Erdbeere, Schokolade, Popcorn – Kondome gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Dazu sind sie extra dünn, extra noppig oder extra glitschig, je nachdem, was beim Sex gefällt. 

Wichtig ist jedoch nicht so sehr, wie sich das Präservativ beim Sex anfühlt oder schmeckt, sondern dass es hält – bereits ein Riss im Gummi hebt die Schutzfunktion auf.

Die Vögelkunde soll dieses Mal klären: Worauf muss ein Paar achten, damit das Präservativ beim Sex nicht kaputt geht? Und: Gibt es Inhaltsstoffe, die Kondome kaputt machen?

"Die gibt es", sagt Elisa Naranjo von "Einhorn", einer Berliner Kondomfirma. Naranjo ist hier für das Thema Nachhaltigkeit zuständig. Die meisten Kondome bestehen aus Naturkautschuk, sagt sie. "Und alles, was fettig ist, greift die Schwefelverbindungen in diesem Gummi an und macht es porös."

Gleitmittel auf Ölbasis, Kokos- und Massageöle sind also tabu. Ebenso wie das Einschmieren des Kondoms mit Butter oder Nutella – ja, auch das haben Menschen schon ausprobiert, erfährt jeder, der sich in Sexforen umsieht.

"Ok, ich muss kurz noch was holen!"(Bild: Unsplash)

Damit weniger Leute auf solche Ideen kommen, sind die meisten Kondome schon von vornherein mit einem speziellen Gleitfilm überzogen und dadurch feucht. Das verbessert die Rutschfähigkeit des Gummis. Auch Gleitmittel, die auf der Basis von Silikonöl oder Wasser hergestellt werden, sind zum Einreiben des Präservativs in Ordnung.

Damit der Sex mit Kondom tatsächlich sicher ist, gilt es jedoch, noch einige andere Regeln zu beachten:

Die richtige Lagerung.

In der Regel sind Kondome vier Jahre haltbar. Doch wenn sie im Sommer zu lange in der Sonne liegen oder auf dem Armaturenbrett des Autos vor sich hin schmoren, greifen Hitze und UV-Strahlen den Kautschuk an und das Gummi kann leicht reißen, erklärt die Expertin. 

Wichtig sei auch, dass man das Kondom vorm Benutzen nicht zu starker Belastung aussetzt. Wer es beispielsweise immer in der Hosentasche trägt, der setzt sich womöglich drauf, zieht es beim Aufstehen auseinander, knüllt es mit der Hose zusammen oder wirft es in die Ecke. "All das sind mechanische Kräfte, die das Material des Kondoms beanspruchen und dazu führen, dass es beim Sex leichter kaputt geht", sagt Naranjo.

Vorsicht, in Taschen wie diesen lauert Gefahr!(Bild: Unsplash)

In der Kulturtasche sollte man sein Kondom ebenfalls nicht aufbewahren – oder zumindest nicht ungeschützt. Denn in den Beuteln befinden sich oft auch die Nagelschere oder andere spitze Gegenstände. "Picken die mal kurz in das Präservativ, ist die Schutzfunktion dahin", sagt Naranjo. 

Ähnliches gilt für Männer und Frauen mit Intimpiercings. Damit die das Gummi beim Sex nicht durchstechen, sollten sie vor dem Geschlechtsverkehr abgenommen werden.

Das Kondom richtig anziehen.

Damit das Präservativ richtig hält, muss man es auf den erigierten Penis ziehen, erklärt Naranjo. "Und zwar nur eins!"

Zieht der Mann sich zwei Kondome über sein Glied, sorgt das nicht etwa für doppelten Schutz. Stattdessen verstärkt sich die Reibung – das Kondom bekommt schneller Risse.

Stülpt der Mann das Gummi aus Versehen verkehrt herum über, sollte es direkt wieder abgezogen und entsorgt werden. Denn wenn es einmal auf dem Penis saß und dann umgedreht wird, können sich schon Lusttropfen darauf befinden, von denen eine Frau schwanger werden kann. 

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Vorsicht beim Sex in der Badewanne.

Manche fragen sich auch, ob sie Kondome in der Dusche oder Badewanne verwenden können. "Grundsätzlich gibt es da kein Problem", sagt Naranjo. Allerdings sollte das Paar darauf achten, dass das Kondom während des Geschlechtsverkehrs nicht verrutscht – das gilt jedoch nicht nur für Sex im Wasser, sondern auch für den im Bett.

Auch beim Verwenden von Badezusätzen ist Vorsicht geboten: Badezusätze auf ölhaltiger Basis machen das Kondom porös und können seine Reißfestigkeit beeinträchtigen.

Aber bitte mit Schutz!(Bild: Unsplash)
Kein Kondom ohne CE-Zeichen verwenden.

In Europa gelten Kondome als Medizinprodukte. In Deutschland müssen sie daher gemäß der europäischen Norm ISO 4074 unter anderem so stabil sein, dass sich im Test mindestens 18 Liter Luft hineinpumpen lassen, ohne dass es platzt. Jedes Kondom wird außerdem einzeln elektronisch getestet, um Mikrorisse zu vermeiden.

Ob das Kondom diese Verfahren durchlaufen hat, lässt sich am CE-Zeichen erkennen, eine spezielle Qualitäts-Kennzeichnung.

Auch im Ausland sollte man auf das Prüfzeichen achten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem rät Naranjo, seine Kondome schon vor der Reise zu kaufen. Auch wenn Paare ihre Präservative übers Internet bestellen, sollten sie sicherheitshalber noch mal kontrollieren, dass die Verpackungen über die Kennzeichnung verfügen. Fehlt sie, dann heißt es: "Ab in den Müll!"


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