Nichts scheint im Moment wichtiger zu sein als das Thema Nachhaltigkeit. Nahezu missionarisch wird jeder zu einem fairen Lifestyle bekehrt: Statt Plastikstrohhalmen haben wir jetzt etwa Spaghettihälmchen im Drink, statt mit dem Auto sollen wir lieber mit dem E-Scooter zur Arbeit und auf gar keinen Fall dürfen wir, niemals wieder: fliegen. Schande über jene Unmenschen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit nicht mit vollster Hingabe fügen. 

Ich bin in den Augen vieler einer dieser Unmenschen: 

Weil ich Fast Fashion trage, also schnell und günstig – und nicht ethisch einwandfrei – produzierte Kleidung, zum Beispiel von H&M oder Primark. 

Dafür ernte ich oft böse Blicke. Aber warum ist das eigentlich so?

Welche weiteren Vorteile Fast Fashion in meinen Augen hat, seht ihr oben im Video. 


Fühlen

Wie Paare mit Geld umgehen: "Alles über 50 Euro muss besprochen werden"

Gemeinsames Geld oder getrennte Konten? Wer zahlt Miete, wer den Einkauf – und wer den Restaurantbesuch? Und wie umgehen mit unterschiedlichen Gehältern und unterschiedlichen Konsumbedürfnissen? Geld kann in Beziehungen schnell zum Streitfall werden. 

Wir haben uns von drei Paaren erzählen lassen, wie sie die Finanzen in ihrer Beziehung jeweils regeln.

Judith (28) und Simon (30) aus Freiburg:

Die beiden sind seit neun Jahren zusammen und vier Jahre davon verheiratet. Judith verdient als Lehrerin in Teilzeit monatlich rund 2100 Euro brutto, Simon promoviert und verdient rund 1700 Euro brutto. Ihre Tochter ist ein Jahr alt.

Wofür gebt ihr euer Geld aus?

Judith: Wir geben für den alltäglichen Einkauf eigentlich am meisten Geld aus, aber versuchen auch immer, etwas zu sparen, um etwas Sicherheit zu haben. Das, was wir dann jeweils über haben, geben wir individuell aus – ich zum Beispiel für Klamotten. Oder wir reisen ein-, zweimal im Jahr in eine Stadt in Deutschland.

Simon: In unserer Beziehung hat Geld keinen primären Stellenwert. Natürlich ist das auch irgendwie arrogant zu sagen, da wir uns eine Wohnung in der Innenstadt leisten können und ab und zu auswärts essen oder ins Kino gehen können. Wir haben unser Leben so eingerichtet, dass unser Geld reicht, auch wenn wir keinen Haushaltsplan führen. Und durch die Elternzeit haben wir beide gemerkt, dass es auch mit weniger Geld geht. 

Wie organisiert ihr eure Finanzen in der Beziehung?

Judith: Wir hatten vor der Hochzeit getrennte Konten und haben uns gefragt, wieso sich das nach der Hochzeit ändern sollte. Das Einzige, das sich nach der Hochzeit geändert hat, sind Vollmachten, die wir ausgestellt haben: Im Notfall hat jeder auch Zugriff auf das Konto des Anderen. Wir haben schon vor der Hochzeit zusammengelebt und haben es so aufgeteilt, dass ich die Miete zahle und Simon den Rest. Wenn der eine knapp ist, dann überweist ihm der andere einfach Geld.

Simon: Bei der Scheidung meiner Eltern habe ich gesehen, dass ein gemeinsames Konto zu viel Ärger führen kann, und hatte für mich deshalb beschlossen, dass ich das nicht möchte und jeder für sich noch einigermaßen autonom und selbstverantwortlich sein sollte. So hat jeder sein eigenes Gehaltskonto und sein eigenes Geld, das er ausgeben kann – für was auch immer. 

Judith: Unser Modell ermöglicht jedem eine gewisse Unabhängigkeit, dafür braucht man natürlich auch sehr viel Vertrauen. Aber ohne Vertrauen funktioniert eine Partnerschaft sowieso nicht. Größere individuelle Ausgaben besprechen wir vorher, es ist aber noch nie passiert, dass der andere gesagt hat, man solle etwas nicht kaufen. Wir haben nicht das Gefühl, dass wir vor dem Partner etwas verheimlichen oder ständig argumentieren müssen.

Und streitet ihr über Geld?

Simon: Nein. Aber natürlich gab es auch Momente, zum Beispiel in der Elternzeit, wo das Geld einfach knapp ist und wo es dann auch zu Stress führen kann. Aber Streit in dem Sinne nicht, sondern eher das doofe Gefühl, dass der andere in diesem Monat vieles übernehmen muss. 

Judith: Ich hatte aber auch noch nie das Gefühl, dass das ungerecht aufgeteilt ist. Ich habe eher das Gefühl, dass das unser gemeinsames Geld ist und dass wir beide unseren Anteil dafür tun, dass wir Geld haben.