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Ein Paartherapeut gibt Tipps.
Ordnung halten

Wer macht den Abwasch? Wer saugt Staub und hängt die Wäsche auf? Es strengt an, ständig auf’s Neue darüber zu streiten. Deswegen rät Wolfgang Krüger: "Am besten legt man bereits vor dem Zusammenziehen einen Putzplan fest" – inklusive klarer Aufgabenteilung. Auch ein gemeinsames Haushaltskonto ist sinnvoll, kann es doch Streit über Geld vorbeugen.

Wer ist Wolfgang Krüger?

Er hat sich als Psychotherapeut auf Paarbeziehungen konzentriert und schon zahlreiche Bücher zum Thema geschrieben, unter anderem "Freiraum für die Liebe: Nähe und Abstand in der Partnerschaft". Mehr Infos auf seiner Webseite.

Nähe und Distanz

Wieviel Nähe und Distanz braucht eine Beziehung? Wenn ein Paar darauf unterschiedliche Antworten gebe, könne das Streit bedeuten, sagt Krüger. Einige Menschen pflegen zeitaufwendige Hobbys, gehen viel feiern oder treffen sich gern und oft mit Freunden. Andere würden am liebsten jede freie Minute mit ihrem Partner verbringen. "Am besten mietet man eine Dreizimmerwohnung. Dann hat man einen gemeinsamen Raum und zusätzlich hat jeder noch sein eigenes Zimmer", empfiehlt Krüger. Auch wenn einer mal alleine Besuch bekommt, sind drei Zimmer von Vorteil: Der andere kann sich dann während dieser Zeit zurückziehen. Der Nachteil: Eine Drei-Zimmer-Wohnung muss man sich natürlich erst mal leisten können.

Test: Seid ihr schon bereit zusammenzuziehen?
Ein gutes Team

"Partnerschaft heißt im Kern, dass man ein gutes Team ist", sagt Krüger. Wichtige Entscheidungen wie größere Anschaffungen oder Veränderungen an der Wohnung solltet ihr immer gemeinsam treffen. Auch im Alltag solltet ihr euch stets mit Verständnis und Respekt behandeln.

Richtig kommunizieren

Besonders heterosexuelle Paare würden oft über Missverständnisse klagen, sagt Krüger, da Frauen und Männer oft unterschiedlich kommunizieren. Der Komiker Loriot trieb dieses Phänomen in seinem Sketch "Garderobe?" auf auf die Spitze. Fest steht: Mit einer klaren, aber respektvollen Aussage erreicht ihr oft mehr, als mit subtilen Andeutungen. Helfen kann auch das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun: Sendet mehr "Ich-Botschaften", in denen ihr beschreibt, wie ihr euch in einer Situation fühlt, anstatt euch gegenseitig mit "Du-Botschaften" zu beschuldigen.

Kompromisse schließen

"Idealerweise zieht man gemeinsam in eine neue Wohnung", sagt Krüger. Denn: Wenn einer in die Wohnung des anderen zieht, würden sich viele Paare über die Einrichtung streiten. Wichtig sei es, Kompromisse zu schließen. Dein Freund will unbedingt seinen Fernsehtisch behalten, aber der passt überhaupt nicht zu deiner Kommode? Deine Freundin möchte die Wände grün streichen? Setzt euch einen Nachmittag zusammen und überlegt in Ruhe, was euch wirklich wichtig ist.

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Gutmütigkeit und Toleranz

Ebenfalls ausschlaggebend für ein funktionierendes Zusammenleben ist eine gewisse Gutmütigkeit, "dass man weiß, der andere behandelt mich gut", sagt Krüger. Fehler solltet ihr euch nicht ständig unter die Nase reiben, sondern als liebenswerte Schwächen am Anderen akzeptieren. Kein Mensch ist perfekt – auch dein Freund oder deine Freundin nicht.

Diese Paare sind schon zusammengezogen

Der richtige Zeitpunkt

Krüger rät Paaren, frühestens nach einem Jahr zusammen zu ziehen. Dann erst wisse man, ob man wirklich zusammengehöre, habe erste Krisen durchgestanden und kenne den Anderen mit seinen Gewohnheiten. Wolfgang Krüger ist sich sicher: "Wer eine ernsthafte Beziehung führen will, der sollte zusammenziehen". Die erlebte Nähe schweiße beide Partner zusammen. Wenn ein Paar noch nicht weiß, ob es wirklich passt, dann bietet sich zunächst ein gemeinsamer Urlaub an, als Test für das Zusammenleben.