Bild: Netflix
Nichts für Fans, die die Folge noch gucken wollen

Ein Ende ist endgültig – meist. Sind wir bei den letzten Minuten eines Filmes angekommen, ist der Abschied brutal. Vor Jahren musste ich sie loslassen, meine Gilmore Girls. Ich kann mich gut an die letzten Minuten mit ihnen erinnern. Ich hätte beinahe geweint.

Glücklicherweise war dieses Ende nicht endgütig. Selten habe ich mich so auf das Klingeln meines Weckers gefreut wie an diesem Freitag: Die neuen Folgen von Gilmore Girls sind online. Für eineinhalb Stunden werde ich ein Stück Vergangenheit wiederbekommen.

Computer an, Film ab, mein Herz pocht.

Spoiler-Warnstufe rot

Wir haben dich gewarnt. Hier verraten wir alles. Wenn du die Serie oder den Film noch nicht gesehen hast und das noch vor hast, betrittst du diese Seite auf eigene Gefahr.

Darum geht's:

Rory stellt gleich zu Beginn fest: "So good to be home". Genau das denke ich mir auch: Schön, dass ihr wieder da seid. Dann seufzt Lorelai: "I smell snow". Es fängt an zu schneien. In der Serie und auch bei mir ein Zeichen dafür: Alles ist gut. Diese Folge wird mich nicht enttäuschen.

Stars Hollow ist auch 2016 kitschig, kleinstädtisch und löst in mir ein Gefühl der Harmonie aus. Hier ist die Welt so, wie ich sie mir wünsche:

  • Der Straßenmusiker steht da, wo er 2007 schon stand und spielt auf seiner Gitarre.
  • Lorelai lebt mit Luke und Paul Anka zusammen in ihrem gemütlichen Haus.
  • Emily und Lorelai zicken sich immer noch an. (Ok, hier fehlt die Harmonie nach wie vor)
  • Luke verehrt Rory (jetzt freie Journalistin) wie eh und je und packt ihren aktuellsten Artikel sogar auf die Menu-Karte seines Diners.
  • Der irrsinnige Kirk kreiert Ooober, einen Fahrservice. (Nein, nicht Uber)

Die Folge in Bildern:

1/12
Das ist anders:
  • Sookie, die beste Freundin von Lorelai fehlt.
  • Die Haare von Lanes Freund Zack sind nun grau.
  • Der Großvater der Gilmore Girls, Richard, ist tot.

Und vieles andere werdet ihr bestimmt auch entdecken.

Sie haben geschafft, woran andere gescheitert sind.

Was die Gilmore Girls so unverwechselbar macht, sind die rasanten und schlauen Dialoge. Beruhigt stelle ich fest: Das gelingt den Machern immer noch so gut wie früher. Auch das Set sieht aus, als wäre es nie geräumt worden.

Die Produzenten, die Schauspieler, die Drehbuchautoren – sie haben tatsächlich das geschafft, woran andere Serien kläglich gescheitert sind: Alles ist wie damals und die Geschichte knüpft nahtlos an. In keinem Moment schämt man sich für seine Lieblingsserie.

Lorelai und Rory haben den gleichen Charme und die gleiche Dynamik, stehen aber vor neuen Herausforderungen. Richards Tod muss verarbeitet werden. Rorys Karriere läuft noch nicht so, wie erhofft. Bei Lorelai und Luke ist der Alltag eingekehrt und die Gilmore Girls haben sich etwas auseinander gelebt.

Ein neuer Abschied

Als die letzten Worte gesprochen sind und die Abschlussmusik erklingt, ist da wieder dieses Gefühl. Hallo, Melancholie! Der Abschied steht wieder bevor. Aber erst in ein paar Tagen, wenn ich alle vier Folgen gesehen habe. Dann leben Lorelai und Rory in meiner Fantasie weiter.

Ich stehe auf und sehe aus dem Fenster. Hier liegt kein Schnee.


Haha

Pornotitel oder Heimatfilm?

Deutsche Pornotitel und deutsche Heimatfilme liegen oft nahe beieinander – allein vom Titel wird oft nicht klar, ob wirklich nur Gipfel bestiegen werden sollen. Klar, "Die fleißigen Bienchen vom fröhlichen Bock" ist Sexklamauk und "Ich denke oft an Piroschka" atmet hingegen Heimatluft.

Aber wie schaut es mit "12 Mädchen und ein Mann" aus? Ist eigentlich eine harmlose Skilehrer-Klamotte, hätte aber auch eine schmutzige Almhütten-Fantasie sein können.