Michael Wendler (46), Schlager Star und in Deutschland angeblich schlimmverkannter Promi, trennte sich jüngst von seiner Gattin und ist nun mit einer sehr jungen Frau (18) zusammen.

Bekannt wurde das Liebesglück vor kurzer Zeit, vergangene Woche trafen wir Michael und Laura dann in dem VOX Format "Goodbye Deutschland" an: Sie ist gerade in den Ferien bei ihm.

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so much LOVE❣️

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Kennen Sie den schon: Worüber reden ein älterer Mann und seine jüngere Freundin? Darüber, ob sie das Abitur abbricht, lol. Leider kein Witz, sondern genau das kann man in dem Format nun sehen. 

Und Spoiler: Es ist haarsträubend.

Natürlich wird die Beziehung heiß diskutiert und vor allem darüber spekuliert, ob man die beiden in Zukunft auch im "Sommerhaus der Stars" sieht. "Wäre schon schön" findet man bei Der Westen. Ich fürchte, schön wäre daran nichts. 

"Wir müssen reden"

Die wöchentliche Kolumne von Kathrin Weßling. Denn: Wir müssen reden. Über einfach alles. Am meisten aber über die Themen, die gerade aktuell brennen. Das kann ein Shitstorm sein oder eine Liebeserklärung, ein Aufschrei oder ein Kopfschütteln – gesprochen wird über alles, was beschäftigt oder bewegt, nervt oder einfach gerade im Raum steht.

Dabei geht es mir nicht um den Altersunterschied. 

Dass Menschen sehr glückliche Beziehungen führen können, auch, wenn der eine wirklich viel, viel älter ist als der andere, das ist kein Geheimnis. Das ist absolut legitim, wenn beide erwachsen sind.

In diesem Fall ist das nicht so. Denn wir lernen eine Frau kennen, die alles andere als reif wirkt. Ihr ist da kein Vorwurf zu machen. Sie ist 18 und hatte bisher nichts "mit Medien" zu tun

Michael Wendler und dem VOX Team hingegen schon. Denn in seinen Aussagen über die junge Frau findet sich alles, was der moderne Chauvinismus so zu bieten hat. 

Grundsätzlich spricht er nur über "die Laura" und erklärt dem Zuschauer auch die Laura-Welt: die Laura ist eben sehr verliebt. Die Laura ist eben noch jung. Die Laura sitzt daneben und lächelt. Für "die Laura" sei es eben auch noch neu, mit einem Promi zusammen zu sein.

Vox hält drauf, der Wendler labert und am Ende haben wir die perfekte Trash-Unterhaltung: alter Mann, junge Frau, irgendwie auch sexy anzusehen. Toll. 

Wendler-Fans verteidigen ihr Idol jetzt folgendermaßen: Laura sei ja schließlich 18 und damit erwachsen, also "WO IST DAS PROBLEM LEUTEEE?".

Das Problem ist: Ein alternder Schlager-Star verkauft in aller Öffentlichkeit seine Beziehung mit einer sehr medienunerfahrenen jungen Frau, ohne nur im geringsten das Machtgefälle in dieser Beziehung zu reflektieren, nennt das Ganze Liebe und der Sender hält drauf und bedankt sich, denn das ist ja sehr nett, dass der Michael so offen über alles spricht. 

Herr Wendler verteidigt sie und ihre Beziehung zueinander, sagt, die Laura sei sehr reif für ihr Alter. Dass er im gleichen Atemzug sagt, dass seine eigene Tochter (17) eben noch ein Kind sei – geschenkt. Dazu immer passend: ein Zoom auf das Gesicht der Tochter

Richtig schlimm wird es allerdings, wenn Herr Wendler über ehemalige gemeinsame Freunde seiner von ihm getrennten Frau und ihm spricht. Die, erzählt er, hätten sich aufgeteilt: Die Älteren wären mit der Ex-Frau befreundet, die Jüngeren mit ihm und Laura. Und das läge vor allem, mutmaßt er, daran, dass die Frauen unter ihnen Angst hätten, dass ihnen das gleiche passiert, wie der Ex-Wendler-Frau: dass sie "sage ich jetzt mal: ausgetauscht werden. Durch eine Jüngere.“

Das sagt Herr Wendler nicht missmutig, nicht skeptisch, nicht in einem "könnte so sein, aber das wäre ja Quatsch" Ton, sondern ernst und so, als sei das eben auch irgendwie die Wahrheit. Im Hintergrund machen sich seine Tochter und seine Freundin gerade ausgehfertig. 

Und genau das zeigt, welche Rolle die Frauen im Leben des Wendlers zugeteilt bekommen – entweder von ihm oder von der Vox-Redaktion: Sie werden reduziert auf austauschbare Nebenrollen, deren Hauptmerkmal der Wendler ist, und bei denen es sonst noch ums Alter und ihr Aussehen gehen kann – aber eigene Persönlichkeiten? Eher nicht.

Die einzige, die das Spiel verstanden hat, ist scheinbar die Ex-Frau: Die möchte sich nicht äußern und man kann sich wirklich nur wünschen, alle im Leben von Michael Wendler würden es ihr gleichtun. 

Denn weder "die Laura", noch die Tochter scheinen zu ahnen, welches Bild hier von ihnen und von Beziehungen in der Öffentlichkeit kreiert wird. Und so wundert es auch nicht, dass Michael Wendler alle kritischen Kommentare auf seinen Social-Media-Kanälen gegenüber Laura weglabert.

"Is nich so schlimm" kann man seine Aussagen zusammenfassen, alle nur neidisch und die Laura solle da einfach nicht hingucken. Dass es seine Verantwortung und die des Senders ist, dass die Laura überhaupt derart im Fokus des Interesses steht, das sagt er lieber nicht. 

"Liebe" klingt einfach besser als "Selbstvermarktung" und an einen Arsch, den man gerade verkauft hat, fasst man besonders gern.


Art

Provokante Kunst: "Manche waren zwar schockiert, aber ich wurde nie beschimpft"
Wenn die "soziale Hängematte" aus Stacheldraht ist.

Stacheldraht, Einkaufswägen, alte Globen – das ist kein Sperrmüll, der auf Berlins Straßen zu finden ist, sondern Kunst von "itsthevibe"

Hinter dem Namen steckt Clément Guyot. Sein Alter will er nicht verraten, nur, dass er etwa 30 Jahre alt ist. Seit 2017 studiert er Bildende Kunst an der Universität der Künste (UDK) in Berlin. Zuvor lebte er in Frankreich, Schottland, den USA und Kanada. 

Clément Guyot macht vor allem Street Art und konzeptionelle Kunst. 

Letzteres ist eine moderne Richtung, bei der nicht so sehr der Gegenstand im Mittelpunkt steht, sondern die Idee oder Aussage, die die Künstlerin oder der Künstler vermitteln will. Ein berühmter Vertreter der Konzeptkunst ist der Chinese Ai Weiwei. Aktuell erinnert er in einer Ausstellung in Mexiko-Stadt an 43 vermutlich ermordete Studenten – mit Porträts von ihnen aus einer Million Legosteinen. (ZDF)

Guyot möchte mit wenig Material und Aufwand aus Dingen, die von vielen für Müll gehalten werden, etwas Positives machen – Menschen zum Lachen bringen oder sie unterhalten. Die Inspiration für seine Kunst kommt von der Straße: Er entdeckt etwa Rohre einer Baustelle oder dreckige Matratzen und macht daraus Domino-Steine

Statt seine Kunst in Galerien zu zeigen, hat Guyot mehr als ein Jahr lang einige seine Werke in einem Leichenwagen auf Berlins Straßen gezeigt.

Auf einer großen Ladefläche, auf der normalerweise ein Sarg lag. Die Vorhänge hatte Guyot zur Seite geschoben, sodass die Glasfront wie ein Schaukasten wirkte. Bilder von dieser Aktion veröffentlichte er auch auf seiner Webseite.