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Fessel, Würgeschlinge, Staubsauger: Wer bei der Selbstbefriedigung mehr als die eigenen Hände braucht, greift manchmal zu kreativen Mitteln. Alles völlig in Ordnung, doch Vorsicht: Manche Methoden sind sehr riskant, wie eine Statistik zeigt.

Jedes Jahr sterben in Deutschland Menschen während der Selbstbefriedigung.

Die Rechtsmedizin zählt zwar nur etwa ein bis zwei solcher Todesfälle im Jahr pro einer Million Einwohner. Doch die Dunkelziffer soll sehr hoch sein. Denn Angehörige, die Tote finden, schämen sich häufig für die Art des Ablebens – und geben offiziell andere Gründe an. 

In Deutschland könnten jedes Jahr etwa 80 bis 100 Menschen bei der Selbstbefriedigung sterben, schätzt ein Rechtsmediziner. 

Wie kann das passieren?

Die sogenannten "autoerotischen Todesfälle" geschehen am häufigsten durch Sauerstoffmangel. Menschen würgen sich selbst, legen sich Schlingen um den Hals oder stülpen sich Plastiktüten über den Kopf. Der Grund: "Man vermutet, dass Sauerstoffmangel euphorisierend wirkt und zusammen mit einem Orgasmus soll es absolut Wahnsinn sein", sagte der Rechtsmediziner Harald Voß.

Im Hirn oll durch die Kombination aus sexueller Erregung und Sauerstoffmangel Dopamin ausgeschüttet werden – also ein ähnliches Gefühl wie bei einem Drogentrip.

Oft sei dieser Reiz wichtiger als die potenzielle Gefahr: "Dass man bewusstlos wird, geht schneller als die Leute denken. Wenn zum Beispiel beide Halsschlagadern abgepresst werden, dauert es maximal 30 Sekunden", sagt Voß. (SPIEGEL ONLINE)

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Stromschläge durch Gegenstände, die bei der Masturbation benutzt werden. Und Staubsauger. Denn die sind offenbar schon seit längerer Zeit ein Favorit bei Männern – mit Risiko. Schon 1978 schrieb der Urologe Michael Alschibaja Theimuras eine Doktorarbeit mit dem Titel "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern".

Bekannte Fälle
  • Erst vor wenigen Wochen kam es in Hessen zu einem solchen Fall: Ein 35-jähriger Mann hatte sich im Keller seines Elternhauses eine Art Porno-Raumschiff gebaut, inklusive Würgeschlinge. Die Konstruktion war mehrfach mit Schlössern gesichert und ließ sich offenbar nicht schnell genug wieder öffnen. Die Maschine strangulierte den Mann. (Bild)
  • Eine ältere Frau aus Halle soll ihren Sohn tot aufgefunden haben, der sich Teile einer Lichterkette an den Körper geklemmt hatte, um sich mit Stromstößen zu erregen. Die Mutter soll die Lichter zunächst weggeräumt haben, weil es ihr unangenehm war. Den Rechtsmediziner Harald Voß machten aber Verbrennungen stutzig. Auf Nachfrage kam so die wahre Todesursache heraus. 
Schauspieler David Carradine starb 2009 in einem Hotel in Bangkok.
  • "Kill Bill"-Darsteller David Carradine ist 2009 tot im Kleiderschrank eines Luxushotels in Thailand gefunden worden. Dort soll er sich bei der Masturbation selbst stranguliert haben. (FAZ)
  • Ebenfalls in einem Hotelzimmer gefunden wurde INXS-Sänger Michael Hutchence. Er hatte sich 1997 mit einem Gürtel zu stark gewürgt.
  • Ein besonders interessanter Fall kommt aus Hamburg. Dort habe sich ein Mann mit Scheiblettenkäse belegt, dann seinen Oberkörper mit einer Nylonstrumpfhose eingepackt, sich einen Regenmantel und einen Taucheranzug übergezogen und sich so vor die Heizung gesetzt. (SPIEGEL ONLINE)
Übrigens: 

Frauen sterben deutlich seltener während der Masturbation: "Das gibt es auch bei Frauen", sagt Harald Voß, "aber es kommt seltener zum Tod, weil Frauen offensichtlich vorsichtiger sind und nicht so viele Raffinessen einbauen."


Art

Carsten war obdachlos – jetzt fotografiert er teure Hochzeiten und reist um die Welt

Hochzeiten – das sind Bräute in aufwendigen Kleidern, Bräutigame in maßgeschneiderten Anzügen, Paare, die durch blumengeschmückte Ballsäle tanzen, dazu Gäste Champagner.

Events wie diese sind der Arbeitsplatz von Carsten Schertzer, 24, aus Los Angeles. Er fotografiert teure Hochzeiten, umgibt sich mit den Reichen – dabei lebte er vor einigen Jahren selbst noch auf der Straße. Mit 16 verließ er sein Zuhause, schlief in Parks oder bei Freunden und träumte davon, sein Geld mit Skateboarding-Fotos zu verdienen. Mit 18 entschied er sich dann, es als Hochzeitsfotograf zu versuchen.

Inzwischen kann er von der Fotografie leben, hat sein eigenes Studio, gewinnt Auszeichnungen und reist für Shootings nach Hong Kong oder Prag.

Im Interview erzählt Carsten Schertzer, wie er es geschafft hat, sich hochzuarbeiten. Und warum er sich manchmal doch noch danach sehnt, nachts über Zäune zu klettern.