Ein Kommentar von Susan Barth

Eine junge Frau in Unterwäsche steigt zu einem ihrer Mitschüler in den Whirlpool. Er nähert sich ihr, sie versucht, sich zu wehren – aber er überwältigt sie. Was sich anhört wie eine Meldung aus der Boulevardpresse, ist eine fiktive Szene aus der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht". Sie wurde dafür gemacht, Menschen zu unterhalten.

Diese Strategie benutzen viele Drehbuchautoren, um weibliche Rollen in Filmen und Serien tiefgründiger wirken zu lassen. Das ist nicht nur respektlos gegenüber Menschen, denen solche Erlebnisse tatsächlich widerfahren sind, sondern auch einfallslos und verharmlosend. Wenn Drehbuchautoren oder Regisseurinnen nichts anders einfällt, werden Frauenfiguren in Serien oder Filmen manchmal nur aus diesem Grund vergewaltigt. 

Traumatische Erfahrungen wie sexueller Missbrauch, die Menschen ihr Leben lang begleiten, werden benutzt, um zu unterhalten. Gibt es nicht andere Stilmittel, um Charakteren mehr Komplexität und Tiefe zu verleihen?

Wir Zuschauenden müssen sensibler sein, wenn wir Filme und Serien konsumieren, die sexuelle Gewalt beinhalten – und wir müssen mehr Kreativität von Regisseurinnen und Drehbuchautoren einfordern, wenn sie Frauenrollen weiterentwickeln wollen. Warum? Das erfährst du oben im Video.

Wo finden Betroffene direkt nach Übergriffen Informationen?

Das bundesweite Telefon für Opfer von Gewalt bietet eine gute Anlaufstelle. Unter der kostenlosen Nummer 08000 116 016 wird Opfern auf 18 Sprachen geholfen. Die Beraterinnen können Betroffene auch an regionale Hilfsangebote weitervermitteln.    

Betroffene können zudem hier eine Beratungsstelle in ihrer Nähe finden: frauen-gegen-gewalt.de


Fühlen

Selbstmitgefühl: Wie du lernen kannst, dich nicht immer selbst zu kritisieren
Eine Psychologin erklärt, wie man sein eigener bester Freund wird.

Mit Selbstzweifeln ist jeder mal in seinem Leben beschäftigt, sei es im Job, in der Liebe oder wenn es um den eigenen Körper geht. Denn viele Menschen kennen diese innere, kritische Stimme, die uns sagt, dass wir nicht gut genug, nicht erfolgreich oder einfach nicht schön sind. Doch dieser innere Kritiker hindert einen häufig daran, im Leben voranzukommen oder mit sich selbst zufrieden zu sein.

Wie also können wir besser mit uns selbst umgehen? 

Die Psychologin Katharina Tempel, 35, gibt Online-Kurse zum Thema Selbstliebe. Auf ihrem YouTube-Kanal "Glücksdetektiv" erklärt sie, wie man durch Achtsamkeit und kleine Übungen besser mit Krisen und negativen Gedanken umgehen kann. Wir haben mit ihr über Selbstmitgefühl gesprochen und wie man sein eigener bester Freund wird.