Nach den Anschlägen in Großbritannien und dem wegen Anschlagsgefahr kurzzeitig ausgesetzten "Rock am Ring" wird eine Frage wieder diskutiert

Sollen oder müssen sich Muslime für Terror im Namen ihrer Religion entschuldigen?

Der Vorwurf dahinter: Islamisten ziehen die Rechtfertigung ihrer Taten aus dem Koran. Millionen Muslime auf aller Welt legen den Koran hingegen friedlich aus – distanzieren sich aber nicht sichtbar genug gegen die extremistische Minderheit.

In London beweisen nun Muslime, dass dieser Vorwurf Quatsch ist – und sich Muslime sehr wohl für ein friedliches Miteinander einsetzen.

Sie verteilen Rosen und einen Brief an Passanten. Auf Twitter und Facebook dokumentieren Briten die Begegnungen:

Catrin, eine Passantin, schrieb auf Facebook, sie sei gerade über die London Bridge gegangen, als ihr ein Mann entgegenkam. Er habe ihr und einer Freundin Rosen und einen Umschlag gegeben. Dazu sagte er nur: "Ich bin Muslim."

"Das hat mich zu Tränen gerührt", schreibt Catrin – daher wolle sie seine Nachricht verbreiten:

Today, after handing in my last assignment, Emily and I walked over London Bridge to catch our bus home. We were...

Posted by Catrin Elen Hughes on Dienstag, 6. Juni 2017

Was steht im Brief?

Der Brief ist drei Seiten lang und wurde von einer muslimischen Familie aus Kingston-upon-Thames verfasst. Ursprünglich kommen sie aus der Türkei.

Sie schreiben, Terror habe keine Religion: "Terror ist extrem zerstörerische und perverse Ideologie, die Wörter und Sätze aus religiösen Texten stiehlt." Extremisten würden im giftigen Klima der Ignoranz und der Armut heranwachsen – und es seien Demagogen, die den Islam dafür missbrauchten, sie aufzufangen. Terrorgruppen wie der"Islamische Staat" seien feige – und "die Feinde des Islam und der Menschheit". 

Die beste Antwort auf Extremisten sei immer noch Liebe, empfiehlt die Familie im Brief. 

Auch wenn das die Anschläge nicht ungeschehen mache – es helfe, die von morgen zu verhindern.

Auch in Deutschland hat sich ein Muslim distanziert – von allem und ganz grundsätzlich:


Fühlen

Davids Bekenner-Video: "Wenn ich Hunger hatte, habe ich alle angeschnauzt"
Magersucht gibt es nicht nur bei Frauen

Als David in die Pubertät kam, veränderte sich sein Körperbewusstsein: Er fing an, sich mit seinen Freunden zu vergleichen und wollte immer dünner sein, er aß nur noch wenig, wog sich täglich und trieb diszipliniert Sport. Als er 16 Jahre alt war, begann er zu hungern.

David mochte das Gefühl, dass er die Kontrolle über seinen Körper hatte. Als er mit 1,70 Meter bei 52,6 Kilogramm angekommen war, setzte seine Mutter ihm ein Ultimatum: Er sollte sich psychologisch behandeln lassen. Seine Geschichte erzählt er im Bekenner-Video. 

Um mit Tabus zu brechen, bloggt David auch über seine Krankheit. Er wünscht sich eine neue Wahrnehmung dieses Krankheitsbilds – auch Männer können Essstörungen haben

Wie viele Menschen genau betroffen sind, ist unklar. 

Nicht immer werden Magersüchtige diagnostiziert.