Bild: Unsplash/Ben White; Montage: bento
Von führenden "MeToo"-Tätern empfohlen.

Manche machen immer alles falsch. Es mag um banale Dinge gehen: Nicht bemerkt zu haben, dass der Abwasch schon seit Tagen in der Spüle schimmelt. Oder seine Kollegin "Puppe" nennen – kein wirklich adäquater Spitzname.

Oft geht es aber auch um ernste Dinge – jene, die in der "MeToo"-Debatte zur Sprache kamen, zum Beispiel. Vor allem in Hollywood haben sich viele männliche Stars nur sehr umständlich und ausweichend zu Anschuldigungen gegen sie geäußert. Dustin Hoffman entschuldige zum Beispiel Belästigungsvorwürfe mit einer "sexualisierten Humorkultur", die seinerzeit nun mal in Hollywood geherrscht habe (bento).

Für ihn und alle anderen, die nicht wissen, wie sie sich entschuldigen sollen, gibt es nun einen Antwort-Generator.

Er heißt "Celebrity Perv Apology Generator" – also in etwa "Entschuldigungs-Generator für berühmte Perverse". Das Tool setzt willkürlich Ausreden, Entschuldigungen und Rechtfertigungen von bekannten Personen zu neuen Versionen zusammen.

Wir haben einige besonders zynische Beispiele übersetzt:
"Als Vater von Töchtern halte ich Belästigung für inakzeptabel – vor allem, wenn Menschen davon erfahren. Damals dachte ich, dass die 22-Jährige meine soziopathischen Manipulationen einvernehmlich fand. Jetzt merke ich, dass das falsch war."
"Als jemand, der geboren wurde, bevor Frauen als 'Menschen' betrachtet wurden, muss ich sagen, dass meine Taten nicht mit meinen Überzeugungen übereinstimmen. Sie spiegeln auch nicht wider, wer ich bin. Ich brauche dringend Hilfe, deshalb ist das alles ja nicht wirklich mein Fehler."
"Als männlicher Feminist stellte ich mir vor, dass Frauen es spannend fanden, den kleinen Penis wie den Kopf einer altersschwachen Albino-Schildkröte unter meinem Bauch hervorlugen zu sehen – jetzt merke ich natürlich, dass mein Verhalten falsch war."
"Ich erinnere nicht, dass die Ereignisse der Party so abgelaufen sind, aber ich fühle mich tief beschämt (bin allerdings nicht 'sorry', weil das bedeuten würde, dass ich eine Schuld eingestehe). Ich war zu der Zeit vergiftet – also werde ich mein Leben nun der Jagd nach echten Partygrabschern widmen!"
"Ich fühle mich tiefgreifend schuldig, jetzt wo die Dinge, die ich getan habe, öffentlich wurden. Ich will aber nicht sagen, dass das Opfer eine 'Lügnerin' ist. Ich will nur sagen, dass sie vielleicht nicht die Wahrheit sagt über das, was passiert ist, weil es vielleicht gar nicht passiert ist."
"Als männlicher Feminist halte ich Belästigung für komplett inakzeptabel – vor allem dann, wenn andere davon erfahren. Ich habe jetzt beschlossen, als schwuler Mann weiterzuleben. Wenn du jetzt also was gegen mich sagst, bist du homophob."
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Die Texte zeigen, wie absurd manche (vor allem männliche) Bemerkungen in der "MeToo"-Debatte sind. Oder wie peinlich – Kevin Spacey versuchte von den gegen ihn gerichteten Vorwürfen unter anderem damit abzulenken, dass er sich als schwul outete. 

Das Resultat: Die Schicksale der Männer, die er belästigt haben soll, wurden kurz zweitrangig. Sein Coming Out war spannender. Juristisch bewiesen ist seine Schuld bisher nicht. Mittlerweile hat in Netflix jedoch aus der Serie "House of Cards" gestrichen, Regisseure arbeiten nicht mehr mit ihm zusammen. 

Auch diese Seite wagt einen zynischen Blick auf die "MeToo"-Debatte:


Tech

Telekom und O2 speichern deine Ortsdaten – und planen damit die Stadt der Zukunft

Überall, wo du bist, ist auch dein Smartphone. Mobilfunkanbieter nutzen das: 

Telekom und O2 speichern Daten ihrer Nutzer – und verkaufen sie an Dritte weiter. Das soll helfen, zum Beispiel Staus und Shoppinglaunen besser vorherzusehen.

Was erst mal gruselig klingt, ist ein Vorgeschmack auf die Stadt der Zukunft.