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Zeigt eine neue Studie.

Worum geht es?

Wer schon mal längere Zeit im Ausland war, hat es wahrscheinlich gemerkt: Die Zeit lässt einen nicht wieder los, oft ändert sie für immer, wie wir aufs Leben und uns selbst blicken.

Jedenfalls ist es das, was viele Heimkehrer erzählen, wenn sie bei Bier oder Wein von ihren Abenteuern berichten und mit dem Schwärmen gar nicht mehr aufhören wollen.

Das sind natürlich nur Anekdoten, kein wissenschaftlicher Beweis. Den haben nun amerikanische Wissenschaftler versucht zu erbringen. Sie haben untersucht, wie sehr ein Auslandsaufenthalt während des Studiums unsere Persönlichkeit beeinflusst(Eurek AlertColumbia Business School)

Was sind die Ergebnisse?

  • Die Befragten weisen nach einem Auslandsaufenthalt ein klareres Selbstkonzept auf, sie haben also eine viel genauer definierte Idee von sich selbst.
  • Unter anderem steigt ihr Verständnis für andere Menschen und Kulturen.
  • Außerdem helfe ein Auslandsaufenthalt bei Karriere-Entscheidungen. Nach einer Zeit in einem anderen Land wissen Menschen laut Studie eher, was sie wollen und so entscheiden sie auch.


Zuvor schon hatten Studien gezeigt, dass Auslandsaufenthalte weitere positive Effekte haben können:

  • Sie können die allgemeine Lebenszufriedenheit steigern.
  • Das Stresslevel reduzieren.

Entscheidend für die Effekte ist laut den Forschern eher die Länge des Auslandsaufenthalts als die Anzahl der Länder, in denen man gelebt hat.

Wie funktioniert die Studie?

  • Wissenschaftler der Rice University, der Columbia University und der University of North Carolina haben sie durchgeführt.
  • Sie befragten online rund 2.000 Teilnehmer.
  • Darunter waren Menschen, die bereits Zeit im Ausland verbringen konnten, aber auch solche, die diese Erfahrung noch nicht gemacht haben.
  • Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden in der Zeitschrift "Organizational Behavior and Human Decision Processes" veröffentlicht.
  • Die Zeitschrift gehört zum angesehen Elsevier-Verlag.
  • Bei der Studie fragten die Forscher unter anderem ab, wie die Teilnehmer sich selbst wahrnehmen. Es könnte also sein, dass sie sich zum Beispiel nur für reflektierter halten.

Sollte man also unbedingt ins Ausland gehen? Schließlich zitieren die Autoren der Studie in ihrer Arbeit den Philosophen Hermann von Keyserling, der schon in seinem "Reisetagebuch eines Philosophen" behauptete: "Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum." (Columbia Business School)

Am Ende muss natürlich jeder selbst über ein Auslandsjahr entscheiden, und verallgemeinern lassen sich solch individuelle Erfahrungen auch schlecht.

Auch eine Umfrage der Europäischen Union zeichnete 2014 ein positives Bild von Auslandsaufenthalten. Laut "Erasmus Impact Study" hat ein Erasmus-Jahr folgende Effekte:

  • Die Studenten leben danach internationaler.
  • Viele von ihnen leben mit einem Partner zusammen, der eine andere Nationalität hat.
  • Einige lernen ihren Partner während ihres Aufenthaltes im Ausland kennen.

Future

Männer halten sich für schlauer als gleich schlaue Frauen
Und Frauen trauen sich zu wenig zu.

Ein Unternehmen will einen Führungsjob neu besetzen. Die Stelle ist offen ausgeschrieben, alle Mitarbeiter sind aufgefordert, sich zu bewerben. Doch in der Personalabteilung landen schließlich nur Schreiben von Männern, weil Frauen sich den Job dann doch nicht zutrauen, obwohl sie genauso qualifiziert sind.

Eine Studie der Arizona State University zeigt, dass oft bereits jungen Studentinnen das Selbstbewusstsein fehlt, über das ihre männlichen Kollegen offenbar verfügen. Frauen stuften ihre eigene Intelligenz nämlich im Durchschnitt niedriger ein als Männer, selbst wenn es zwischen den Befragten objektiv gar keinen Unterschied gab.

Katelyn Cooper und ihre Kolleginnen hatten 202 Studienanfänger im Fach Biologie befragt, für wie schlau sie sich im Vergleich zu den übrigen Teilnehmern ihres Unikurses einstufen würden. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten die Studenten noch keine Tests geschrieben und hatten deshalb auch keine konkreten Anhaltspunkte über den Leistungstand ihres Kurses und ihrer Mitstudenten.