Bild: Annika Eliane Krause

Wie eine "zerkochte Makkaroni", genauso fühlt sich Sandra Corleones Unterleib nach einem Jahr Sex mit ihrem Ehemann Sonny an.

Das Problem, das die Frau in Mario Puzos Bestseller "Der Pate" hat: Der Penis ihres Mannes ist einfach zu groß – und ihre Vagina, im Grunde ihr gesamter Beckenboden, scheint durch den Sex vollkommen überdehnt, wenn nicht gar ausgeleiert.

"Als ich sah, was Sonny da für einen Ständer hatte, und merkte, dass er den in mich reinstecken wollte, da habe ich Zetermordio geschrien", sagt Sandra über ihr gemeinsames erstes Mal in der mehrfach ausgezeichneten, für die Literatur- und Filmhistorie bedeutenden Geschichte

In der Vögelkunde gehen wir dieses Mal Sandra Corleones Empfinden nach – und fragen: Verändert sich die Vagina tatsächlich durch Sex?

"Ja, das tut sie", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte – und das sei auch gut so

Anatomisch gesehen ist die Vagina ein etwa acht bis zwölf Zentimeter langer Schlauch. Seine Hauptbestandteile: Feine Hautschichten mit Sekretdrüsen, eine dünne Schicht Muskulatur und Bindegewebe.

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"Bei Frauen, die bisher keinen Sex hatten, ist die Vagina noch sehr eng", sagt Albring. Die erste Dehnung durch den Penis kann deshalb wehtun. Damit beim ersten Geschlechtsverkehr möglichst keine oder nur wenige Schmerzen aufträten, brauche es daher viel Vertrauen und ausreichend Zeit.

"Und auch Erregung, wodurch die Sekretdrüsen, die am Eingang und im Muskelschlauch der Vagina sitzen, ein Sekret, also eine Art natürliches Gleitmittel ausschütten", sagt Albring.

Dadurch könne der Penis leichter und ohne Verletzung der Schleimhaut in die Vagina gleiten.

Je mehr Erregung, desto weniger Schmerzen

Angst, dass sich das schmale Organ durch zu viel Geschlechtsverkehr immer mehr weitet und schließlich ausleiert, bräuchten Frauen jedoch nicht zu haben.

"Bindegewebe und Muskeln der Vagina werden durch das Eindringen des Penis zwar gedehnt, häufiger Sex – selbst mehrfach täglich – dehnen die Vagina selbst jedoch nicht weiter aus", sagt Albring. Vorausgesetzt, es bestünden keine erheblichen Größenunterschiede zwischen Vagina und Penis. 

Es gebe aber Situationen, bei denen Vorsicht geboten sei: "Dringt der Mann tiefer in die Vagina ein, als es die Anatomie der Frau zulässt – etwa, weil der Penis länger ist als die Vagina –, können die Bänder überdehnen, die Vagina und Gebärmutter im Beckenboden fixieren." 

Dasselbe gelte für zu heftigen Sex oder einen zu dicken Penis. Daher die Regel: "Ab dem Moment, in dem der Penis in der Vagina schmerzt, heißt es aufhören oder zumindest deutlich vorsichtiger weitermachen", sagt Albring.

Im schlimmsten Fall könnten die Bänder sogar dauerhaft überdehnen.

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Leichte Überdehnungen seien zwar schmerzhaft, heilen in der Regel jedoch von ganz allein wieder aus. Dringt der Mann hingegen viel zu tief – vielleicht sogar gegen den Willen der Frau – in die Vagina ein, kann das zu schweren Verletzungen führen.

In diesem Fall werden die Bänder mitunter nicht nur dauerhaft überdehnt, sie können sogar einreißen.

Habe eine Frau das Gefühl, ihre Vagina sei zu weit, liege das in der Regel nicht an dem schlauchförmigen Geschlechtsorgan, sondern am Beckenboden mit seinen Muskelschichten und Bändern, die die Vagina umschließen. "Sind die Muskeln des Beckenbodens angespannt, drücken sie auch die Vagina zusammen und sie fühlt sich enger an."

Die gute Nachricht: Wie alle Muskeln lassen sich laut Albring auch die des Beckenbodens trainieren – etwa, indem die Frau sie gezielt an- und entspannt.

Das geht zum Beispiel so: Beim Wasserlassen auf der Toilette (Beckenbodenmuskulatur ist entspannt) versuchen, den Urinstrahl zu unterbrechen (Muskeln spannen sich an). 

Und noch etwas gilt es zu beachten: Je öfter und länger eine Frau Sex habe, desto mehr Reibung müsse ihre Vagina aushalten, so Albring.

Werde diese mechanische Belastung zu stark, könne auch die sehr dünne und empfindliche Haut aufreißen. Auch das ist ein eindeutiges Zeichen, eine Pause einzulegen.

"Denn im Gegensatz zu Verletzungen auf der äußeren Haut, können sich Verletzungen und Schürfwunden in der Vagina durch die Wärme und die Feuchtigkeit, aber auch durch die Anwesenheit zahlreicher Keime schneller entzünden."

Wenn es zwickt, schmerzt oder gar blutet, dann heißt es also: unterbrechen – und sich anderweitig vergnügen.


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