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Auf der Einsatzmeldung stand nur "Dildo verschwunden"

Ein Dildo verschwindet "ganz plötzlich" im Körper, ein Marmeladenglas platzt "zufällig" im Po oder jemand fällt "versehentlich" mit seinem Anus auf eine Aubergine: Manchmal können Sanitäterinnen und Sanitäter kaum glauben, was auf ihrer Einsatzmeldung steht. 

Viele Menschen mögen es offenbar, sich Dinge in ihre Körperöffnungen zu stecken. Diese Gegenstände wollen leider nicht immer freiwillig auch wieder raus. Da hilft dann nur noch: die Notaufnahme oder die 112. 

Drei Sanitäterinnen und Sanitäter haben uns von ihren ungewöhnlichsten Einsätzen bei Sexunfällen erzählt. 

Philipp*, 30, aus Sachsen, arbeitet als Rettungssanitäter

Ein Mann, etwa Mitte 30, hatte sich den Vibrator seiner Freundin zu tief eingeführt. Er hatte offenbar noch versucht, das Ding mit einer großen Pinzette rauszuholen – aber ohne Erfolg. 

Also fuhr sie ihn in die Notaufnahme. Das Problem war nur: Sie hatte wohl keine Ahnung, warum sie ihn dorthin fahren musste. Er musste ihr also auf der Autofahrt beichten, dass ihr Vibrator – im wahrsten Sinne des Wortes – im Arsch war. 

Das Ergebnis: Die Stimmung zwischen den beiden war in der Notaufnahme ziemlich angespannt. Sie holten den Vibrator dann raus, zumindest dieses Problem war damit gelöst. Zwischen den beiden dürfte es an dem Abend aber noch ordentlich Ärger gegeben haben.

So was ist aber noch harmlos. In solchen Fällen wird ein Endoskop eingeführt. Das ist ein langer Rüssel mit kleiner Kamera, den der Arzt per Fernsteuerung steuert. Dadurch kann er sehen, wo und wie der Fremdkörper im Darm liegt.

Dann wird der Darm mit Luft aufgepumpt und der Gegenstand mit einer kleinen Zange entfernt. Bei festen Gegenständen, wie einem Dildo, ist das meist unproblematisch.

Wir hatten mal einen Patienten, der sich eine Aubergine reingeschoben hatte. Angeblich war er mit seinem Anus draufgefallen. Wie auch immer: Die rauszupopeln hat ganz schön gedauert. 

Einmal fuhren wir einen Mann, etwa Mitte 60, mit Bauchschmerzen in die Notaufnahme. Er könne sich die Schmerzen nicht erklären. In so einem Fall macht man dann eine Röntgenaufnahme. Die Röntgenassistentin sah eine Gabel auf dem Bild und wunderte sich zunächst. 

Nach der zweiten Aufnahme und der Suche nach einer Gabel im Röntgenraum war dann klar: Er hatte sich das Ding selbst eingeführt. Sie lag im Darm und arbeitete sich durch die Darmwand. Dadurch kann nicht-steriler Kot in den freien Bauchraum gelangen, das ist lebensgefährlich.

Ich glaube, die Leute sind nur schlecht aufgeklärt. Denen ist nicht bewusst, dass der Darm als Einbahnstraße gedacht ist. Wer sich da was reinschiebt, sollte es einfach gut festhalten.

Anika, 28 aus NRW, arbeitet als Rettungsassistentin

Auf der Einsatzmeldung stand nur "Dildo verschwunden". Als wir vorfuhren stand ein Mann, etwa Mitte 80, etwas o-beinig auf der Straße.

Er hatte starke Schmerzen und konnte sich nicht hinsetzen. Laut seiner Aussage hatte er einen jüngeren Mann kennengelernt, den er mit zu sich nach Hause genommen und der ihm dann einen Dildo in den Po geschoben hatte. Der sei aber abgehauen, als er den Krankenwagen rief. 

Ich glaubte ihm kein Wort. Wahrscheinlich hatte er sich das Teil selber eingeführt.  

Solche Geschichten hört man aber öfter. Wenn beim Sex solche Sachen passieren, denken sich die Leute die seltsamsten Storys aus. Die Wahrheit ist ihnen zu unangenehm. Dabei kann Lügen bei so was richtig gefährlich sein. Zum Glück kommt der Arzt aber oft von alleine drauf.

Bei einem anderen Einsatz hatte sich ein junger Mann ein leeres Marmeladenglas eingeführt, das dann zerbrochen war. Als wir in die Wohnung kamen, war alles voller Blut. Der Mann meinte, er könne sich das auch nicht erklären. Er sei nur "auf Klo" gewesen.  

Die Wahrheit kam wenig später raus: Er und sein Freund spielten öfter solche "Spielchen". 

Ein anderes Mal mussten wir zu einem Mann, der sich mit einem Dilatator – den benutzt man, um schneller pinkeln zu können – die ganze Harnröhre aufgerissen hatte. Keine Ahnung, ob er sich befriedigen wollte, oder nicht. Aber ich würde lieber langsamer pinkeln, als mir etwas in die Harnröhre zu schieben.

Markus, 26 aus Bayern, arbeitete als Rettungsassistent, mittlerweile aber in der Notaufnahme

Wir wurden nachts zu einem Pärchen gerufen. Der Grund: Einer Frau steckte etwas in einer Körperöffnung, es kam nicht mehr raus.

Vor Ort fanden wir die zwei vor, sie sprach allerdings nur griechisch. Also mussten wir ihn über sie ausfragen. Was steckt wo? Hat sie Schmerzen und wie lange schon?

Es stellte sich heraus: Sie hatte einen Dildo im Po und der wollte nicht mehr raus. Sie hatte aber keine Schmerzen. Ich weiß noch, wie ich mich wunderte, als sie ohne Probleme in den Krankenwagen stieg. Ihr Freund stieg ebenfalls ein. 

Eine halbe Stunde später klingelte unser Telefon und der Pfleger der Notaufnahme war dran. Er freue sich ja, wenn wir so Patienten abgeben würden. Aber nächstes Mal sollten wir doch bitte die richtige Bestandsaufnahme machen.

Denn der Typ hatte uns reingelegt. Nicht sie, sondern er hatte einen riesigen Dildo im Darm. Es war ihm wohl peinlich gewesen, er hatte ihre mangelnden Sprachkenntnisse eiskalt ausgenutzt. 

Ein anderes Mal kam ein 30-jähriger Mann mit seiner Mutter in die Notaufnahme. Er blutete aus dem Hintern. Laut seiner Mutter hatte er auf der Toilette "zu heftig gedrückt". Sobald die Mutter weg war, rückte er mit der Wahrheit raus: Er hatte sich einen zu großen Glasdildo eingeführt. 

Einem Arzt in der Ambulanz knallte mal ein Dildo beim Rausholen sehr hart gegen die Brust. Offenbar war sehr viel Druck drauf gewesen. Das macht dann natürlich auf der Station die Runde und bringt einen zum Lachen – war aber alles harmlos.

Das Schlimmste, was ich bis jetzt erlebt habe, passierte einem Mann, der um die 60 Jahre alt war. Er hatte sich erst einen Metallstift in die Harnröhre eingeführt und ihn dann unter Strom gesetzt. Mit dem Ergebnis, dass er sich die Harnröhre verbrannte.  

Dem war auch nichts mehr peinlich. Der wollte nur, dass die Schmerzen aufhören. Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist.

Wir haben dem Urologen Wolfgang Bühmann von diesen Geschichten erzählt. Er hat uns eine Faustregel genannt, was Gegenstände und Körperöffnungen betrifft: "Alles, was rund und klein ist, kommt wieder raus. Alles was scharfkantig, eckig und/oder groß ist, eben nicht." Problematisch wirds also für den, der übertreibt.

*Die Namen der Sanitäterinnen und Sanitäter haben wir geändert. 


Gerechtigkeit

Video: Juweliere schlagen Räuber mit Schwertern in die Flucht
Die Einbrecher waren mit Schusswaffen bewaffnet

Die drei Musketiere sind nicht tot. Sie leben nur in der kanadischen Stadt Mississauga, wo sie einen Schmuckladen besitzen und Räuber mit Schwertern bekämpfen. 

Was ist passiert?

Wie die Polizei berichtet, haben die Räuber versucht, den Laden am helllichten Tag zu überfallen. Der ausgefeilte Plan: durch das Fenster einbrechen (Global News). Was konnte schon schiefgehen?

So ziemlich alles.

Das Fensterglas war hartnäckiger als gedacht, im Laden befanden sich Kundinnen und Kunden, die irgendwann als Zeugen hätten vernommen werden können. Überwachungskameras zeichneten den Einbruch auf. Und dann waren da noch die Ladenbesitzer, die ihren Schmuck nicht einfach so hergeben wollten. 

Was die Räuber auch nicht wissen konnten: irgendwo im Laden lagen Schwerter rum. Die wurden ihnen zum Verhängnis.

Das Überwachungsvideo zeigt die Reaktion der Ladenbesitzer: