Seine Worte sind ehrlich – und traurig.

Markus Brandl ist sauer. "Mir platzt gleich der Kragen", schreibt er in einem Facebook-Post, der bisher mehr als 17.000 Menschen gefällt – und mit dem Markus sich an "Blender-Mamas" richtet. Mamas, die ihr Leben auf Instagram so inszenieren, dass man sich fragen muss: Wie echt und ehrlich sind diese Bilder?

Am Beispiel der fiktiven "Tammi" erzählt Markus, was ihn an den Blender-Mamas so stört: Tammi habe einen bärtigen Künstler zum Mann, eine Wohnung ganz ohne Ikea-Möbel, dafür mit einer ausschließlich individuell angefertigten Einrichtung, eine Wohlfühloase als Garten, dazu Bikinis und Smoothies. 

"Tammi führt ein Traumleben", schreibt Markus. "Nicht ein Krümmelchen Dreck."

Üblicherweise würden Blender-Mamas wie Tammi ihre Bildunterschriften in etwa so gestalten: "'Mädelz, der Frühling lässt noch auf sich warten, ich musste aber die paar Sonnenstrahlen ausnutzen, um euch mein neues Schmuckstück zu zeigen. Mein neuer Lieblingsbikini von Govannie Verarschi. Passt wie angegossen. Verstehe die Frauen einfach nicht, die nach der Geburt Gewichtsprobleme haben.'"

Markus mit seiner Frau: "Ich bewundere sie"(Bild: privat)

Es sind diese Bilder, diese Sätze, die Instagram zu einer Plattform machen, auf der sich kaum noch unterscheiden lässt, wer für was bezahlt wird und welches Foto wie bearbeitet wurde. 

"Das Problem ist: Auf Instagram vertraut man so leicht", erzählt Markus im Gespräch mit bento. "Viele, die einerseits Werbung machen, erzählen andererseits ja auch immer mal wieder was aus ihrem Leben, damit identifizieren sich die Follower dann."

Er selbst habe zwei Kinder – keines von ihnen werde je mit seinem Gesicht im Internet zu sehen sein, ehe es nicht alt genug sei, selbst darüber zu entscheiden. "Ich versuche, ihnen beizubringen, dass sie andere nicht nach Fotos beurteilen sollen", sagt Markus zu bento. 

Im Leben gehe es um innere Werte – nicht darum, den eigenen Körper zu vermarkten. Doch genau das sei auf Instagram mittlerweile Standard, und das habe das Netzwerk ruiniert, schreibt Markus in seinem Facebook-Post. 

Es geht ihm vor allem um die Accounts von Frauen, die gerade entbunden haben. "Eure Botschaft ist, dass Frauen nach der Geburt nicht attraktiv sind. Dass der Körper möglichst schnell wieder optimiert werden muss." 

Diese Beiträge haben das Netzwerk ruiniert
Markus

Mit seinem Beitrag wird Markus Teil einer ganzen Bewegung von Menschen, die nicht wollen, dass Instagram zur Dauerwerbesendung wird. Die Kritiker, und es sind meistens Frauen, wollen mit einzelnen Aktionen oder Accounts für mehr Echtheit auf Instagram sorgen: Sie weisen auf die Absurdität von Kleidergrößen hin, machen sich über die immer gleichen Posen lustig, sprechen offen über Laster und Süchte.

"Eine Mama, die sich liebevoll um ihr Kind kümmert, ist die wahre Schönheit", schreibt Markus in seinem Beitrag. "Warum fokussiert ihr euch nach einem der schönsten Erlebnisse im Leben, der Geburt eines Kindes, gleich wieder nur auf Äußerlichkeiten? Löscht eure Accounts, dann habt ihr mehr Zeit für eure Kinder, und andere Mütter sind glücklicher."

Natürlich gibt es auch Männer auf Instagram, die mit ihren Profilen Geld machen im Schönheits- und Fitnesswahn. "Für diese Accounts gilt dasselbe wie für die Frauen-Accounts", sagt Markus zu bento.

Markus' Worte sind ehrlich – und traurig. Seiner eigenen Frau habe er den Text gezeigt, bevor er ihn auf Facebook veröffentlichte, sagt er zu bento. "Sie hat sich sehr gefreut." 

Am Ende seines Beitrages schreibt Markus dann noch etwas direkt über sie. Es ist nur ein Satz, doch der liest sich wie eine Liebeserklärung: "Ich blicke zu ihr auf und bewundere sie."

Hier kannst du Markus' ganzen Post noch einmal lesen:

Liebe Blender-Mamas auf Instagram, mir platzt der Kragen! Der Sommer rückt näher und näher – für euch beginnt bald die...

Gepostet von Markus Brandl am Donnerstag, 29. März 2018

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