Bild: Lina Stark

Das Gefühl, als ich mir mit elf Jahren zum ersten Mal einen Finger in meine Muschi geschoben habe, war mind-blowing. Ich ertastete das warme, weiche Innere und entdeckte einen völlig neuen Teil meines Körpers. Laut freuen durfte ich mich aber nicht, denn eine Freundin schlief neben mir.

Ich war gleichzeitig aufgeregt und beschämt und entschied mich dazu, mit niemandem darüber zu sprechen. Dreist von meinem damaligen Ich, sich überhaupt neben ihr anzufassen. 

Trotzdem frage ich mich bis heute, warum uns Selbstbefriedigung so peinlich ist. Es ist unser Körper, den wir benutzen, und das bringt Spaß. Kann doch nicht so schwer sein, dieses Erlebnis mit anderen zu teilen. 

"Hey Sophie, hättest du Lust auf einen Mädels-Masturbationsabend?", frage ich bei WhatsApp. 

Obwohl wir uns erst seit knapp einem Jahr kennen, sind wir sehr vertraut miteinander. Mit ihren 22 Jahren ist Sophie fünf Jahre jünger als ich. Im Suff sind wir auch schon mal zusammen im Bett gelandet. Trotzdem fühlt sich Selbstbefriedigung noch ein Stück intimer an, als wild rumzumachen.

"Klar, wann soll's losgehen", antwortet sie prompt. Auf Sophie ist Verlass. Wir verabreden uns für einen "schönen Abend mit Obst und Pornos"

Dass unsere eigenen Finger zielgenau zum Orgasmus führen, wissen wir bereits. 

Deshalb frage ich bei mehreren Sextoy-Herstellern Testprodukte an. 

Zwei von ihnen unterstützen unser Vorhaben: Fun Factory und Satisfyer. Die Auswahl ergänze ich noch durch meinen Lumunu "Mini Wand". 

Aber wie bereitet man so einen Abend vor? Fettige Pizza und Unordnung wären für mich Stimmungskiller. Stattdessen kaufe ich einige Snacks und empfange sie um 19 Uhr in der geputzten Wohnung. Ich gebe mir Mühe wie bei einem Date, fällt mir auf. 

Die Heizung habe ich in allen Räumen hochgedreht, damit uns keine kalten Füße den Spaß verderben.

Um die Toys kennenzulernen und uns aufzulockern, machen wir erst mal Fotos von allen Produkten. 

Satisfyer 1: Mit dem Griff lässt sich Druck ausüben. Macht auch auf der stärksten Stufe nicht viel her. Hier kaufen
Satisfyer 2: Sieht hochwertig aus. Braucht zu lange, um ein Kribbeln auszulösen. Stimulation kommt nicht richtig an. Rund 26 Euro. Hier kaufen
Laya II: Der Auflegevibrator sieht sexy aus, hat bei uns nicht die richtige Stelle getroffen. Rund 90 Euro. Hier kaufen
Moody: Ordentlich Wumms. Die leicht gekrümmte Spitze ist vielseitig verwendbar und stimuliert auch den Po. Rund 100 Euro. Hier kaufen
MiSS Bi: Zwei Motoren, unabhängig voneinander steuerbar. Nicht so lang, dafür schön dick. Einer der Favoriten. Rund 110 Euro. Hier kaufen
B Ball Uno: Einfaches Einführen. Sitzt fest. Für Einsteiger geeignet. Kombiniert mit anderen Toys kann er heftige Orgasmen bringen. Rund 34 Euro. Hier kaufen
Satisfyer Pro Penguin: Liegt mit seinem weichen Material angenehm in der Hand. Intensiv, günstig und wasserdicht. Rund 28 Euro. Hier kaufen
Lumunu Deluxe Mini Wand: Aufsatz sitzt fest, Kugel gibt bei Druck nach. Starke Vibration. Eher für Sex mit Partner. Rund 40 Euro. Hier kaufen
Flexi Felix: Angenehm, weil das Material so flexibel ist. Die Kette könnte dicker sein und weniger kindisch aussehen. Rund 20 Euro. Hier kaufen
Darling Devil: Erinnert uns an die Art Sex, die wir haben wollen. Reguläre Batterien. Vorne kommt die Vibration bei Druck nicht so gut an.
Satisfyer Pro Deluxe: Hübsch. Die ovale Form kann bei kleineren Händen stören und er hat eine etwas kratzige Kante. Rund 47 Euro. Hier kaufen
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Der erste Eindruck unserer Testpalette ist positiv. Verarbeitung, Preis und Leistung sind uns am wichtigsten, da sind wir uns einig. 

"Ich kenne so viele Mädels, die haben nur Schrott", sagt Sophie und erinnert sich an ihren ersten Vibrator "Johnny", den sie als Gag geschenkt bekommen hatte. "Früher habe ich die Finger benutzt, heute wäre ich dafür zu faul. Ich hole lieber das Spielzeug raus."

Im Wohnzimmer quatschen wir zur "Chillout Lounge"-Playlist über Männer, Job und Alltag. So langsam werde ich kribbelig und möchte das Thema sanft in erotische Bahnen lenken. Zu Ananas, Schokolade und Früchtetee serviere ich Sophie Hardcore-Streifen. 

Nachdem wir ausführlich diskutiert haben, wie künstlich (aber auch heiß) die Hauptdarstellerin aussieht, sind wir bereit, vom Sofa ins Bett zu wechseln. Der Laptop mit der Pornosammlung kommt mit. 

Wir ziehen unsere Wäsche aus und nehmen zwei Geräte von Satisfyer: den "Pro Penguin" und "Pro Deluxe". 

"Ich würde alles mit dir testen", sagt Sophie, "aber ich gucke dich auch gerne nackt an." Mit so einem Kompliment und Kerzenschein kann's losgehen. 

Anfangs beschreiben wir uns gegenseitig genau die Geräte. Unter unseren Decken vibriert es mal lauter und mal leiser. Die Satisfyer erregen die Klitoris über Druckwellen. Elf Intensitätsstufen rattern hoch und runter, bis wir die Passende gefunden haben. Dann sind wir ruhig. 

Auf dem Laptop auf der Fensterbank treibt es ein Mann mit zwei Frauen. Ich spüre ein Ziehen im Bauch. Sophie stöhnt leicht und befeuert meinen Orgasmus. Wir kommen kurz nacheinander, schauen uns an und lachen. 

Von der Stimulation pocht meine Klitoris so stark, als würde sie hyperventilieren. Ich freue mich, die Erlebnisse mit einer Freundin vergleichen zu können. Die Situation ist weder peinlich noch schamhaft, sondern befreiend. Wir wollen direkt weitermachen.

An Tagen, an denen ich viel Zeit und Lust habe, mache ich mir bis zu zwölf Orgasmen.

Auch Sophie sieht Selbstbefriedigung als "Quality Time": "Ich versuche, es mir regelmäßig zu machen, weil es mich entspannt." Eine volle Schublade mit Toys sorgt für genug Abwechslung. 

Nach den Klitoris-Stimulatoren testen wir verschiedene Vibratoren von Fun Factory. "Moody" und "MiSS Bi" überraschen uns besonders. 

Mit ihren bunten Farben sehen sie verspielt aus, befriedigen aber zielgenau. "Darling Devil" und "Laya II" enttäuschen dagegen eher. 

Egal, der Spaß steht im Vordergrund. Es dauert etwas länger, bis wir uns fallenlassen können. Aber dann törnen wir uns gegenseitig an und fühlen eine gewisse Verbundenheit. Einen vergleichbaren Abend mit anderen Freundinnen können wir uns beide trotzdem nicht vorstellen. "Ich erzähle lieber, wie ich gefickt werde, statt wie ich mich selbst ficke", sagt Sophie.

Nach vier Aufwärmrunden gelangen wir bei Sextoys für den Po an.

Sophie hat mit Toys wie dem Buttplug "B Ball Uno" und der Analkette "Flexi Felix" keine Erfahrung, ist aber auch nicht abgeneigt. "Man muss sich damit Zeit lassen und entspannt sein", rate ich ihr. 

Als Sophie sich am Ende traut, ist sie überwältigt vom intensiven Orgasmus. Mit einem Toy im Po und einem in der Muschi fühlt sich der Höhepunkt noch heftiger an. Strahlend und schwer atmend sackt sie zurück ins Kissen. Ein gutes Gefühl, sie so zu sehen. Den Plug habe ich ihr geschenkt. Es war wohl nicht sein letzter Einsatz.

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Today

Knappe Mehrheit in der Türkei für Erdogans Machtpläne
EU-Politiker fordern ein Ende der Beitrittsverhandlungen

Die Türkei wird in ein Präsidialsystem umgewandelt: Bei dem Referendum am Sonntag stimmte nach Angaben der türkischen Wahlkommission eine Mehrheit der Bürger für eine entsprechende Verfassungsänderung. Erdogans Plan, dem Staatsoberhaupt – also sich selbst – mehr Macht zu verleihen, scheint damit aufgegangen.

Das Ergebnis war allerdings denkbar knapp: Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Montagmorgen, nach Auszählung fast aller Stimmen liege das "Ja"-Lager bei 51,4 Prozent; 48,6 Prozent hätten für "Nein" gestimmt. In den Städten Ankara, Antalya, Izmir und Istanbul vortierte demnach eine Mehrheit für "Nein". Die Wahlbeteiligung lag bei 84 Prozent. (SPIEGEL ONLINE)