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"Du machst dir einfach zu viele Sorgen."

Angststörungen, Depressionen, Magersucht. Psychische Erkrankungen sind für Außenstehende meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Dennoch sind es ernsthafte Krankheiten und die Betroffenen leiden. Zusammenreißen, das bringt in solchen Fällen nichts. Psychischen Erkrankungen sollte man deshalb nicht abtun, die Betroffenen nicht verurteilen.

Der Hashtag #ThingsPeopleHaveSaidAboutMyMentallIllness zeigt allerdings, was sich Betroffene wirklich immer noch anhören müssen.

Die britische Journalistin Hattie Gladwell hat den Hashtag ins Leben gerufen, sie will Menschen mit psychischen Krankheiten so ermutigen, ihre schlimmsten Erfahrungen zu teilen (Metro). 

Die Tweets gebe psychisch Kranken die Möglichkeit, zu erklären, wie sehr sie manche Kommentare verletzten, schreibt die Journalistin in ihrem Artikel. Gleichzeitig sollen die Tweets anderen zeigen, welche Sprüche nicht hilfreich seien – auch wenn sie vielleicht gut gemeint wären.

Menschen mit psychischen Krankheiten müssen nicht gesagt bekommen, dass Medikamente eine blöde Idee sind. Sie brauchen Liebe, Unterstützung und Mitgefühl.
Hattie Gladwell

Gladwell selbst machte den Anfang und teilte ihre Erfahrung auf Twitter:

"Mir sagte einmal eine Person, ich bräuchte keine Medikamente, ich bräuchte einfach nur mehr Motivation, um meine psychischen Probleme zu bewältigen."

Mehr als 2600 Menschen haben ihren Tweet seither geliked und mehr als 470 haben ihn geteilt. Inzwischen haben viele weitere Erkrankte mitgemacht.

Diese Tweets zeigen, welche Sätze ihnen an den Kopf geworfen wurden.

Diese Frau schreibt, dass sie an Angststörungen leide und der Therapeut zu ihr gesagt habe, sie würde sich einfach zu viele Sorgen machen.

Dieser Twitter-Nutzer weiß gar nicht, wo er anfangen soll:

  • "Manchen Menschen geht es viel schlimmer als dir",
  • "Hör auf, dich selbst zu bemitleiden",
  • "Jeder muss mit seinem Leben klar kommen, wieso kannst du das nicht?",
  • "Du bist egoistisch".

Oft werden psychische Krankheiten abgetan. Diese Tweets hier illustrieren das Problem:

"Du musst erwachsen werden und aufhören, dich wie ein Kind zu benehmen. Ich habe eine Borderline Störung und Depressionen.”

"Ich habe das Gefühl, du benutzt deine Depressionen als Ausrede. Ich sehe nicht, dass du es überhaupt versuchst."

Viele teilen nicht hilfreiche Tipps, die ihnen gegeben wurden:

"Magersucht ist eine Entscheidung. Du musst einfach nur damit aufhören und essen."

"Bete, geh in die Kirche und Gott wird deine Magersucht/Depression heilen."

"Ich denke, wenn du aufhören würdest darüber zu reden, wirst du auch alles vergessen."

Was man nicht sehen kann, ist auch nicht da...

"Du kannst nicht krank sein, du arbeitest doch. Es sind die Medikamente, die dich krank machen. Entspann dich. Für mich siehst du gut aus.”

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Sprich mit anderen Menschen darüber. Hier findest du – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

"Du siehst nicht aus, als seiest du psychisch krank."

Diese Nutzerin erklärt, was sie wirklich hören möchte:

"Ein Super-Freund: 'Komm einfach im Schlafanzug rüber zu mir. Du musst nicht reden. Ich koche dir Abendessen'."


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