"Es begann bereits in der Grundschule"

Nora geht noch zur Grundschule, als sie sich das erste Mal selbst verletzt. Ohne zu wissen weshalb, legt sie ihre Hand auf die heiße Kochplatte. Sie verbrennt sich – und wiederholt das in den darauffolgenden Jahren immer wieder. Sie kratzt sich ihre Wunden auf und schlägt sich mit Werkzeugen gegen die Knochen.

Brauchst du Hilfe?

  • Du wirst gemobbt, bist selbst Mobber oder brauchst Unterstützung bei einem Problem?
  • Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" erreichst du unter 0800 / 0116016. Hier erreichst du den Chat.
  • Auch die Telefonseelsorge kann helfen: 0800 / 1110111.
  • Hier findest du weitere Angebote in scheinbar ausweglosen Situationen.

Nora redet mit niemandem darüber, dass sie sich fast täglich Wehtut. In der Pubertät fängt sie auch an, sich zu schneiden, an den Armen, manchmal an den Beinen. Nora hat zwar Freunde, trotzdem bemerkt niemand, dass sie auch im Hochsommer langärmlig trägt. Erst ihre Hausärztin spricht Nora auf ihre Narben an. 

In Deuschland haben sich zwischen 25 bis 35 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal absichtlich selbst verletzt.

Damit gehören wir im Europavergleich zu den Ländern mit den höchsten Fallzahlen. (Ärzteblatt)

Betroffene versuchen mit dem körperlichen Schmerz die eigenen Gefühle zu regulieren. Dabei laufen sie Gefahr, sich Wunden zuzufügen, die gefährlich sind. Und selbst wer aufpasst, trägt die Narben ein Leben lang mit sich.

Selbstverletzendes Verhalten ist eine Erkrankung, die sich nur mit Diagnose richtig behandeln lässt. 

Wer sich regelmäßig verletzt, sollte sich dringend Hilfe suchen. Die Hürde kann groß sein, jemanden persönlich anzusprechen. Internetseiten wie das Sorgen-Tagebuch helfen auch anonym weiter.

Nora hat es geschafft und führt heute ein zufriedenes Leben. Wenn sie den Wunsch hat, sich selbst zu verletzen, hat sie Wege, ihre Gefühle zu verarbeiten, ohne sich dabei wehzutun. 

Im Video oben erzählt sie ihre Geschichte. 

Diese Bekenner-Videos sind bereits erschienen:

1/12

Gerechtigkeit

Was soll ein sexpositiver Sex-Shop sein? Wir haben uns einen angeschaut
"Wir sehen uns als Teil einer sexpositiven Bewegung."

"Fuck Yeah" – so nennt sich das Kollektiv, das sich dem schmuddeligen Ruf von Sexshops entgegenstellen will. Sie haben im Juli einen feministischen Sexshop in Hamburg eröffnet und wünschen sich vor allem eines: Dass sich Menschen, egal welchen Geschlechts und egal welcher sexuellen Orientierung, im Laden wohlfühlen. Und dass sie sich offen und ohne Scham über Sextoys informieren können.

Damit wollen sie sich von herkömmlichen Sexshops abgrenzen. Doch inwiefern? Nach welchen Kriterien haben sie ihren Laden gestaltet? Welche Produkte gelten als feministisch, welche als anti-feministisch?

Wir haben uns mit zweien der Gründer getroffen und uns in ihrem Laden umgeschaut. Die Antworten gibt's oben im Video.