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Gut oder schlecht?

Und dann ist er da: der Moment, in dem klar ist, dass man ein Baby bekommt – oder eins gezeugt hat. Geplant, zufällig oder ganz plötzlich. Wenn man von einer Schwangerschaft erfährt ist, ist das immer eine Ausnahmesituation. Etwas ganz Besonderes. Aber wie – wie genau fühlt sich das an?

Wir haben fünf Menschen eine Frage gestellt: Wie war das, als klar war, dass sich dein Leben drehen wird?
Nora, 26, aus Mainz
Nora studiert Biologie und macht eine Ausbildung zur Heilpraktikerin​
"Ein faszinierender Vorgang"

"Ich weiß seit Mitte Juni, dass ich schwanger bin – und hatte überhaupt nicht damit gerechnet.

Den Test habe ich nur gemacht, um sicher zu gehen, dass nichts ist. Im ersten Moment waren mein Freund und ich ziemlich geschockt. Ich habe nur dagesessen und gedacht: Oh mein Gott.

Kurz habe ich an Abtreibung gedacht, war mir aber schnell sicher, dass ich es behalten möchte. Mein Freund hat erst einmal mit seinem besten Freund telefoniert. Als wir uns beruhigt hatten, konnten wir uns freuen.

Wenn du plötzlich schwanger bist – die Fotografin Marta Giaccone hat junge Mütter fotografiert:
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Doch dann begann ein ziemliches Auf und Ab. Ich schwankte zwischen: 'Ach du Scheiße, wie soll das alles gehen?' – und 'Das wird schon, ist doch alles in Ordnung'. Zum Glück haben unsere Familien positiv reagiert. Ich bin erst seit Anfang des Jahres mit meinem Freund zusammen.

Ich war sehr erleichtert, dass er zu mir steht und sich nicht direkt verabschiedet hat. Diese Belastung hätte bestimmt nicht jede Beziehung ausgehalten. Jetzt freue ich mich eigentlich nur noch. Es ist ein faszinierender Vorgang, wenn so ein kleiner Mensch in einem heranwächst.

Man hört viele Horror-Storys
Nora

Ich kann es kaum erwarten, mein Baby in den Armen zu halten, auch wenn es viele Dinge gibt, die mir Angst machen: die Geburt, da hört man ja schlimme Horror-Storys. Die Verantwortung für einen Menschen zu tragen. Prinzipiell habe ich mir schon Kinder gewünscht. Nur hätte ich damit gerne noch fünf Jahre gewartet.

Aber ich denke, es hat auch Vorteile, während des Studiums Kinder zu bekommen. Jetzt bin ich noch flexibel. Zurzeit suchen wir eine Klinik für die Geburt und haben schon einige Kreissaalführungen gemacht. Im Januar ist es soweit."

Angèle, 29, aus Hofheim
Angéle arbeitet als Clownin
"Werde ich das schaffen?"

"Zurzeit bin ich im fünften Monat schwanger mit meinem zweiten Kind. Mein Freund und ich haben uns das Kind gewünscht und schon länger nicht mehr verhütet.

Oft war ich enttäuscht, wenn der Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist. Als es dann soweit war, bin ich unsicher geworden. Eigentlich wollte ich ein zweites Kind, habe dann aber Schiss bekommen: War es die richtige Entscheidung? Werde ich das schaffen mit zwei Kindern?

Jetzt werde ich einfach nur dick
Angèle

Ich habe angefangen, alles zu hinterfragen und war hin- und hergerissen. Aber seitdem die ersten Monate überstanden sind und es mir körperlich besser geht, ist es richtig cool. Jetzt freue ich mich auf den Sommer, das Baby und darauf, dass die Schwangerschaft vorbei ist.

Solange man schwanger ist, weiß man schließlich nicht, was einen erwartet. Beim ersten Kind war alles noch viel spannender. Da habe ich auch die Schwangerschaft mit meinem Freund richtig genossen, wurde jeden Tag massiert und wir sind noch einmal groß verreist.

Beim zweiten Kind ist alles nicht mehr so aufregend. Jetzt werde ich einfach nur dick. Kleiner Spaß, wir freuen uns auf unser Baby und auf den nächsten Lebensabschnitt."

Julian, 28, aus Pforzheim
Julian ist Büroangestellter​
"Ich war sprachlos"

"Von der Schwangerschaft habe ich an einem Freitag erfahren. Ich war noch auf der Arbeit, als mir meine Frau schrieb, ich solle heute früher Feierabend machen, sie müsse mit mir reden. Ab da wusste ich, es ist etwas im Busch. Als ich nach Hause kam, hat sie mir ein Paar Babyschuhe zusammen mit dem positiven Schwangerschaftstest gegeben.

Im ersten Moment war ich einfach nur sprachlos. Ich konnte überhaupt nichts sagen. Innerlich habe ich mich total gefreut und sie auch direkt in den Arm genommen.

Ich habe Respekt vor dieser Aufgabe
Julian

Aber reden konnte ich erst nach ein paar Minuten wieder. Meine Frau und ich wollten eigentlich erst in ein paar Jahren mit der Familienplanung beginnen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir jetzt schon so schnell Eltern werden. Vor allem, da meine Frau erst kürzlich ihre Ausbildung zur Logopädin abgeschlossen hat.

Jetzt ist es passiert und wir finden es toll. An Weihnachten ist es soweit. Obwohl ein Christkind schön wäre, wünscht sich meine Frau, dass es noch vorher kommt, damit Geburtstag und Weihnachten nicht zusammenfallen. Während der letzten Monate haben wir viel darüber geredet, wie wir das Kind erziehen wollen.

Nur wenn wir die gleichen Vorstellungen haben, können wir an einem Strang ziehen. Ich habe Respekt vor der Aufgabe, ein Kind zu erziehen. In ein paar Wochen tragen wir schließlich die Verantwortung für ein Menschenleben."

Jana, 22, aus Gau-Odernheim
Jana ist Bankkauffrau
"Erste Reaktion: Mama anrufen"

"Als ich von der Schwangerschaft erfahren habe, war meine erste Reaktion: Mama anrufen. Ich war super erleichtert, dass sie direkt gesagt hat: 'Wir ziehen das zusammen durch.'

Das war mir ganz wichtig, denn das Kind war nicht geplant. Mein Freund und ich waren zu dem Zeitpunkt erst zweieinhalb Jahre zusammen und ich war auch noch relativ jung. Aber mein Freund hat sich total gefreut und gesagt, dass er das Kind auf jeden Fall bekommen möchte.

Wir haben unser Leben umgekrempelt
Jana

Trotzdem hatte ich Angst davor, mit der Aufgabe überfordert zu sein und irgendwann die Entscheidung zu bereuen. Außerdem mache ich mir Sorgen um meine Stelle. Vor der Geburt habe ich als Bankkauffrau gearbeitet und mich mit diesem Job sehr wohlgefühlt. Ich war richtig gut.

Nun hat mir unser Personaler zu verstehen gegeben, dass ich nur noch als Teilzeit-Mutti betrachtet werde. Das hat mich richtig geärgert. Seitdem wir von der Schwangerschaft wissen, haben wir unser komplettes Leben umgekrempelt: Wir sind wieder aufs Land in die Nähe meiner Eltern gezogen, haben uns ein familienfreundliches Auto gekauft und einige Bücher gewälzt.

Seit vier Monaten ist unser kleines Mädchen jetzt auf der Welt und wir sind total glücklich. Besonders schön finde ich den Gedanken, mit dem Kind einen Begleiter im Leben zu haben, der immer an meiner Seite ist."

Carmen, 28 aus Münster, Studentin
"Keine Grippe – sondern schwanger"

"Für mich war es ein kleines Wunder, überhaupt schwanger zu werden. Ich habe nämlich eine Hormonstörung, das Polyzystische Ovar-Syndrom. Das bedeutet, dass mein Zyklus öfter aussetzt und die Ärzte meinten, es sei deswegen sehr schwierig, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen.

Deshalb machte ich mir große Sorgen und freundete mich gar nicht erst mit dem Gedanken an, Mutter zu werden. Als mir dann ständig übel war, schloss ich auch nicht direkt auf eine Schwangerschaft. Erst als meine Mutter sagte, ich hätte entweder eine Magen-Darm-Grippe oder sei schwanger, machte ich einen Test – und fiel aus allen Wolken.

Mein Sohn ist ein Glücksfall
Carmen

Für mich ist mein Sohn ein absoluter Glücksfall. Er ist jetzt sechs Monate alt und ich bin total glücklich. Was die Lebensplanung angeht, hätte ich lieber erst in ein paar Jahren Kinder bekommen, denn es ist schon eine große finanzielle Belastung.

Eigentlich studieren mein Freund und ich noch, doch er pausiert zurzeit, damit wenigstens einer arbeiten gehen kann. Zum Glück unterstützen mich meine Eltern. Vor allem, weil mein Freund schon ein Kind mit einer anderen Frau hat und seine Familie überhaupt nicht begeistert war, dass er jetzt schon das zweite Kind in die Welt setzt, ohne einen Job zu haben.

Irgendwann will ich auch mal fertig werden. Während der Schwangerschaft habe ich mich am meisten darauf gefreut, wieder mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich bin schon früh ausgezogen und werde jetzt wieder Weihnachten mit meinen Eltern feiern."

Und du?

Today

Die Polizei fahndet nach Jugendlichen, die einen Obdachlosen angezündet haben sollen

Eine Gruppe Jugendlicher soll versucht haben, am Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße in Neukölln einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Laut Angaben der Polizei Berlin sollen die mutmaßlichen Täter am Sonntag Kleidungsstücke des Mannes und Papier, mit dem er sich zugedeckt hatte, in Brand gesetzt haben.

Dank hinzueilender Passanten konnten die Flammen gelöscht werden. Der 37-jährige Obdachlose blieb so unverletzt. Die Jugendlichen flüchteten anschließend mit einer U-Bahn. Die Polizei wertet das Vorgehen als versuchten Mord.