade in ganz Europa für eine Politik, die den Planeten nicht zur Hölle werden lässt. Und was hören die Klimaschützer immer wieder? "Kinder, geht zur Schule!"

So hat es CDU-Politikerin Jana Schimke getwittert, so schallt es ihnen in Dutzenden Varianten entgegen. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, schreibt zum Beispiel: