Ein Mann steht auf eine Frau. Sie ist nicht interessiert – aber er denkt sich einen raffinierten Plan aus, um sie trotzdem zu erobern. 

Das könnte der Plot für eine romantische Komödie sein. In diesem Fall ist es aber die Zusammenfassung eines verstörenden Zwischenfalls, den die Wiener Grafikerin Ashley Winkler erlebte. 

Über dieses Erlebnis berichtete sie am Wochenende auf Twitter. Ihre Tweets wurden seitdem tausende Male retweetet und geliket – denn sie passen in eine Diskussion, die in den vergangenen Wochen geführt wurde. Und fassen in klaren Worten noch einmal zusammen, warum das, was manche Menschen als romantisch empfinden, in Wahrheit extrem übergriffig ist.

Die Geschichte, wie Ashley sie erzählt, geht so:

Sie wird von einer unbekannten Nummer angerufen. Der Anrufer sagt, er habe ihre Website gefunden und sei an einer Zusammenarbeit interessiert. Schnell werden seine Fragen aber persönlicher. Ob sie jemanden date?

Ashley versucht, professionell zu bleiben. Bis ihr der Kragen platzt – und der Anrufer zugibt, dass er eigentlich aus einem ganz anderen Grund anruft. Er kennt Ashley von der Dating-Plattform OKCupid, dort hatte er sie erfolglos angeschrieben. Als sie nicht reagierte, speicherte er ihre Profilfotos und fand mithilfe der Rückwärtssuche bei Google ihre Website und damit auch ihre Telefonnummer heraus.

Ein professionelles Anliegen habe er nicht, das sei bloß eine "Notlüge". Stattdessen will er Ashley überreden, dass sie ihm doch eine Chance gibt – weil er überzeugt ist, dass sie sehr gut zusammen passen würden. Er habe sogar überlegt, persönlich bei ihr vorbeizuschauen, sich dann aber doch nur für den Anruf entschieden.

Ashley ist von der Aktion überhaupt nicht begeistert – und gibt ihm statt ihrer privaten Nummer die Nummer einer Psychiatrie.

Warum interessiert diese Geschichte so viele Menschen?

Auch wenn es nur die Geschichte einer einzelnen Twitter-Nutzerin ist, fühlen sich viele Menschen von dem Post angesprochen. Weil er ein Thema aufgreift, das in letzter Zeit häufiger diskutiert wurde: Was ist noch romantisch – und was ist schon übergriffig?

Ein Auslöser dafür war die Netflix-Serie "You", deren Protagonist Joe eine Frau so lange verfolgt, ausspioniert und manipuliert, bis sie tatsächlich mit ihm zusammen kommt. Millionen Menschen haben die Serie bereits gesehen – und auch bei Ashleys Post fühlen sich viele an Joe erinnert.

Aber auch aus dem echten Leben kam Anlass für Diskussionen. Ein tausendfach geteilter Tweet zum Beispiel, über einen Mann, der etliche Lidl-Filialen abfuhr, um eine bestimmte Kassiererin zu finden. Die Insta-Story der Berliner Polizei, die für einen Kollegen nach einer Frau suchte, die ihn nach dem Weg gefragt hatte und "mit ihrem Lächeln verzauberte".

Während sich wohl die meisten Menschen einig sind, dass "You"-Joes Verhalten übergriffig ist, fanden einige Menschen die anderen beiden Fälle romantisch – und sahen kein Problem in dem Verhalten der "Verliebten". 

Und bei Tinder gehört es zum Standard-Verhalten mancher Nutzer und Nutzerinnen, sich bei denjenigen, die ihnen kein Like gegeben haben, eine zweite Chance zu verschaffen, indem sie die Person stattdessen über ihren verlinkten Instagram-Account anschreiben.

Wie problematisch so ein Verhalten wirklich sein kann, macht Ashleys Geschichte nun aber endgültig deutlich.

Denn der Anrufer ist sich offenbar keines Unrechts bewusst. Stattdessen scheint er sogar stolz auf seine "Eroberungsaktion" – denn im Gegensatz zu Joe spricht er ganz offen über seine Taktik.

Auch wenn er, indem er Ashley aktiv hinterher spioniert und sie unter falschem Vorwand anruft, noch einen Schritt weiter geht als der Mann in der Lidl-Geschichte, der Berliner Polizist oder die Tinder-Schummler: Sie alle eint die Annahme, dass sich das Objekt ihrer Begierde über diese Begierde freuen wird. Und bleiben blind für das, was die betreffende Person in diesem Moment eigentlich will.

Doch dass man davon nicht einfach ausgehen darf, macht Ashley in einer Reihe von Tweets klar, die sie ein paar Stunden nach ihrem Ursprungspost verfasst.

Sie sind an den Anrufer gerichtet – aber auch an alle anderen, die beim Online- (oder Real Life)-Dating zudringlich werden.

Und jeder von ihnen ist wichtig.

Am Ende ist es nämlich eigentlich ganz einfach: Die Person, die du gut findest, zeigt kein Interesse an dir? Dann hat sie höchstwahrscheinlich einfach kein Interesse. Und damit musst du dann wohl leben.


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