Manch einer sagt, das Schönste am Erwachsensein sei, dass Erwachsene alles selbst entscheiden könnten.

Wer volljährig sei, der dürfe Süßes als Hauptspeise essen, die ganze Nacht Filme gucken oder barfuß durch den Schnee laufen, ohne dafür um Erlaubnis für zu bitten. Ohne überhaupt mit jemandem darüber zu sprechen

Nun, in meinem Leben stimmt das so nicht ganz. Ich habe das Gefühl, Erwachsene müssen ständig über ihre Entscheidungen diskutieren. Ständig reden sie sich gegenseitig rein.

Zur Zeit erlebe ich das besonders oft: Es geht um meinen Körper und um den Sport, den ich betreibe.

Ich finde, auch als schlanke Frau darf und sollte ich mich bewegen, möglichst regelmäßig. Aber viele Menschen sehen das offenbar nicht so.

Yoga, Symbolbild: Meine Fitness gehört mir!(Bild: Unsplash)

In den ersten 26 Jahren meines Lebens hatte ich mit Fitness kaum was zu tun.

Als Kind war ich für ein halbes Jahr in einer Tanzgruppe, da hörte ich Atomic Kitten allerdings lieber, anstatt mich zu ihnen zu bewegen. 

Als ich älter wurde, ging ich sporadisch Laufen im Park, mit Smartphone in der Hand. Ich gab auf, sobald jemand schrieb oder anrief. "Hi, hast du gerade Zeit?" – "Klar, bin zwar joggen. Aber egal."

Dass ich trotzdem schlank bin, hat was mit Genen oder Stoffwechsel zu tun, nicht mit Yogamatten oder Hanteln. Sport war mir nie wichtig

Muss ich mir Sorgen machen, dass du magersüchtig wirst?

Bis ich merkte, dass ich manchmal Rückenschmerzen habe, oder dass ich es immer seltener schaffe, dem davonfahrenden Bus hinterherzurennen. 

Deswegen mache ich jetzt Sport. Dreimal die Woche. Laufband, Kraftzirkel, Faszienrolle. Ich will rennen können, wenn ich es muss.

Aber damit sind einige Leute in meinem Umfeld offenbar nicht einverstanden. Es sind vor allem Frauen, die bemerken: 

"Wie, du machst Sport? Du hast das doch nicht nötig!"

"Du weißt schon, dass du mega schlank bist?"

"Sag mir nicht, dass du abnehmen willst."

"Muss ich mir Sorgen machen, dass du magersüchtig wirst?"
(Bild: Giphy )

Antwort an alle: Bitte redet nicht so. 

Niemand sollte so wertend über andere Körper sprechen. Keiner sollte jemandem ungefragt raten, dass er weniger, besser oder anders Sport machen müsse. 

Denn erstens ist Sport nicht nur da, um die Figur zu optimieren. Sport macht gesund, glücklich, und manchmal auch schlank. Aber nicht immer. 

Bitte redet nicht so.

Zweitens: Solange ich mich nicht über meinen Körper beschwere oder er wirklich krank aussieht, ist er in Ordnung.

Und selbst wenn nicht: Dann wünsche ich mir, dass ein Gedankenaustausch darüber ohne übergriffige Fragen oder körperfeindliche Kommentare stattfinden kann. 

Denn die machen aus Menschen, denen es gut geht, Menschen mit falschen oder kranken Einstellungen. Sie reduzieren mich auf meinen Körper. 

Und ganz nebenbei schaffen diese Kommentare es, dass ich mir trotz funktionierendem Selbstbewusstsein auf einmal Gedanken mache: Ist meine Körperwahrnehmung wirklich okay? Laufe ich vielleicht Gefahr, zu dünn zu werden? Bin ich ehrlich zu mir selbst?

Ich muss mir dann immer wieder selbst sagen: Du darfst Sport machen, auch wenn du schlank bist – deine Körperwahrnehmung ist in Ordnung. Deine Fitness gehört dir. 

Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für viele andere: Weder dünnen Menschen sollte Sport abgesprochen werden, noch sollten Dicke dazu gedrängt werden. 

Es gibt übrigens sicherlich auch Sportlerinnen, die übergewichtig sind und trotzdem fit. Und solche, die tatsächlich magersüchtig sind. 

Aber es ist niemandem geholfen, wenn ein Gespräch mit diesen Menschen mit bissigen Bemerkungen beginnt. 


Und du? Bist du sportlich – oder eher nicht?


Haha

Versteckte iPhone-Funktion: Hast du Siri schon nach dieser Songzeile gefragt?

Es gibt viele Songs mit Ohrwurmgarantie, noch mehr Songs mit Mitgröhlmomentum. Aber es gibt nur wenig so absurde wie "Bohemian Rhapsody" von der britischen Band Queen. Der Text eignet sich perfekt, um gesungen, rezitiert, parodiert, goutiert zu werden.

Das sieht dann in etwa so aus: