Bild: Jalal Hosseini
"Sie hat mich einfach zu sehr gebraucht"

Die Nacht, die alles verändern wird, beginnt wie jede andere. Laura sitzt in ihrem Zimmer am Computer. Aus ihren Kopfhörern schallt gedämpft die Stimme von Jim Adkins, dem Sänger von Jimmy Eat World. An der hellblau gestrichenen Wand hängt eine Collage aus selbst gemalten Bildern. Laura ist 17 Jahre alt, vor Kurzem hat sie die Realschule abgeschlossen. Jetzt weiß sie nicht so recht, was sie machen soll mit ihrem Leben.

Zwei Zimmer weiter schläft ihre Mutter Gitta, 47 Jahre alt, Erzieherin auf einer Kinderkrebsstation. Schräg gegenüber liegt Lauras Bruder Marvin im Bett, 21 Jahre alt, Wirtschaftsinformatikstudent. Die drei teilen sich eine Vierzimmerwohnung im Norden Hamburgs. Lauras Vater lebt nicht bei ihnen; die Eltern haben sich vor fünf Jahren getrennt.

"Mit Gitta stimmt etwas nicht!"

Als Laura gegen vier Uhr morgens den Computer ausschaltet, hört sie ein Geräusch, Husten. Es dringt aus dem Schlafzimmer ihrer Mutter. Es hört nicht auf. Laura sieht nach - und erschrickt: Die Mutter liegt quer auf dem Bett, ihre linke Hand ist zur Faust geballt und an die Brust gepresst, der ganze Arm verkrampft. Laura rennt ins Zimmer ihres Bruders: "Mit Gitta stimmt etwas nicht!", ruft sie.

Hätte Laura ihre Mutter eine Stunde später gefunden, wäre sie jetzt tot

Eine knappe Dreiviertelstunde später kauert Laura vor der Notaufnahme des Hamburger Albertinen-Krankenhauses und weint. Sie trägt noch immer ihre grau karierte Pyjamahose, keine Zeit zum Anziehen. Drinnen liegt ihre Mutter im CT, Röntgenstrahlen durchleuchten den Kopf. Diagnose: Schlaganfall. Irgendwann ruft Laura ihren Vater an und bittet ihn, sie nach Hause zu fahren. Draußen dämmert es.

An diese Nacht im November 2004 erinnert sich Laura bis heute. Sie sitzt am Küchentisch ihrer Wohnung in Hamburg-Barmbek und erzählt gefasst, fast sachlich, was damals passierte. Inzwischen ist sie 29 Jahre alt, eine große, kräftige Frau mit langen dunkelblonden Haaren und hellblauen Augen. Während des Gesprächs kämpft sie nur einmal mit den Tränen: Am nächsten Tag, so erzählt sie, kam ein Arzt zu ihr und erklärte, dass Gitta großes Glück gehabt hätte. "Wenn Sie Ihre Mutter eine Stunde später gefunden hätten, wäre sie jetzt tot", sagte er. Wenn Laura an diesen Satz denkt, spürt sie bis heute Druck auf der Brust.

Laura wurde sehr früh mit der Pflegebedürftigkeit eines Elternteils konfrontiert. Während ihre Freunde zu Emo-Konzerten gingen, auf Partys knutschten oder Bewerbungen schrieben, übernahm sie Verantwortung: Statt ihre Mutter ins Heim zu geben oder einem Pflegedienst zu überlassen, kümmerte sie sich selbst - eine Entscheidung, die ihr Leben komplett veränderte.

(Bild: DTTS )
Beim Anblick ihrer Mutter fühlt sich Laura zuerst ohnmächtig

Wie viele junge Erwachsene in Deutschland ein Familienmitglied versorgen, weiß niemand; Studien dazu gibt es nicht. Die Zahlen anderer europäischer Länder zeigen aber, dass Laura kein Einzelfall ist: In Großbritannien zum Beispiel pflegen etwa fünf Prozent der 18- bis 24-Jährigen einen Angehörigen, das sind ungefähr 230.000 junge Erwachsene.

Die Young Adult Carers, so nennt man diese jungen Pflegenden in der Fachsprache, sind in einem Alter, in dem sie eigentlich genug damit zu tun hätten, ihr eigenes Leben auf den Weg zu bringen - und in dem man sich noch nicht mit dem Thema Pflege beschäftigt. So war es auch bei Laura: "Schlaganfall, das assoziiert man doch mit alten Menschen", sagt sie. Ihre Mutter aber, die habe doch mitten im Leben gestanden.

Die Tage nach dieser Nacht im November vermischen sich in Lauras Erinnerung zu einem Brei aus Schock, Trauer und offenen Fragen. Vier Wochen lang liegt ihre Mutter im Krankenhaus, danach muss sie drei Monate zur Reha. Laura und ihr Bruder Marvin bleiben allein zu Hause, führen den Haushalt, zahlen die Miete. "Im Nachhinein frage ich mich, was ich die ganze Zeit gemacht habe", sagt Laura heute. Sie erinnert sich, dass sie oft nicht schlafen konnte.

Von den Ärzten erfahren Laura und Marvin, dass Gittas linke Körperhälfte gelähmt bleiben wird. Doch erst als sie die Mutter zum ersten Mal in der Rehaklinik besuchen, beginnt Laura zu begreifen: Die Frau, die immer so stark war, die sich und ihre Kinder allein versorgte, sitzt im Rollstuhl, kann ohne Hilfe nicht einmal auf die Toilette gehen. Als Laura ihre Mutter betrachtet, fühlt sie sich ohnmächtig, so als wäre sie selbst gelähmt.

Schon während der Reha begleitet das Mädchen die Mutter in die Dusche, cremt ihren Rücken und ihre Arme ein, hilft ihr, BH und Pullover anzuziehen. Irgendwann kommt ein Brief von der Krankenkasse: wer die erste pflegende Person werde, wenn die Patientin nach Hause komme? Einen Pflegedienst will die Mutter nicht. Sie hat in der Reha schlechte Erfahrungen gemacht, fühlte sich nicht ernst genommen. Also fragt sie ihre Tochter. "Wenn ein Familienmitglied hilft, dem du sehr nahestehst, ist das angenehmer", sagt sie heute. Ohne zu zögern, unterschreibt Laura.

Es ist diese eine Unterschrift, die aus Laura eine junge Pflegende gemacht hat. Bevor ihr eigenes Leben beginnen konnte, übernahm sie das Leben ihrer Mutter - aus Liebe, aber auch weil sie das Gefühl hatte, keine Alternative zu haben. Außer ihr gab es im Familien- und Freundeskreis niemanden, der für die Aufgabe infrage gekommen wäre.

Die Mutter hatte nach der Trennung den Kontakt zum Vater abgebrochen, die Großeltern waren lange tot. Und Marvin? "Mein Bruder ist ein anderer Typ als ich", sagt Laura heute. "Er ist sensibel und hat große Angst, Dinge falsch zu machen. Er hätte das nicht gekonnt."

Keiner erklärte Laura, was da auf sie zukommt

Dass Laura noch minderjährig war, störte damals niemanden. Und keiner erklärte ihr, was da auf sie zukommt. Das wurde Laura erst bewusst, als sie schon mittendrin steckte.

Kurz nachdem die Mutter aus der Reha nach Hause kommt, zieht Marvin in ein Studentenwohnheim. Laura bleibt zu Hause. Sie hilft nun der Frau, die sie großgezogen hat, morgens aus dem Bett, schiebt sie ins Badezimmer, setzt sie auf die Toilette. Woher sie wusste, wie das geht? "Trial and error", sagt Laura. Manchmal googelt sie nach einer Lösung. Oder sie tut so, als wäre ihr linker Arm gelähmt, und probiert, wie man damit alltägliche Dinge erledigt, einen BH anziehen zum Beispiel.

Durch den Schlaganfall kehrt sich das Rollenverhältnis zwischen den beiden um: Plötzlich ist nicht mehr Laura abhängig von ihrer Mutter, die Mutter ist abhängig von ihr. Plötzlich ist nicht mehr die Mutter Bezugsperson für die Tochter, sondern umgekehrt. Ein Rollentausch, unter dem Gitta deutlich mehr leidet, so erinnert sich Laura heute.

"Sie hat oft geweint und gesagt, dass ihr das leid tue. Und dass sie mich nicht belasten will." Immer wieder sprechen sie darüber, und immer wieder versichert Laura ihrer Mutter, dass sie ja nichts dafür könne. "Sie tat mir unendlich leid", sagt Laura. "Ich meine, wie scheiße ist das, wenn du mit 47 Jahren einen Schlaganfall hast und dich dann auch noch von deiner Tochter pflegen lassen musst?"

Bild: DTTS
Weiße Anführungszeichen
Ich meine, wie scheiße ist das, wenn du mit 47 Jahren einen Schlaganfall hast und dich dann auch noch von deiner Tochter pflegen lassen musst?"
Laura

Die Mutter hat Anspruch auf Pflegegeld, 210 Euro im Monat erhält sie zusätzlich zur Frührente; ansonsten bekommen die beiden keine Unterstützung. Zwei bis drei Stunden nimmt die Pflege jeden Tag in Anspruch.

Dazu kommt die Betreuung, die sich nicht in Zeiteinheiten messen lässt: Laura hört ihrer Mutter zu, sieht mit ihr fern, geht mit ihr einkaufen und spazieren.

Wenn Zeit bleibt, malt und bastelt Laura. Sie ist oft allein, geht nicht mehr aus; aus der Realschulzeit überlebte keine einzige Freundschaft. Wenn sie eine Auszeit braucht, fährt sie zu ihrem Bruder ins Studentenwohnheim. Der Abstand tut ihr gut. Dass Marvin ihr diesen Zufluchtsort bietet, ist seine Art, Laura zu helfen - auch wenn er sie mit der Pflege der Mutter allein lässt. Wütend sei sie deswegen nie gewesen, sagt Laura heute. Sie habe ja gewusst, dass ihn die Situation überfordert und dass sein schlechtes Gewissen ihn schon genug quält.

Ein Dreivierteljahr bleibt Laura zu Hause, kümmert sich rund um die Uhr um die Mutter. Doch auf Dauer geht das nicht, das wissen sie beide. Kurz nach ihrem 18. Geburtstag geht Laura wieder zur Schule, sie will das Abitur nachholen. Der Mutter geht es körperlich etwas besser. In der neuen, barrierefreien Wohnung kommt sie ganz gut allein zurecht, kann sogar ein paar Schritte laufen. Mit 22 Jahren legt Laura die Abiturprüfung ab.

Hilfe suchte Laura sich nicht - obwohl sie sie dringend gebraucht hätte

Immer wieder spielt sie mit dem Gedanken, von zu Hause auszuziehen. Wie jeder junge Erwachsene verspürt sie den Drang, ihr eigenes Ding zu machen, auch mal ihre Ruhe zu haben, nicht mehr mit der Mutter zusammenzuwohnen.

Am Ende gibt ihre Mutter den entscheidenden Schubs: Sie beschließt, eine kleinere Wohnung zu suchen, nur für sich allein. Laura zieht in ihre erste WG, wagt den ersten Schritt in ein eigenes Leben. Lange hält sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, meist als Bedienung, schließlich beginnt sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Da ist sie 24 Jahre alt.


Im ersten Ausbildungsjahr fährt Laura noch fast täglich zu ihrer Mutter. Die ist weiterhin auf Hilfe angewiesen, im Haushalt, beim Einkaufen, bei Arztbesuchen; vor allem aber will Laura kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Sie hat Angst, es könnte wieder so etwas Schreckliches passieren. Erst langsam gewöhnt sie sich an, die Verantwortung ein Stück abzugeben, ihren eigenen Weg zu gehen.

Eigentlich emanzipieren sich junge Menschen in der Pubertät von den Eltern oder spätestens nach dem Schulabschluss. Wie viele Pflegende schaffte Laura das erst viel später. Aus Hamburg wegziehen - unvorstellbar. Wer hätte sich denn gekümmert? Diese Frage hat sie bis heute im Hinterkopf.

Auf die Idee, sich Hilfe zu suchen, kam Laura nicht. Wie den meisten jungen Pflegenden war ihr nicht bewusst, dass sie etwas Besonderes leistete. Heute sagt sie, dass sie jemanden gebraucht hätte, mit dem sie hätte reden können - und der ihr klargemacht hätte, dass sie das alles nicht allein bewältigen musste, dass sie eigentlich viel zu jung dafür war. Aber da kam niemand.

Lauras schlimmstes Erlebnis: ein Sonntagnachmittag im Januar 2014

Young Adult Carers werden in Deutschland bisher kaum wahrgenommen, weder von der Politik noch in der Öffentlichkeit; es gibt keine Unterstützungsangebote für sie. "Junge Erwachsene, die einen Angehörigen pflegen - das war lange kein Thema", sagt Hanneli Döhner, Vorsitzende von "wir pflegen e.V."

Um das zu ändern, hat der Verein die Arbeitsgruppe Jump gegründet, die Abkürzung steht für "Junge Menschen mit Pflegeverantwortung". Auch Laura ist Mitglied in der Jump-AG. Sie wünscht sich, dass andere irgendwann die Hilfe bekommen, die sie nicht hatte. "Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das nicht nur den Erkrankten auffängt, sondern auch die Angehörigen", sagt sie.


Wenn man Laura heute fragt, ob die Entscheidung, ihre Mutter zu pflegen, richtig war, sagt sie: "Sie hat mich einfach zu sehr gebraucht, als dass ich es nicht hätte tun können." Sie spricht von Fürsorgepflicht, davon, den Eltern etwas zurückzugeben. Bis heute fühlt sich Laura verantwortlich für ihre Mutter. Fragt man sie nach ihrem schlimmsten Erlebnis, nennt sie nicht etwa die Nacht des Schlaganfalls oder die Jahre der Pflege.

Stattdessen erzählt sie von einem Moment, in dem sie nicht so für ihre Mutter da war, wie sie es gern gewesen wäre.

Ein Sonntagnachmittag im Januar 2014. Laura steht vor der Wohnung der Mutter. Vor einer Woche war sie zum letzten Mal hier; sie macht gerade ein Praktikum in Heide, Schleswig-Holstein, und kommt nur am Wochenende nach Hamburg. Sie schließt die Tür auf, läuft den Gang entlang, vorbei am Badezimmer, an der kleinen Küche. Dann das Schlafzimmer.

Ihre Mutter liegt neben dem Bett auf dem Boden, rührt sich nicht. Alles erinnert Laura an die Nacht des Schlaganfalls. Was passiert sei, fragt Laura. Sie sei gestürzt und allein nicht mehr hochgekommen, sagt die Mutter. Wie lange sie schon daliege, fragt Laura. "Seit Freitagabend."

Und noch etwas: "Ich hätte mir so gewünscht, dass du kommst." Laura wird schlecht. Die junge Frau macht sich Vorwürfe, weil sie nicht früher gekommen ist. "Ich habe mich furchtbar gefühlt."

Dass sie ihrer Mutter gerade zum zweiten Mal das Leben gerettet hat, sieht sie nicht.

Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das nicht nur den Erkrankten auffängt, sondern auch die Angehörigen.

Nach dem Sturz geht Laura zwar weiterhin ganz normal zur Berufsschule, doch sie verliert immer wieder die Fassung, fängt an zu weinen. Sie entschließt sich zu einer Psychotherapie. Zum ersten Mal setzt sie sich mit dem, was sie durchgemacht hat, auseinander - fast zehn Jahre nach dem Schlaganfall. "Seitdem merke ich erst, was das mit mir gemacht hat", sagt Laura.

"Ich habe jahrelang nur funktioniert und ganz viel einfach weggesteckt." Erst jetzt, im Nachhinein, wird ihr bewusst, wie sehr der Schlaganfall ihr Leben beeinflusst hat. Erst jetzt stellt sie fest, dass sie zu viel Verantwortung für ihre Mutter übernommen hat. "Durch die Therapie habe ich gemerkt, dass ich mehr auf mich selbst gucken muss - und dass das auch in Ordnung ist."

Momentan suchen Laura und Marvin für ihre Mutter einen Platz in einer betreuten Wohneinrichtung. Es werde langsam Zeit, dass sie die Verantwortung abgebe, sagt Laura. Sie werde bald 30, müsse endlich mal gewisse Dinge nachholen: "Andere in meinem Alter heiraten und werden schwanger. So weit bin ich noch nicht." Laura will verreisen, Zeit für eine Beziehung haben. "Ich habe Lust, Dinge zu tun, die mich betreffen."

Trotzdem: Die Beziehung zwischen Laura und ihrer Mutter wird für immer eine besondere bleiben. Ein Samstagnachmittag. Die beiden stehen in Gittas Küche und kochen Kaffee. Laura fragt, ob die Mutter beim Friseur gewesen sei. Die erzählt, dass sie Hella-Wasser gekauft habe, das mit Kirsche, was Laura so gern mag. Sie setzen sich an den Esstisch, knabbern Kekse, unterhalten sich über einen Film, der am Vorabend auf 3sat lief, lachen viel.

Dazwischen immer wieder Momente, die daran erinnern, was der Schlaganfall angerichtet hat: Laura cremt den gesunden Arm ihrer Mutter ein, die das selbst nicht kann. Laura hilft, den engen Ärmel der Strickjacke über den gelähmten Arm zu ziehen. Laura schüttelt die Bettdecke auf, weil sich das Futter im Bezug verdreht hat. Am Ende sagt die Mutter immer dieselben zwei Worte: "Danke, Laura."

"Heute nimmt sie mich wieder als Tochter wahr"
Laura

Laura und ihre Mutter sind sich einig: Schon vor dem Schlaganfall standen sie sich sehr nahe, seitdem ist ihre Beziehung noch enger geworden. Und - auch da sind sie sich einig - das Rollenverhältnis hat sich inzwischen wieder umgedreht, zumindest zum Teil. "Heute nimmt sie mich wieder als Tochter wahr", sagt Laura.

"Ich kümmere mich wieder um Laura, kaufe für sie ein oder schmiere ihr ein Brötchen für die Arbeit", sagt die Mutter, "so kann ich ihr etwas zurückgeben."

Fragt man Laura nach ihren Wünschen, sagt sie, dass sie noch viele solche Nachmittage mit ihrer Mutter verbringen möchte. Und dass sie versprochen hat, irgendwann eine Kreuzfahrt mit der Mutter zu machen - das nachholen, was sie so lange nicht tun konnten. Zusammen.

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