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Es ist mehr als nur bisexuell zu sein.

Janelle Monáe hat sich als pansexuell geoutet. Gerade ist das neue Album "Dirty Computer" der 32-jährigen Sängerin erschienen. In einem Interview mit dem Magazin "Rolling Stone" sollte sie eigentlich genau darüber sprechen – entschied sich dann aber doch lieber für das Thema Sexualität.

Janelle Monáe erklärte, sie sei eine "schwarze Queer-Frau", die schon mit Männern wie Frauen zusammen war. Kurzum:

Ich bin ein freizügiger Scheißkerl!
Janelle Monáe

Janelle Monáe ist sehr politisch: Sie engagiert sich in der "MeToo"-Bewegung und ist eine der wichtigsten Sprecherinnen auf "Black Lives Matter"-Demos in den USA

Auch ihre Musik ist immer politisch. Das neue Album setzt sich mit einem unverkrampften Feminismus auseinander, im Video zur Single "PYNK" tanzen riesige Vaginas (bento). 

Dem "Rolling Stone" sagt Janelle Monáe nun, sie habe lange Zeit gedacht, sie sei einfach nur bisexuell – bis sie Artikel über Pansexualität gelesen habe. Dabei habe die Sängerin gemerkt: "Oh, das sind Dinge, mit denen ich mich auch identifiziere". 

Aber was genau ist das, Pansexualität?

Der Begriff steht für einen offenen Zugang zu Liebe. Während Bisexualität klar sagt, dass man sowohl Frauen als auch Männer liebt, geht Pansexualität weiter: Nicht das Geschlecht ist wichtig, sondern allein der Mensch.

Pansexuelle sind also Menschen, die sich nicht an einer bestimmten Geschlechtsidentität orientieren. 

Hier erfährst du mehr Hintergründe:

Was bedeutet Pansexualität?
In den Sechzigerjahren diagnostizierte der amerikanische Psychiater Otto Kernberg "Pansexualität" als Symptom einer Borderline-Erkrankung.
Er hielt es für eine psychische Störung, sich nicht auf ein Geschlecht festlegen zu wollen.
Als Selbstbezeichnung ist der Begriff noch sehr neu und wurde erst durch das Outing von Miley Cyrus bekannt.
"Ich habe das Wort 'bisexuell' immer gehasst, weil es mich in eine Schublade steckt", sagte Miley der Zeitschrift "Variety". "Es ist mir egal, ob jemand ein Junge oder ein Mädchen ist." Am ehesten sie sie pansexuell.
In der Wissenschaft werde Pansexualität kaum behandelt, sagt die Soziologin Lea Schütze:
"Das liegt zum einen daran, dass der Begriff so ungenau ist. Er soll sichtbar machen, dass man Sexualität nicht definieren kann."
Im Grunde sagt der Begriff aus: Menschen haben Sex mit Menschen, alles andere ist egal.
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Und hier erzählen Menschen, wie sie mit ihrer eigenen Pansexualität umgehen:


Fühlen

Sechs Momente aus der Bahn, die mir das Leben erklärten
Ich lachte, war traurig – und einmal wurde mir richtig übel.

Ich wohne in Köln und pendle mehrmals in der Woche zur Uni nach Bonn. Im Gegensatz zu vielen anderen liebe ich es. Klar, mich nerven hartnäckige Rucksackträger und laut telefonierende Teenies. Aber ich schätze es, dass man in kurzer Zeit mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommt.

Bei der ein oder anderen Plauderei mit meinen Sitznachbarn habe ich so einiges gelernt – vieles davon hat mir das Leben erklärt.