Bist du sportlich? Klar, zweimal die Woche laufen, mindestens dreimal Fitnessstudio. Liest du gerne? Ja, gerade diesen Krimi-Bestseller. Und dein Ex – hast du noch Kontakt? Gar nicht, haben uns total einvernehmlich getrennt.

Beim ersten Date dürfen keine Schwächen gezeigt werden. Da ist fast alles erlaubt, ein bisschen flunkern auch. Aber dieses Date, das am Sonntag auf dem Union Square in Manhattan stattfand, hatte mit Flunkern nicht mehr viel zu tun. Eine Frau namens Natasha Aponte log gleich Dutzende Männer an.

Sie lud nämlich mehr als 100 Tinder-Dates gleichzeitig nach New York ein, ohne dass sie voneinander wussten. 

Dahinter verbirgt sich ein Experiment, dessen Auflösung noch auf sich warten lässt. 

Was ist passiert?

Am Sonntagabend tauchten plötzlich etwa 150 bis 200 Männer gleichzeitig auf dem Union Square auf und versammelten sich rund um eine Bühne. Sie schauten sich verwundert an, wie einige von ihnen der "New York Times" schilderten. Manche kamen sogar von weit her – aus Oregon zum Beispiel. Andere wiederum brachten Geschenke mit.

Und wofür das Ganze? Für Natasha Aponte. Eine Frau, die über sich bei Instagram schreibt, sie sei Schauspielerin, Model und Sängerin.

Aponte hatte sich bei Tinder mit den Männern verabredet, ihnen erzählt, sie wolle zum Auftritt eines befreundeten DJs und danach noch in eine Bar auf ein paar Getränke. Viele Jungs waren begeistert von dem Vorschlag. Zum Beispiel Amir Pleasants, 21. Er schrieb ihr: "Ich bin so aufgeregt, das klingt zu schön, um wahr zu sein. Lol. Du bist absolut atemberaubend." Dann schickte er noch den Smiley mit Herzchenaugen hinterher. ("New York Times")

Er malte sich wohl ein romantisches Date zu zweit aus, doch dann kam alles anders. Aponte trat irgendwann selbst auf die Bühne – und wählte aus. Wer ihr optisch nicht gefiel, den wischte sie weg – also: schickte sie weg. 

  • Männer, die ihr zu klein waren, mussten gehen, schreibt die "New York Times".
  • Auch diejenigen, die von ihrer Ex-Freundin verlassen wurden.
  • Die, deren Namen Aponte nicht gefiel.
  • Die, die nicht genügend Liegestütze schafften. 

Am Ende gab Aponte den Männern noch eine Minute Zeit, um zu erklären, weshalb sie sie weiter daten wollen. Wie ein Teilnehmer der "New York Times" schilderte, soll es auch einen Gewinner gegeben haben. Name: unbekannt. 

Und so sah das aus:

Die ganze Geschichte wurde von US-Medien aufgegriffen, nachdem einer der Teilnehmer namens Misha seine Erlebnisse bei Twitter erzählte. Er habe schon vor mehreren Wochen mit Aponte geschrieben, erst bei Twitter, dann im Messenger. Doch plötzlich sei Schluss gewesen. Sie habe bei der Arbeit eine wichtige Präsentation vor sich und würde sich in ein paar Wochen wieder melden. 

Misha dachte schon an Ghosting, doch dann meldete sie sich tatsächlich wieder: Mit einem Date-Vorschlag auf dem Union Square. 

Und nun hat Misha wohl das Vertrauen in die große Tinder-Liebe verloren. 

Während einige es mit Humor nahmen, sollen andere Aponte auch beschimpft haben. "Halt die Schnauze", sollen einige gerufen haben, als Aponte alle zu gehen bat, die in einer Beziehung seien. Schließlich sei die Hälfte der Dating-App-Nutzer eigentlich schon vergeben. Ein anderer kommentierte unter einem Beitrag: 

Ich kann nicht glauben, was dieses Mädchen so vielen unschuldigen Männern angetan hat. Es gab Kerle, die hatten Blumen und Briefe dabei, waren aufgeregt, sie zu treffen. Deren Gesichter waren von Traurigkeit erfüllt, als sie die Wahrheit hörten.

Ein Video von DJ Nick AM zeigt Apontes Begrüßungsrede. Sie sagt: "Ich bin Single. Dating-Apps sind sehr schwierig. Wie löse ich dieses Problem? Vielleicht bringe ich einfach alle Dates zusammen und löse das Problem ein für alle Mal."

Aber was soll das Experiment uns zeigen?

Es geht nichts über ein persönliches Treffen? Ein Wisch nach links ist einfach gemacht – aber was ist, wenn du kein digitales Bild, sondern eine reale Person vor dir hast? Was ist oberflächlicher – Dating-Apps oder das Leben außerhalb davon?

Was Aponte sagen will, bleibt noch ein Geheimnis. Ihr Instagram-Profil hat sie mittlerweile auf privat gestellt. 

Wer steckt dahinter?

Die Agentur "Rob Bliss Creative". Sie kündigte an, am Donnerstag ein Video veröffentlichen zu wollen, in dem die ganze Sache aufgelöst wird. Es ist nicht das erste Mal, dass die Agentur ein virales Video produziert. 2014 veröffentlichte sie eines, das fast 50 Millionen Mal angeschaut wurde. 

Darin wird eine junge Frau gezeigt, die durch New York läuft und Dutzende Male sexuell belästigt wird. Auf genau dieses Problem will das Video aufmerksam machen. 

Um welche Botschaft könnte es nun gehen?


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