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Diese "Royal Wedding"-Rede wird bleiben.

Egal, ob die meisten Leute es zugeben oder nicht: Am Samstag hat Deutschland die "Royal Wedding" geguckt. In den sozialen Medien gab es zumindest kaum ein anderes Thema.

So warteten wir alle kollektiv auf die verrücktesten Hüte des Tages (bento), schmolzen bei Amal Clooneys Outfit dahin (bento) und hatten eventuell ein paar Tränen in den Augen, als Meghan Markles Mutter vor Rührung weinte.

(Bild: Giphy )

Doch das absolute Highlight der stundenlangen Live-Übertragung aus Windsor war die Predigt den US-amerikanischen Bischofs Michael Curry. 

Und die geht den Menschen immer noch nicht aus dem Kopf – weil er darin auf wunderbare Art erklärt hat, welche Macht Liebe wirklich hat.

Drei Tage ist die royale Hochzeit nun her, doch der Trubel hört nicht auf. Einerseits, weil am Montag die offiziellen Fotos des Brautpaares und der königlichen Familie veröffentlicht wurden:

(Bild: dpa)

Und andererseits, weil die Hochzeitspredigt von Bischof Curry noch immer nachhallt (Hier kannst du die ganze Predigt auf Englisch lesen). Das liegt nicht nur an Currys enthusiastischem Auftreten, das das sonst stocksteife Königshaus während der Zeremonie sogar zum Lachen (!) brachte, sondern vor allem an der Message. 

Hier ist der gefeierte Teil seiner Rede:

"Liebe ist nicht egoistisch und selbstzentriert. Liebe kann aufopfernd sein und damit auch erlösend. Und diese selbstlose, aufopfernde, erlösende Liebe verändert Leben und kann auch die Welt verändern.
Wenn ihr mir nicht glaubt, haltet kurz inne und stellt euch eine Welt vor, in der die Liebe der Weg ist."

Er beginnt aufzuzählen, wie sich die Welt verändern würde, wenn Liebe der bestimmende Faktor unserer Taten wäre. Und zwar von allen Menschen – ob in der Politik, der Wirtschaft oder im Privaten. 

Wie würden dann unsere Wohnviertel aussehen? Wie unsere Regierungen und Unternehmen?

Wenn Liebe für die Mitmenschen – selbstlos und aufopfernd – der Leitgedanke in allem Tun wäre, würde dann nicht alles besser werden, fragt Curry? Er zählt auf:

"Kein Kind würde mehr hungrig zu Bett gehen müssen [...] Armut wäre Geschichte [...] gäbe es keine Kriege mehr [...]"

Dann beginnt Curry plötzlich, über Feuer zu sprechen: Wie die Entdeckung des Feuers alle weiteren Entwicklungen der Menschheitsgeschichte erst möglich gemacht habe – vom Zubereiten von Lebensmitteln bis hin zur Industrialisierung und den sozialen Medien.

Als Zuschauer war man kurz verwirrt. Was hat das jetzt mit der Hochzeit und mit Liebe zu tun? Curry löst auf:

"Wenn die Menschheit jemals die Energie der Liebe genau so einfängt und bändigt wie die des Feuers", dann würde es zum zweiten mal in der Geschichte unser aller Leben revolutionieren.

Wir müssen die Liebe entdecken – die erlösende Macht der Liebe. Und wenn wir das tun, werden wir aus dieser alten Welt eine neue Welt machen.
Michael Curry.

Hach!

Ja ja, es ist nur eine Rede und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Weltwirschaft Currys Worte zu Herzen nimmt und plötzlich überall Einhörner über Blumenwiesen hüpfen. 

Aber wann immer man keinen Bock mehr auf den ganzen Mist um sich herum hat, kann man nun in Gedanken in diese schöne Welt der Liebe reisen. Und sich vorstellen, dass vielleicht – ganz vielleicht – irgendwann alles gut ist.


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