Ein Ja, ein Kuss, eine Entscheidung fürs Leben. Die riesige Party, das Finale, die Hochzeit. Und was kommt dann?

Wer seine Liebe mit der Ehe besiegelt, muss monatelang planen, organisieren, den einen Tag immer wieder durchgehen. Das kann brutal aufregend sein – und nervtötend.

Wir haben Brautpaare vor und nach ihrer Hochzeit fotografiert und ihnen Fragen gestellt: War es so, wie du es dir vorgestellt hast? Wie habt ihr eure Liebe gefeiert? Und: Wieso willst du eigentlich heiraten?

Laura, 30

1/12

Ich war wie in einer Blase vor Glück. Morgens vor der Hochzeit war ich relativ angespannt, weil noch viel zu tun war. Für mich war es die beste Entscheidung, mich um 11 Uhr zu verabschieden und auf unsere tollen Helfer zu vertrauen.

So hatte ich genug Zeit, um mich mit meinen engsten Freundinnen fertig zu machen und zur Ruhe zu kommen. Sobald es dann wirklich losging, war die Anspannung weg. 

Ich finde es einfach schön, ein Fest für die Liebe zu machen.
Laura

Vorher hatte ich Bedenken und war in Sorge, ob alles klappt. Meine größte Angst war, dass im Laufe des Abends der Alkohol leer sein wird. Im Endeffekt wurde nur ein Drittel von dem getrunken, was wir da hatten.

Außerdem haben wir uns für Selbstbedienung an der Bar entschieden und ich war mir unsicher, ob das klappt oder total chaotisch wird. Eigentlich waren David und ich in unserer Planung sehr optimistisch, aber irgendwie lässt man sich doch recht schnell vom Stress anstecken.

Wenn man heiratet, soll alles perfekt sein und da neigt man dazu, in allem etwas zu übertreiben. Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns nicht aus der Ruhe haben bringen lassen. 

Elena, 27

1/12

Lange wollte ich keine große Hochzeit feiern, aber nun hatten wir doch über 100 Gäste. Und ich muss sagen: In all die glücklichen Gesichter zu schauen und zu sehen, wie viel Mühe sich die Gäste geben, um uns als Brautpaar einen unvergesslichen Tag zu bereiten, war einfach unglaublich.

Wir sind seit etwas mehr als fünf Jahren ein Paar. Als Martin mich fragte, ob ich seine Frau werden möchte, fühlte es sich für mich wie ein sehr großer Schritt an.

Es ist schön zu wissen, dass er mit mir sein Leben verbringen möchte.
Elena

Meine Familie kommt aus Russland und Martins aus Polen. Vorher machte ich mir viele Gedanken, wie sich die unterschiedlichen Kulturen und Charaktere verstehen werden. 

Ich hatte die Sorge, dass nur wenige tanzen oder sich alle doof finden werden. Aber genau das Gegenteil war der Fall, die Stimmung war ausgelassen und ich glaube, auch unsere Gäste hatten sehr viel Spaß. Ich hatte während des Tages sehr unterschiedliche Gefühle: von tiefenentspannt bis mega nervös, dann gerührt und im nächsten Moment überfordert. Aber vor allem das Gefühl von Dankbarkeit war immer da und am größten. Wir sind richtige Glückskinder!

Martin, 28

1/12

Ich habe so gehofft, dass Elena die Hochzeit gefallen wird. Sie hat so viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt, dass es mich todunglücklich gemacht hätte, wenn sie enttäuscht worden wäre. 

Mir war es gar nicht wichtig, dass alles nach einem strikten Plan verläuft. Vielmehr ging es mir darum, meine Familie und Freunde um mich herum zu haben, zusammen zu lachen, zu weinen und zu feiern.

Wir hatten großes Glück. Unsere Traumvorstellung von einer freien Trauung in der Natur, Barbecue und einer wilden Party ist in Erfüllung gegangen.

Kristina, 29

1/12

Mir wurde bewusst, dass ich heiraten möchte, als ich ins Krankenhaus kam und Jonas nicht als meinen Notfallkontakt angeben konnte. Nur meine Eltern oder Geschwister, die aber 400 Kilometer von mir entfernt wohnen. Jonas ist mein engster Vertrauter und der erste Mensch, den ich sehen möchte, wenn es mir schlecht geht. Das sollte auch offiziell so sein. Wir sind nun seit neun Jahren zusammen und es fühlte sich richtig an, den nächsten Schritt zu gehen.

Ich hatte im Vorhinein keine besonders großen Ansprüche an unseren Hochzeitstag und bin nun umso glücklicher, wie schön es war. 

Morgens war ich sehr aufgeregt – anders als die Aufregung, die ich bisher kannte.
Kristina

Normalerweise bin ich dann aufgedreht und nerve die Menschen um mich herum, wenn etwas Besonderes ansteht, aber heute Morgen war ich in mich gekehrt und habe mich zurückgezogen. Meine Aufregung legte sich erst, als ich Jonas im Standesamt sah. 

David, 30

1/12

Laura ist meine Traumfrau, mit der ich mein Leben verbringen möchte. Nach vier Jahren Beziehung bin ich ihr in einen Familienurlaub in Holland hinterher gereist, und habe sie am Strand mit einem Antrag überrascht.

Unser Tag war perfekt. Wir hatten eine freie Trauung auf einer Wiese in meinem Heimatort und unsere Feier fand in einer großen Scheune statt. Alles wurde von uns selbst organisiert, die freie Trauung hielten zwei Freunde von uns. Das war die beste Entscheidung, denn so war sie ehrlich, persönlich und genau nach unserem Humor.

Die größte Herausforderung war es, eine Scheune in eine schöne Hochzeitslocation zu verwandeln. Wir mussten uns um Tische, Stühle, Dekoration, Essen, gekühlte Getränke, Service, Licht, Technik und Musik selbst kümmern. Das war stressig. Aber jetzt weiß ich: Es hat sich gelohnt.

Jonas, 29

1/12

Ich habe unsere Hochzeit auf uns zukommen lassen und war nicht so sehr in die Planung involviert wie Kristina. Sie hatte da viel Spaß dran und ich musste eigentlich nur ihre Wünsche absegnen – oder eingreifen, wenn es mir zu übertrieben erschien. Ich wollte Kristina heiraten, weil für mich feststeht, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben verbringen möchte. Aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir keine große Feier und den ganzen typischen Hochzeitskram gebraucht. 

Da sich Kristina aber eine richtige Hochzeitsfeier gewünscht hat, mussten wir einen Mittelweg finden.
Jonas

Beispielsweise wollte ich auf keinen Fall einen klassischen Ehering, da ich sehr viel Sport mache und er mich dabei stören würde. Deshalb haben wir nun Ringe aus Silikon, die man immer anlassen kann.

Heute morgen war ich noch sehr entspannt und bin normal zum Sport gegangen. Als ich mich dann fertig machte und im Auto zum Standesamt saß, kam die Nervosität, die sich auch erst nach der Trauung legte. Der Tag selbst war super entspannt und schön, ohne zu kitschig zu sein. Unsere Feier fand in einem alten Freibad statt. Mit 50 Gästen. Es war so ein toller Tag.


Alle Fotos: Annika Eliane Krause. Besuche ihr Portfolio oder ihre Webseite für Hochzeitsfotografie, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren.


Fühlen

Bastian und Mona sind seit acht Jahren zusammen – will man da nicht mal mit wem anders schlafen?

Schulzeit, Abi, Studentenleben, immer mit dem gleichen Partner: Basti und Mona sind 25 und seit acht Jahren zusammen. Wird das nie langweilig oder zu eng? Kommen sie nie in Versuchung, auch mal mit anderen Leuten zu flirten? Das wollen die beiden mir heute verraten.

Hattet ihr vorher schon andere Partner oder ist es für euch beide die erste Beziehung? 

Mona: In der Schule hatte ich mal einen Freund, aber das war mehr sowas mit Händchenhalten. Nichts, was man als echte Beziehung bezeichnen kann.