Bild: Unsplash/Ben White

Jede Woche stellt ein Mitglied der bento-Redaktion seine persönlichen Highlights der Woche vor. Dieses Mal: Julia.


Ich glaube an unsere Verfassung, an das Grundgesetz und unseren Rechtsstaat. Ich glaube daran, dass es Regeln braucht, um eine freie Gesellschaft zu sichern. Und ich bin der Meinung, dass dafür auch mal die Regeln gebrochen werden müssen – um sie immer wieder zu hinterfragen. 

Besetzte Häuser sind ein Beispiel dafür. Sie sind Orte des Widerstands und der kulturellen und gesellschaftlichen Experimente. Ihre Bewohner sind meistens vom linken Rand, politische und soziale Minderheiten, die eine Demokratie braucht, um streitbar zu bleiben.

In Halle aber besetzen jetzt Identitäre ein Haus. Es soll ein "Freiraum für Kultur, Leben und politische Arbeit" werden. 

Sollten auch Rechte das Recht haben, für ihre Ideologie zu werben? Und wo ist die Grenze zwischen konservativ und rechts? Mein Kollege Jan Petter war vor Ort:

Manche meiner Freunde halten mich für krank: Weil ich nach drei sportfreien Tagen nur noch darüber nachdenken kann, wann ich es das nächste Mal schaffe, laufen zu gehen. Weil ich dann extra früh aufstehe, selbst im Urlaub. Weil ich, egal ob Geschäfts- oder Freizeitreise, immer meine Laufschuhe im Gepäck habe. 

Ich bin nicht dick, aber auch nicht sonderlich schlank oder habe einen Six-Pack. Ich bin ganz normal. Ich mache Sport aber auch nicht, um abzunehmen, sondern weil ich mich ausgeglichener fühle, glücklicher bin und besser denken kann. Trotzdem muss ich mir häufig Sprüche anhören wie "du bist aber ehrgeizig" oder "das brauchst du doch gar nicht." 

Unsere Autorin ist sehr schlank und muss sich ähnlichen und anderen Kommentaren aussetzen. Sie hat darüber einen schönen Text geschrieben:

Irgendwie ist es doch jedes Jahr das Gleiche. Noch bevor sich die Vorfreude auf den nächsten Urlaub entfalten kann, bin ich gestresst von einer einzelnen Frage: Wo soll es hingehen? 

Nicht zu teuer sollte es sein, auf keinen Fall touristisch, aber bitte auch nicht zu unbequem. Backpacking ist cooler als All Inclusive, aber auf die Hostelbewohner und die immer gleichen "Und wo warst du überall?"-Unterhaltungen habe ich schon lange keine Lust mehr. 

Wir fragen unsere Freunde, aber viel zu oft ähneln sich ihre Antworten sehr: Frankreich, Spanien, Thailand oder Türkei. In den vergangenen Jahren war auch Portugal häufig dabei.

Umso schöner und erfrischender fand ich die beiden Berichte meiner Kolleginnen über ihre letzten Roadtrips nach Albanien und Irland. 

Weil sie von unentdeckten Abenteuern erzählen, von relativen Entfernungen, holprigen Straßen und fröhlichen Pub-Abenden, bei denen man auch noch lokale Volkslieder lernt. 

Als Arzt in einem Land wie Südafrika zu arbeiten, ist eine Herausforderung. Max Gartenstein entfernte Frauen Brüste im Minutentakt, nähte so viele Schnitt- und Schussverletzungen, wie in Deutschland vielleicht in seinem gesamten Leben nicht. 

Das ist erschreckend, bestürzend aber es lehrt einen auch zu schätzen, was man an zu Hause hat. 

So jedenfalls hat Max seinen viermonatigen Aufenthalt als Medizinstudent in Kapstadt empfunden. 

In seinem Text erzählt er, was er alles erlebt hat:


Fühlen

Was würdest du aus deiner brennenden Wohnung retten?
Dinge, die uns viel bedeuten

Auf den ersten Blick sind es einfach nur Gegenstände. Nicht einmal besonders wertvolle. Ein Notizbuch zum Beispiel, oder ein Album. 

Doch für manche können sie viel mehr als das sein: Dinge, die wir als erstes retten würden, wenn unser Haus brennen oder Wasser in die Wohnung laufen würde.

Wir verbinden damit eine persönliche Geschichte. Vielleicht, weil die Dinge uns an einen lieben Menschen erinnern, oder auch an ein Gefühl, das wir festhalten wollen.

In der Redaktion haben wir uns gefragt: Was würden wir wählen, wenn wir aus unserem gesamten Besitz nur ein Teil retten könnten?