Warum Dorffeste einfach besser sind als Großstadt-Clubs

Ich bin in einem Dorf in der Nähe von Hamburg großgeworden. Bis zu meinem 16. Geburtstag kannte ich nur den Wochenmarkt, die Tanzschule und das Schützenfest. Damals fand ich das schrecklich langweilig: immer die gleichen Leute, die gleichen Lieder und die gleichen Gespräche. Großstädte hingegen galten als die Verheißung: Volle Clubs, interessante Menschen, gute Musik und feiern, so lange man will.

Ich war erleichtert, als ich endlich alt genug war, das Party-Angebot in der Großstadt zu nutzen. Von da an ging es jeden Freitagabend auf den Kiez, am Samstagmorgen zurück.

Die Stadt war aufregend, anders und laut...

...doch als ich vor etwa drei Jahren wieder mal auf ein Schützenfest ging, merkte ich: Eigentlich gefällt mir diese Art von Party viel besser. Obwohl ich mittlerweile in der Stadt lebe und mich dort auch sehr wohl fühle, feier ich seitdem am liebsten nur noch auf Dorffesten.

Warum? Das erkläre ich dir oben im Video.


Mic Drop auf Snapchat

Mic Drop, das ist: Eine Person, ein Thema, eine Meinung. Jede Woche neu und zuerst bei Snapchat. 

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Haben Frauen die besseren Freundschaften?
Wir haben einen Experten gefragt

Sie ist immer da, hört zu und man kann sie mitten in der Nacht anrufen: die beste Freundin. Was macht Frauenfreundschaften aus? Wir haben den Berliner Psychotherapeuten Wolfgang Krüger gefragt.

Was ist besonders an Frauenfreundschaften? 

Jede Freundschaft ist individuell, aber man kann sagen: Frauen reden eher, Männer unternehmen etwas. Frauen tauschen sich tendenziell gerne über ihr Liebesleben oder private Probleme aus. Männer reden dagegen häufiger über sachliche Themen wie Politik, oder gehen gemeinsam einer Aktivität nach. Studien zeigen, dass zwei Drittel aller Männer keine Freundschaft haben, in der intime Gespräche üblich sind. Frauen sprechen häufiger über ihre Schwächen und stehen sich solidarisch bei. Männer erzählen eher von ihren Erfolgen. 

Das klingt nach Stereotypen.

Lange versucht man schon, die Geschlechterrollen anzugleichen. Jungen sollen sich für Poesiealben interessieren und Mädchen für Technik. Teils zeigt es Wirkung: Männer können heute einen Kinderwagen schieben, ohne blöde Sprüche zu kassieren. Das war vor 40 Jahren undenkbar. Trotz allem bleiben die typischen Rollenmuster unberührt. Und das wirkt sich auch auf die Freundschaftskultur aus.

Sind Frauenfreundschaften stabiler?

Bis zur Studentenbewegung, bei der Studierende in den Sechzigerjahren auf die Straße gingen, hat man noch geglaubt, Männer seien die besseren Freunde. Ob bei Aristoteles oder Schiller und Goethe – Freundschaft war immer etwas zwischen Männern. Sie waren der Meinung, nur Männer seien freundschaftsfähig. 

Heute wissen wir: Freundschaft ist eine Gesprächsbeziehung, in der man sich verstanden fühlt. Meist führen Frauen tiefere Gespräche.