Bild: Lana Petersen

Es reichte mir. Die letzten fünf Kolumnen lang hatte ich gedatet. Jedem Typ eine Chance gegeben. Ich wollte nicht mehr. 

Zeit für eine Männerpause. 

Mit diesem Vorsatz flog ich nach Indien. Yoga machen. Denn das hatte ich im letzten Sommer wirklich lieben gelernt. 

Beim Yoga Teacher Training lernte ich John und Patrick kennen. Vom dritten Tag an klebten wir aneinander. Lachten, diskutierten, teilten Weltanschauungen, Muskelkalter und emotionale Erlebnisse.


Nach einer Woche änderte sich die Energie zwischen John und mir. Er schaute mich anders an, suchte meine Nähe. Ich wich seinen Blicken aus, zog mich zurück. Er war nicht richtig mein Typ. Und außerdem war ich ja auf Männerpause!

Und dann war da diese Nacht. Ich gebe dem Mond die Schuld. Hellblau und riesengroß stand er als „Super Moon“ über dem Himalaya. Irgendwann erwischte ich mich vor John stehend, seinen Arm um meine Hüfte legend. „Du verwirrst mich“, flüsterte er. Als letzte der Gruppe endeten wir knutschend auf dem Balkon.


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Zwei Monate reiste ich mit John und Patrick nach der Ausbildung durch Indien. Wir teilten alles. Essen, inspirierende Diskussionen, gute wie schlechte Erfahrungen und Doppelbetten. Jede Nacht schlief ich eng zwischen meine neuen Freunde gekuschelt. Ich war glücklich. Und überlegte immer wieder, ob eine polyamouröse Beziehung vielleicht genau richtig für mich sei.

Denn unser Leben fühlte sich an wie eine Dreierbeziehung. Ohne Sex. Na gut, fast ohne. Mit Patrick lief nie etwas – trotz Dauerkuschelei. Er hatte eine Freundin. Bis heute ist er ein enger Freund.

Und John und ich konnten nie richtig die Finger voneinander lassen. Trotzdem war John nicht frei. Er war hin- und hergerissen zwischen mir und seiner Ex, die in Vietnam hoffte, dass er zu ihr zurückkäme. Weshalb wir beide immer wieder entschieden, „einfach“ Freunde zu bleiben. 

Vollkommen überzeugt erklärte ich ihm eines Abends, dass wir uns kennengelernt hatten, um Dinge zu realisieren. Ich: Dass es an der Zeit war, meinen Ex, Ben, endgültig zu verabschieden. Er: Dass er doch Gefühle für seine Ex hatte.

John fand das doof und entschied, lieber gemeinsam mit mir Tantra kennenzulernen.

Bei der spirituellen Sexpraxis geht es weniger um schnelles Kommen und mehr um stunden- (oder in unserem Fall wochen-) langes bewusstes Erfahren bis hin zur Ekstase.

Als ich eines Abends gerade dabei war, dem bereits tief schlafenden Patrick ins Traumland zu folgen, spürte ich eine Hand auf meinem Arm, die zaghaft bis zu meiner Hüfte streichelte.

Wie elektrisiert wartete ich ab. 

Der Druck von Johns Hand wurde stärker. In kreisenden Bewegungen streichelte er über meine Hüfte zu meinem Bauch, bis er am Bund meines Höschens ankam. Er stoppte. Langsam drückte ich meinen Arsch gegen seinen Oberschenkel. John rückte näher ran, umschloss meine Rück- mit seiner Vorderseite. Er streichelte weiter. Oberhalb meines Höschens, zwischen meine Beine. Ich atmete tief. War so erregt wie seit langem nicht. Wir spielten das Spiel noch ewig weiter, bis wir irgendwann kuschelnd einschliefen.

Von Patrick aus nächster Nähe amüsiert beobachtet brachten John und ich uns wochenlang fast zur Ekstase. Ohne einmal zu kommen. Wobei ich behaupte, dass John nicht nur des Duschens wegen viel Zeit in den diversen Badezimmern verbrachte.

Ich war dauerhorny und glücklich. Gleichzeitig war es hart. Auch für mein Herz. Es tat weh. Nicht das Ego, wie so oft zuvor. Über Wochen hatte ich Ben, der großen verflossenen Liebe, Yogastunden und Meditationen gewidmet – und spürte wie sein Thron anfing zu bröckeln, mein Herz sich befreite.


Endlich. Nach sieben Jahren. Und es schmerzte. So paradox das klingt, das machte mich unglaublich glücklich.

Mit schmerzendem, aber endlich offenem Herzen und dem Gefühl unendlicher Freiheit verließ ich Indien. Auch ohne Männerpause hatte ich herausgefunden, was ich wollte. Ganz genau. Dazu mehr in der nächsten Woche.

Wer ist Maja?

Maja ist 29 und heißt nicht wirklich so. Echt ist aber, was sie in ihrer Kolumne erzählt, von ihrer Suche nach Liebe und dem Selbstverlust in der Suche. Sie schreibt über die Fragen, die sie bewegen: Wie viele Männer sind zu viele, kann man auf Tinder Liebe finden und kann Sex süchtig machen?


Food

Hört auf, Fotos von Gewürzen zu posten. Lernt lieber kochen!

S

eit einigen Monaten füllt sich mein Instagram-Feed mit Fotos von Gewürzmischungen: kleine, bunte Dosen mit hippen Retro-Illustrationen und vielsagenden Namen wie "Berry Yoghurt Spice" von der Firma Just Spices.

Auf Instagram werden sie wie pulverisiertes Gold angepriesen. Menschen posten Fotos von ihrer Dosen-Sammlung und schreiben dazu Texte, als hätten sie zum ersten Mal etwas anderes als Salz oder Pfeffer verwendet.

So wie diese Nutzerin, die schreibt, dass das Rührei-Gewürz, der "absolute Hammer" sei.