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"Jedes Jahr habe ich Angst vor dem Fasten – und tue es trotzdem wieder"

"Fuck, in einer Woche ist Ramadan?"

Es wäre ganz einfach, sich dieses Ereignis in den Kalender einzutragen, fett zu markieren und sich Monate vorher schon mental darauf vorzubereiten. Mir gelingt es trotzdem jedes Jahr aufs Neue, überrascht zu sein, wenn der Ramadan, der Fastenmonat von uns Muslimen, ansteht.

Über diesen Text:

Unsere Autorin hat sich von Sabiha, 21, erzählen lassen, welche Bedeutung der Ramadan für sie als junge Muslimin hat, die es sonst eher locker angehen lässt. Der Text ist ein Protokoll von Sabihas Schilderungen.

Mich erinnern keine Lebkuchenherzchen im Supermarktsortiment daran und auch keine leuchtenden Straßendekorationen. Es wird mir sehr leicht gemacht, den Ramadan zu verdrängen. Bis er da ist.

Und dann kommt die Angst.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Da der Kalender nach dem Mond ausgerichtet ist, verschiebt sich der Fastenmonat von Jahr zu Jahr um elf Tage. Falls er mal auf den heißesten Monat des Jahres oder mitten in die Klausurenphase fällt, kann man ihn aber nicht verschieben. Es gibt nur die Ausnahme, nicht fasten zu müssen, wenn man noch nicht alt genug ist. Oder zu alt. Oder sonst irgendwie gesundheitlich eingeschränkt.

Das Fasten ist ein obligatorischer Gottesdienst: eine der fünf Säulen des Islam.

Es dauert jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, über einen Zeitraum von einem Neumond über Vollmond und bis dieser dann wieder ganz verschwindet. Im Ramadan wurde der Koran dem Propheten Mohammed offenbart, deshalb sollen sich Muslime in dieser Zeit auf ihren Geist fokussieren und ihre Seele reinigen.

Es geht im Ramadan also nicht nur darum, auf Essen zu verzichten. 

Von denen, die sich zum Fasten verpflichten, wird auch erwartet, dass sie auf Wasser verzichten, auf Sex, Konsum, schlechte Gedanken, schlechte Taten, körperliche Gewalt und sogar auf verletzende Worte. Tagsüber. Und die Nächte soll man mit Meditation und Gottesdienst verbringen.

Soweit die Theorie. Die Realität sieht bei mir anders aus.

Ich habe jedenfalls keine Zeit, mein Leben pausieren zu lassen und mich einen Monat in eine Moschee einzusperren. Mein Leben geht weiter. Meine Arbeit nimmt keine Rücksicht auf den Ramadan. Meine Uni nicht. Nicht einmal meine Freunde.

Eine Woche vor dem Ramadan wollen sie mit mir trinken gehen. Wer Alkohol trinkt, dessen Gebete werden 40 Tage lang nicht von Gott angenommen. Eigentlich könnte ich mir den Ramadan dann auch sparen. tue ich aber nicht. 

"Trinken ist doch auch im Rest des Jahres verboten und du machst es trotzdem." Aber Ramadan ist anders. "Gestern hast du fast eine Flasche Prosecco alleine leer gemacht." Aber da war mir noch nicht bewusst, dass der Ramadan schon vor der Tür steht. Das zählt nicht. Doch meine Freunde bleiben hartnäckig und den letzten Tag vor Ramadan finde ich mich dann doch auf der Tanzfläche wieder. 

Mein erster Ramadan-Tag startet mit einem Hangover.

"Ramadan" leitet sich aus dem Arabischen ab: "ramiḍa" bedeutet Trockenheit. Die Kehle gewöhnt sich in den ersten Tagen daran – je nach Wetterlage. Und auch der Hunger ist eben einfach nur Hunger: Man kann nicht noch hungriger werden als man hungrig ist. Um 11 Uhr denkt man, man wird sterben, weil man kein Frühstück hatte. 10 Minuten vor Sonnenuntergang fühlt man sich immer noch so als hätte man kein Frühstück gehabt und nicht als hätte man 18 Stunden nichts gegessen.

Der Körper fährt nur etwas runter im Laufe des Tages. Man hat nicht unendlich viel Energie und wird schneller müde. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass man mitten in der Nacht vor Sonnenaufgang aufstehen muss, um nochmal etwas zu essen.

Ich bin jedes Jahr überrascht, dass ich diese Zumutungen alle überlebe, obwohl ich im Rest des Jahres schon die Krise kriege, wenn ich im Restaurant eine Stunde auf mein Essen warten muss.

Der Ramadan macht mich demütig – und zu einer Heuchlerin.

Ich erinnere mich nicht, wann ich aufgehört habe zu beten. Ehrlich gesagt, habe ich nie wirklich fünf Mal am Tag gebetet. Es gab Gebete, die wir zu Hause in der Familie gemeinschaftlich gebetet haben, als ich ein Teenager war. Und Gebete, die man in der Moschee in der Gemeinschaft gebetet hat. Das waren die einzigen Gebete, die ich regelmäßig gebetet habe. Und natürlich jedes Mal, wenn eine Prüfung bevorstand oder etwas Schlimmes in meinem Leben passiert ist.  

Aber je älter ich wurde, desto schwieriger wurde es, mich zum Beten zu motivieren. Man muss sich für das Gebet waschen, die Absicht fassen, das Gebet zu verrichten und die Tabs im Kopf alle schließen, um sich auf die Rezitation und Meditation konzentrieren zu können.

Das habe ich verlernt als ich von zu Hause ausgezogen bin. Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, schleiche ich mich in einen Raum, schließe die Tür und warte schweigend und auf Instagram fokussiert, bis ein normales Gebet vorbei wäre. Deshalb denken meine Eltern, dass ich immer noch bete. Ich weiß nicht, warum ich will, dass sie das denken.

Aber wem mache ich an Ramadan etwas vor? Ist Fasten überhaupt gültig, wenn man nicht betet? Bin ich überhaupt gläubig? Was ist schlimmer: aus Schuldgefühlen zu beten oder gar nicht zu beten?

Als Teenager war ich stolz darauf, zu fasten. Ich war stolz darauf, dass ich schaffte, im Sportunterricht Körbe zu werfen, ohne in der Pause Wasser zu trinken. Ich fühlte mich rebellisch, wenn ich fastend eine Klassenarbeit schrieb, obwohl meine Lehrerin es mir verbieten wollte. Ich wollte den anderen zeigen, wie wichtig mein Glaube mir ist. 

Jetzt will ich nur noch mir selbst etwas zeigen.

Ich war froh, als ich im Studium andere Muslime gefunden habe, die auch religiös aufgewachsen sind, aber nur in die Moschee gehen, wenn sie bei ihren Eltern sind. Die das Morgengebet verschlafen und trotzdem jeden Freitag zum Freitagsgebet gehen. Die in der Mensa das Menü ohne Schweinefleisch nehmen, aber am Wochenende die Korken knallen lassen. Wir wollten alle heilig sein, aber wir waren zufrieden mit uns, wenn wir nur einen Vers von 6.236 erfüllten.

Der Koran bestimmt nicht mehr mein Leben. Aber er war nie weg aus meinem Leben.

Ich habe jedes Jahr Angst vor dem Ramadan, weil es mein letzter Gottesdienst ist, der alle anderen überdauert hat. Und es ist einer der unbequemsten und anstrengendsten und schwierigsten Gottesdienste, für die man den stärksten Willen braucht. Bisher habe ich es jedes Jahr durchgezogen, aber ich habe Angst, das irgendwann auch noch zu verlieren.

Ich bezeichne mich mittlerweile kaum noch als gläubig.

Ich habe es bisher nicht geschafft, eine wahre spirituelle Verbindung zu Gott aufzubauen, wie sie meine Eltern zu haben scheinen. Nur an Ramadan ist das anders. 

Ich fühle mich nicht merkwürdig, wenn ich bete. Wenn ich offen zeige, dass ich Muslimin bin. Wenn aus meinen Kopfhörern kein lauter Bass kommt, sondern Koranverse. Wenn ich zum Fastenbrechen meine muslimischen Freunde treffe, bei denen ich mich sonst nie melde. Wenn wir gemeinsam an andere hungernde Menschen denken und uns privilegiert fühlen, weil unser Hunger in wenigen Stunden ein Ende hat, ihre Not aber nicht.

Vor dem Ramadan verstehe ich nie die Facebook-Postings von anderen Muslimen, die sich auf den Ramadan freuen.

Wenn der Ramadan vorbei ist, bin ich froh, dass ich dazugehöre und mitfeiern kann, obwohl ich mir schon lange nicht mehr richtig sicher bin, woran ich wirklich glaube. Ramadan ist für mich, wie nochmal nach Hause kommen und in die Arme geschlossen werden, obwohl man dachte, die Liebe sei schon tot – einmal im Jahr mich mit mir selbst versöhnen.

Nach dem Ramadan fühle ich mich spirituell aufgeladen. Ich muss aber sagen: Ich bin auch froh, wenn ich ein Jahr lang keinen Gebetsteppich mehr sehen muss. 


Tech

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