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Hoch (auf) die Tassen!

Sie produzieren weniger Müll und sind langfristig viel günstiger als Tampons und Binden: Menstruationstassen sind in Sachen Periode gerade ziemlich angesagt. 

Kein Wunder also, dass sich immer mehr Frauen überlegen, zu den kleinen Bechern zu wechseln. Doch wenn man jahrelang Tampons oder Binden benutzt hat, wirkt das Prinzip der Tassen zunächst befremdlich.

Wie funktionieren Menstruationstassen?

Menstruationstassen sind kleine Becher aus Silikon oder Gummi, die in die Vagina eingeführt werden. Weil sie aus weichem Material und flexibel sind, passen sie sich an die Vaginawand an, werden dort von der Scheidenmuskulatur gehalten und bilden einen leichten Unterdruck, der verhindert, dass sie wieder herausrutschen. 

Beim Tragen spürt man den Becher gar nicht, es sei denn, er ist zu groß und sitzt zu nah am Scheideneingang – in dem Fall hilft es, eine andere Größe zu probieren. Alle Menstruationstassen haben unten einen kleinen Stil, der beim Herausnehmen hilft und den man je nach Anatomie etwas kürzen kann, damit er nicht als störend empfunden wird.

Die Tasse kann länger getragen werden als Tampons, da sie mehr Fassungsvermögen hat und nicht wie ein Tampon irgendwann durchlässig wird. Beim Wechsel wird der Inhalt einfach in die Toilette entleert und die Tasse kurz mit Wasser und milder Seife ausgespült. Nach der Periode sollte die Tasse einmal ausgekocht werden, um sie zu desinfizieren.

Deshalb gibt es hier ein paar Dinge, die du wissen solltest, bevor du auf eine Menstruationstasse umsteigst:

1 Es kommt auf die Größe an.

Da jede Vagina unterschiedlich ist, gibt es auch die Becher in verschiedenen Größen. Ist die Tasse zu klein, kann es passieren, dass das Blut an ihr vorbei gelangt. Ist sie zu groß, ist es schwierig, sie einzuführen und kann sich dann unangenehm anfühlen.

Zunächst musst du also herausfinden, welche Größe am ehesten für dich geeignet ist. Die Webseite "Tassenfinder" hilft dir dabei.

Wenn dir eine der größeren Tassen empfohlen wird und du dich bei ihrem Anblick fragst, ob du wohl eine Gigantomanen-Vagina hast: Keine Sorge, das ist schon alles richtig so.

2 Die Sache mit dem Ekel.

Jahrelang ist man mit dem eigenen Periodenblut fast gar nicht in Berührung gekommen, hat Tampons und Binden schnell entsorgt. In der Tasse hingegen sieht man es, bevor es in die Toilette gekippt wird, beim Einführen und Herausnehmen hat man es auch mal an den Fingern. Und ganz ehrlich, die Gefühle bei den ersten Malen reichen von "örks, unangenehm" bis "oh mein Gott, ich kotze gleich".

Aber: Irgendwie ist es auch spannend. Denn plötzlich kommt man viel stärker mit dem eigenen Körper in Kontakt und lernt mehr über die eigene Periode. Man könnte es also auch als Chance sehen, das eigene Körpergefühl zu stärken.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigte außerdem, dass die teilnehmenden Frauen sich sehr schnell an die Handhabung der Menstruationstasse gewöhnten. Die große Mehrheit von ihnen gab sogar an, die Tasse nach der Studie statt Tampons weiter verwenden zu wollen. (Apotheken Umschau)

3 Du brauchst eine eigene Technik.

Das läuft nicht so flupp, rein und fertig. Man muss die Dinger falten und dafür gibt es mehrere Methoden. Zum Beispiel so:

(Bild: Imago)

Aber keine Sorge: Die meisten Tassen kommen mit Gebrauchsanweisungen, inklusive Faltoptionen und Tipps fürs Rausnehmen – denn auch das muss geübt werden: Am Stil ziehen reicht nicht, denn dann wird es durch den Unterdruck unangenehm. Mann muss die Tasse entweder mit dem Finger leicht eindrücken oder durch Bewegungen und Anspannung des Beckenbodens etwas herausschieben.

Beim ersten Versuch klappt bei den meisten vermutlich weder an Einsetzen noch das Herausnehmen, aber lass dich dadurch nicht verunsichern. Es braucht eine Weile, sich daran zu gewöhnen. Die ersten Tampon-Versuche als Teenie waren immerhin auch nicht so prickelnd. 

4 Doch dann musst du sie viel seltener wechseln.

Ein Tampon der Größe "Normal" fasst etwa 9 bis 12 Mililiter Blut, Menstruationstassen schaffen je nach Modell 15 bis 40 Mililiter. Man sollte sie trotzdem spätestens nach zwölf Stunden wechseln. (SPIEGEL ONLINE)

Apropos wechseln: Ein weiterer Vorteil der Tasse ist, dass der Mülleimer im Bad nicht mehr so stinkt. 

5 So wechselst du die Tasse am besten auf öffentlichen Toiletten.

Es ist eine extrem abschreckende Vorstellung, mit der blutigen Tasse in der Hand aus der Toilettenkabine zu kommen und sie an einem der Waschbecken auszuwaschen, bevor man wieder in der Kabine verschwindet – oder auch noch darauf warten muss, bis wieder eine frei ist 😱

Zum Glück gibt es für diese Fälle ein paar Tipps

  • Du kannst eine Ersatztasse dabei haben und die benutzte zur späteren Reinigung einpacken.
  • Es gibt spezielle Reinigungstücher für die Tassen.
  • Man kann eine Wasserflasche mit aufs Klo nehmen und die Tasse damit über der Toilettenschüssel kurz abspülen.
  • Oder: Wenn es eine gibt, kannst du auf die Behindertentoilette gehen – mit Waschbecken im selben Raum.

6 Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten!

Wer eine starke Blutung hat, weiß, dass das Versprechen, Tampons könnten bedenkenlos auch beim Sport oder Schwimmen getragen werden, nicht an allen Tagen der Menstruation gilt. Denn irgendwann sind sie halt einfach vollgesaugt und werden durchlässig. Bei der Tasse ist das anders, da an ihr kein Blut vorbei gelangt. 

Plötzlich kann man am ersten Tag der Regel schwimmen gehen! 🎉

Auch kleine "Unfälle" werden so seltener. Wenn man weiß, an welchem Tag die Menstruation ungefähr anfängt, kann man den Becher auch schon vor Beginn der Blutung einsetzen – anders als bei Tampons.

Außerdem beeinflusst die Menstruationstasse die Scheidenflora weniger als Tampons, da keine Flüssigkeit aufgesaugt wird und so die Vagina nicht ausgetrocknet wird. (SPIEGEL ONLINEApotheken Umschau)

7 Du sparst richtig Geld!

Die günstigsten Modelle starten bei etwa zehn Euro, manche spezielleren Sets können auch um die 50 Euro kosten. Trotzdem: Mittel- und vor allem langfristig sparst du echt viel Kohle. Denn pro Periode geben Frauen in Deutschland im Schnitt drei Euro für Tampons oder Binden aus. Den Preis der Menstruationstasse hat man also recht schnell wieder raus, denn die kleinen Becher lassen sich bis zu zehn Jahre verwenden. (SPIEGEL ONLINE)


8 Aber: Nicht für jede ist die Tasse geeignet.

Ganz abgesehen davon, dass natürlich jede Frau für sich selbst herausfinden muss, welche für sie die angenehmste Methode ist, gibt es auch bei der Menstruationstasse ein paar Einschränkungen (SPIEGEL ONLINE):

  • Zum Beispiel raten Frauenärztinnen und -ärzte davon ab, die Tasse zu verwenden, wenn man noch sehr jung ist und seine Periode noch nicht so lange hat, da zu diesem Zeitpunkt eventuell die Vagina noch nicht weit genug sein könnte. 
  • Auch in den Wochen nach einer Geburt sollte man lieber nicht die Menstruationstasse verwenden. 
  • Frauen, die eine Spirale oder Kupferkette zur Verhütung verwenden, sollten sich vor der Entscheidung für die Tasse von ihrer Frauenärztin beraten lassen, da der Unterdruck beim Herausnehmen der Tasse dazu führen kann, dass das Verhütungsmittel mit herausgezogen wird.

Also: Bei Interesse einfach mal ausprobieren und bei Zweifeln vorher mit der Frauenärztin sprechen.


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Trump will US-Marken stärken, verkauft im eigenen Fan-Shop aber fast nur "Made in China"

Der US-Präsident will die Wirtschaft in den USA stärken – setzt aber bei eigenen Produkten lieber auf ausländische Märkte. Das zeigen Recherchen der "Washington Post" und des US-Mediums "Quartz".

Demnach stammen nur 15 Prozent aller Produkte aus dem Fanshop von Donald Trump aus den USA – der Großteil wird billig im Ausland produziert.

Worum geht's?

Wie kein Präsident zuvor setzt Trump auf Personenkult und macht aus dem Weißen Haus heraus ein Geschäft mit Fanartikeln. Im "Trump Store" gibt es die berühmte "Make America Great Again"-Basecap, Trump-Weingläser, einen Trump-Teddybären und aktuell auch Trump-Christbaumkugeln.

Insgesamt sind es 268 Produkte. Aber nur 41 davon werden innerhalb der USA hergestellt, das heißt 85 Prozent der Waren werden im Ausland produziert. Vor allem in China, Mexiko, Indien und der Türkei, aber auch in Slowenien, Österreich und Deutschland. Die Weingläser zum Beispiel sind von der österreichischen Firma Riedel.

Und selbst der Trump-Teddy kommt nicht aus den USA, sondern wird dort laut Selbstbeschreibung nur final "dekoriert".