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Endlich mal nach New York reisen, sich an die verflixte Bachelorarbeit setzen oder ins Fitnessstudio gehen – am Ende des Jahres zieht man Bilanz und setzt neue Ziele für die Zukunft.

Wir haben Frauen und Männer gefragt: Was wünscht ihr euch von 2017?

Gideon Greif, 23
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2016 war ein sehr bewegtes Jahr: Ich habe meine Freundin getroffen, worüber ich mich sehr freue. Gleichzeitig bin ich etwas traurig, weil ich nach meinem vierjährigen Studium in Kanada zurück nach Deutschland gekommen bin und dort viele Freunde zurück gelassen habe.

Das nächste Jahr lasse ich auf mich zukommen und schaue, wo mich das Leben hintreibt. Alles zu planen ist anstrengend und ich freue mich einfach auf das, was kommt. In jedem Fall möchte ich verreisen, egal wohin.

Ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft ein bisschen offener und freundlicher wird, das würde doch schon was verändern. Außerdem fällt mir immer mehr auf, wie viel Müll überall herumliegt und ich achte darauf, nichts dazu beizutragen. Wir müssen erst mal den eigenen Dreck wegräumen, und dann können wir weiter denken.

Anne de Chenerilles, 24

Privat läuft momentan alles richtig gut – ich habe eine tolle Beziehung, einen BWL-Bachelor und einen Job als Werkstudentin. Trotzdem kann ich mich nicht vorbehaltlos auf 2017 freuen.

Ein Thema, das mich im nächsten Jahr sehr beschäftigen wird, sind die Wahlen. Ich bin Französin mit vietnamesischen Wurzeln und in Deutschland aufgewachsen. Der Rechtsdruck in Europa betrifft mich also persönlich. Und er hat auch schon eine Freundschaft zerstört. Seit ich weiß, dass eine Freundin den rechtspopulistischen Front National wählt, will ich mit ihr nichts mehr zu tun haben.

Es geht nicht darum, dass ich ihre politische Meinung nicht akzeptiere, aber wer eine schwulen- und ausländerfeindliche Partei wählt, der stimmt auch gegen mich. Ich habe überlegt, in Frankreich meinen Master zu machen. Bevor ich eine Entscheidung treffe, warte ich aber erst die Wahl ab. Wer will schon an einem Ort leben, an dem man unerwünscht ist?

Und du? Wie empfindest du den Jahreswechsel?
Fabian Ritz, 23
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Ich wünsche mir, dass alle jungen Menschen bei der Bundestagswahl ihre Stimme abgeben. Ich befürchte nämlich, dass sonst ein einziges politisches Thema die Wahl bestimmen wird: Bei der aktuellen Flüchtlingsdebatte fallen alle anderen wichtigen Dinge in diesem Land unter den Tisch.

Melisa Hajrovic, 20
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In den vergangenen Monaten habe ich mich fast nur auf meine Karriere konzentriert. Ich studiere Fashion und Luxury-Management in Hamburg, war für ein Austauschsemester in Dänemark und schreibe gerade meine Bachelor-Arbeit über mobile Zahlungsmethoden.

Im nächsten Jahr würde ich mich gerne selbstständig machen und eine App entwickeln, die Studenten helfen soll, sich in dem ganzen Informationsüberfluss zurecht zu finden. Dafür suche ich noch dringend einen Programmierer.

Timon Kottsieper, 21
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Im vergangenen Jahr habe ich mich oft gefragt: Was denken sich manche Leute, wenn sie über Politik reden? Muss man wirklich so emotional reagieren, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken? Ich hoffe sehr, dass das 2017 nicht weiter eskaliert.

Privat wünsche ich mir für mich und die Menschen in meinem Umfeld, dass wir aufhören, immer nach noch mehr zu streben. Meiner Meinung nach macht uns das am Ende nicht glücklicher. Noch ein tolleres Handy oder noch ein größerer Fernseher – darüber freut man sich zwar kurz, aber das verfliegt schnell wieder.

Deshalb wünsche ich mir für 2017, dass die Menschen an ihrer Einstellung arbeiten und glücklich mit dem sind, was wir hier in Deutschland haben – denn das ist alles andere als selbstverständlich.

Caroline Humeyer, 21
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Mein 2016 war voller Veränderungen: Ich habe es zum Beispiel endlich geschafft, meine Tante nach elf Jahren zu besuchen. Sie wohnt in Amerika und ich bin anschließend noch sechs Wochen herum gereist. Damit habe ich die USA vorerst von meiner Liste gestrichen, zum Glück noch vor der Wahl.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich persönlich weiter entwickelt und meinen Weg gefunden habe. Momentan arbeite ich in einer Bäckerei mit sehr netten Kollegen, darauf lege ich viel Wert. Jetzt versuche ich einen Studiengang zu finden, der mich persönlich glücklich macht. Ich denke, Sozialökonomie wäre das Richtige für mich.

Auch im neuen Jahr möchte ich so grün wie möglich leben: Schon länger wohne ich mit meinen Mitbewohnern in einem Haus, das sich komplett selbst mit Energie versorgt. Wir haben Solarzellen und bekommen jetzt ein Blockheizkraftwerk. Somit zapfen wir keine Energie von draußen, sondern produzieren sie selbst und packen sie ins Netz. Das ist unser Beitrag, damit die Welt ein besserer Ort wird.

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Gerechtigkeit

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Twitter-Nutzer haben einen neuen Weg gefunden, um die AfD zu kritisieren: Sie wandeln Aussagen, Forderungen und Verhaltensweisen, die wir von Politikern der Partei (und anderen Rechtspopulisten) kennen, in Anmachsprüche um – und verbreiten das Ganze unter dem Hashtag #AfDAnmachsprüche.

Abschiebungen sind ebenso Thema wie der Bau von Mauern und Satzkonstruktionen mit "aber" oder "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" – alles ironisch überhöht und mit einem Augenzwinkern versehen.