Bild: Imago/Westend61

Es ist ein Phänomen, das immer mal wieder auftritt: Die Freundin, die "eigentlich total heterosexuell" ist, will nach ein paar Drinks plötzlich knutschen. Oder der Kumpel, der öfter mal einen Schwulen-Witz macht und nach dem dritten Bier auf einmal ganz anhänglich wird. 

Manche Menschen haben betrunken scheinbar mehr Interesse am eigenen Geschlecht als nüchtern. Wissenschaftler haben sich damit jetzt in einer Studie beschäftigt, die im "Journal of Social Psychology" erschienen ist.

Worum ging es in der Studie?

Es ging darum, welchen Effekt Alkohol auf sexuelle Entscheidungen hat. Genaugenommen sollte herausgefunden werden, ob sich heterosexuelle Menschen unter Alkoholeinfluss auch für Partner des eigenen Geschlechts interessieren.

Die These war: Je mehr Menschen trinken, desto schwuler werden sie.

Und wie wurde das untersucht?
  • An der Studie nahmen Menschen teil, die sich spätabends bis nachts in einer Gegend mit diversen Bars aufgehalten haben. 
  • Zunächst mussten die Teilnehmer ihr Geschlecht, ihren Bildungsstand und ihre sexuelle Orientierung angeben. Außerdem wurde abgefragt, wie viele alkoholische Drinks sie getrunken hatten. 
  • Danach wurden ihnen verschiedene Fotos gezeigt, danach mussten sie dazu Fragen beantworten. 
  • Auf den Fotos waren Männer oder Frauen zu sehen, die alleine in Bars sitzen und sich mit dem Barkeeper unterhalten. Danach mussten die Teilnehmer die Fotos bewerten und Handlungen nach Attraktivität bewerten.
Wer hat teilgenommen?

Die Ergebnisse basieren auf den Aussagen von 83 Teilnehmern – 51 Männer und 32 Frauen. Das Alter wurde zwar abgefragt, aber nicht mit aufgenommen. Laut der Studie sollten damit Teilnehmer geschützt werden, die nach dem Gesetz noch keinen Alkohol trinken dürfen.

Was kam dabei heraus?

Die Reaktionen der Frauen lieferten kein eindeutiges Ergebnis. Während einige Frauen nüchtern an manchen Männern erst gar kein Interesse hatten, wuchs das Interesse mit mehr Alkohol. Aber ganz egal, ob sie Fotos von Männern oder von Frauen sahen – je mehr Alkohol sie getrunken hatten, desto höher wurde ihr sexuelle Interesse. 

Anders sieht es bei den Männern aus: Grundsätzlich waren die heterosexuelle Männer immer an Frauen interessiert, egal ob nüchtern oder betrunken. Je mehr Alkohol Männer allerdings trinken, desto mehr interessieren sie sich auch für das eigene Geschlecht. 

Bei mehr als zehn Standard-Drinks (also Bier oder ein Mischgetränk) war das Interesse an Frauen und Männern sogar gleich.

Brian Kinney gefällt das.

(Bild: Giphy )
Warum ist das so?

Für die Ergebnisse gibt es laut der Studie verschiedene Gründe. Menschen, die Alkohol trinken, legen Hemmungen und Ängste ab. Dadurch sinkt die Bereitschaft nur das zu tun, was von einem "erwartet werde". Wer mehr trinkt, denkt darüber weniger nach. So kann Alkohol dazu führen, dass Menschen Dinge tun, die ihnen sonst unangenehm sind.

Hinzu komme außerdem, dass bisexuelle Frauen in der amerikanischen Gesellschaft eher akzeptiert seien als bisexuelle Männer. Das läge auch an kulturellen Einflüssen aus Filmen oder Popsongs, in denen sehr viel öfter zwei Frauen zu sehen seien und seltener zwei Männer.


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So protestieren US-Bürger gegen das drohende Aus von Obamacare

Jetzt hat es Donald Trump doch noch geschafft: Mit einer knappen Mehrheit bestätigten die Republikaner am Donnerstag ein neues Gesetz, das die Reform der Krankenversicherung "Obamacare" vorsieht (bento). Offiziell heißt das neue Gesetz "American Health Care Act", kurz AHCA. 

Eine brisante Änderungen im Vergleich zu Obamacare ist nun in der Kritik: 
  • Versicherungen ist es erlaubt, Menschen mit bereits bestehenden Krankheiten – auf Englisch "pre existing conditions" – abzulehnen oder ihre Beiträge zu erhöhen ("New York Times"). 
  • Besonders bitter ist, dass für manche Versicherungen auch Vergewaltigung oder Gewalt in der Ehe als "pre existing condition" gelten.