Für diesen Freund, der behauptet ihm "reichen fünf Stunden"

Der Wecker klingelt, wir fühlen uns platt. Die letzte Nacht war viel zu kurz – genau wie die davor. Am Wochenende mussten wir eine Nachtschicht einlegen, um die Hausarbeit fertig zu schreiben. Und davor wollten wir unbedingt eine komplette Staffel der neuen Serie auf Netflix bingen.

Aber ab wann ist zu wenig Schlaf eigentlich ungesund? Was kann passieren, wenn unser Körper unter Schlafentzug leidet? Wir kennen diese Leute, die behaupten, dass sie nach fünf Stunden Schlaf völlig fit seien – und andere, die jede Nacht zehn Stunden im Bett verbringen. Alles Einbildung oder ist etwas dran?

Wir haben nachgefragt: bei der Professorin Kneginja Richter, Leiterin der Schlafambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg.

Wie viel Schlaf pro Nacht wäre optimal?

"Die meisten erwachsenen Menschen sind Normalschläfer", erklärt Kneginja Richter. "Sie brauchen zwischen sieben und acht Stunden Schlaf." US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass genau diese Länge zum besten Gesundheitszustand und der größten Produktivität am Tag führt. Bei Teenies zwischen 14 und 17 Jahren sind es zwischen acht bis zehn (NHF), ab 65 Jahren nimmt das Schlafbedürfnis eher ab.

Brauchen manche Menschen weniger Schlaf?

Ja, sagt Richter. "Es gibt Menschen, die weniger als sechs Stunden Schlaf benötigen. Andere brauchen mehr als neun Stunden, um dauerhaft leistungsfähig zu sein – wir unterscheiden zwischen Kurz- und Langschläfern." 

Zu welcher Gruppe man zählt, kann man selbst herausfinden. "Wenn man zwei bis drei Tage lang ausschlafen kann und dann merkt, dass man von selbst wach wird und sich ausgeschlafen fühlt, dann hat man die richtige Schlafdauer gefunden." Wir können das im Urlaub oder an einem langen Wochenende testen, wenn wir zu einer normalen Zeit ins Bett gehen – und es keine Babys oder sonstigen natürlichen Wecker in der Wohnung gibt, erklärt Richter.

Was passiert, wenn wir zu wenig schlafen?

"Wenn der Körper ein Schlafdefizit hat, will er es in der dritten oder spätestens vierten Nacht aufholen", sagt Richter. So lange können wir kurze Schlafphasen aushalten, danach wird es kritisch. 

"Man ist unkonzentriert und leicht vergesslich", erklärt Richter. "Das Gehirn wird schneller müde, man kann Aufgaben nicht bis zum Ende folgen, auch körperlich fühlt man sich schlapp." 

Das Gehirn brauche unbedingt genug Schlaf: "Man kann das mit einer Waschmaschine vergleichen", sagt die Professorin. "Das Programm muss bis zum Ende ablaufen, damit wir uns morgens frisch und erholt fühlen. Wenn man es mitten drin abbricht, dann ist der Prozess nicht beendet und wir fühlen uns wie gerädert."

Gibt es auch langfristige Probleme bei Schlafmangel?

"Grundsätzlich leiden Herz und Gehirn, wenn der Körper langfristig zu wenig Schlaf bekommt." Wer dauerhaft zu wenig schläft, setzt also nicht nur Konzentration und körperliche Fitness aufs Spiel – sondern auch die Gesundheit. "Die Gefahr von Fehlern und auch Unfällen steigt durch andauernde Müdigkeit", sagt Richter. Außerdem sinke die emotionale Stabilität.

Ist es egal, wann wir schlafen?

Müssen unsere sieben oder acht Stunden jede Nacht zwischen 22 und 8 Uhr liegen oder können wir die Schlafzeit beliebig verschieben

"Für den Körper ist es ideal, wenn man sich nachts in der Dunkelheit ausruht und tagsüber bei Sonnenlicht aktiv ist", sagt Richter. "Nachts in der Dunkelheit wird das Schlafhormon Melatonin freigesetzt, das für eine erholsame Ruhezeit wichtig ist. Es hat auch eine Bedeutung für Stimmung und Reproduktion." 

Wer zum Beispiel durch Schichtdienst zu anderen Schlafzeiten gezwungen ist, sollte unbedingt in einem dunklen Raum liegen, wenn er den Schlaf tagsüber nachholt. "Die meisten Menschen mit Nachtdienst schlafen insgesamt weniger", sagt die Expertin. "Sie sollten versuchen, trotzdem auf sieben bis acht Stunden Schlaf zu kommen – im Idealfall am Stück." Wer das nicht schafft, kann auch mittags noch einen Power-Nap einlegen. 

Wenn kein langer Schlaf am Stück möglich ist, sollte man versuchen, in zwei Phasen zu schlafen, sagt Richter.

Kann man ein Schlafdefizit aufholen?

Unter der Woche sind wir übermüdet, am Wochenende holen wir den fehlenden Schlaf nach. Oder wir machen am Wochenende die Nächte durch –  um dann Montagabend früh ins Bett zu fallen. Macht der Körper das auf Dauer mit

"In begrenztem Rahmen ist es möglich, Schlaf nachzuholen", sagt Richter. "Das sollte man aber nur als Notlösung sehen, wenn man beispielsweise auf Reisen ist oder es aus anderen Gründen nicht anders geht." Langfristig sei das aber ungesund – und führe zu all den unangenehmen Symptomen, die Schlafmangel mit sich bringt. 

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Gerechtigkeit

Wir haben mit Masha Sedgwick über ihre Abtreibung und den Protest gegen 219a gesprochen
Die Modebloggerin sagt: "Wenn wir jetzt nicht laut werden, wann dann?"

Masha Sedgwick ist eine der bekanntesten deutschen Modebloggerinnen. Die 29-Jährige hat allein bei Instagram mehr als 200.000 Follower. Im Podcast "MatchaLatte" spricht Masha normalerweise mit Blogger-Kollegin Lisa Banholzer über ihr Leben und ihren Arbeitsalltag in der Modewelt. Doch in der aktuellen Folge geht es um etwas ganz anderes.

Darin berichten beide von ihren Abtreibungen. Masha hat vor knapp zehn Jahren abgetrieben. Im Podcast erzählt sie, dass sie trotz Verhütung schwanger wurde. Zu dem Zeitpunkt ging die Beziehung zu ihrem damaligen Partner langsam zu Ende. Daher habe sie sich recht schnell für eine Abtreibung entschieden, ihr Freund sei damit einverstanden gewesen. Später habe er ihr dennoch Vorwürfe gemacht.

Warum erzählt sie gerade jetzt davon? So wie Masha sprechen gerade viele Frauen über ihre Abtreibungen, denn die Große Koaltion hat ihren Kompromiss zu Paragraf 219a verabschiedet, der das sogenannte Werbeverbot für Abtreibungen regelt (SPIEGEL ONLINE). Kritikerinnen und Kritiker sind enttäuscht von der Gesetzesänderung. Sie ändere ihrer Meinung nach nichts daran, dass Frauen es weiterhin schwer haben werden, neutrale Informationen zu finden und Ärztinnen und Ärzte weiterhin dafür kriminalisiert werden, wenn sie diese Informationen bereitstellen.