Bild: Samantha Geballe

Wenn man in kurzer Zeit viel Gewicht verliert, dann hinterlässt das Spuren. Der Körper von Samantha Geballe wird sie für immer daran erinnern, welche extreme Veränderung die Fotografin durchlebt hat. 

Im Jahr 2013 unterzog sich Samantha einer Magenbypass-Operation – und hielt die Veränderung ihres Körpers in beeindruckenden Bildern fest.  

Die zweiteilige Fotoserie "Self-Untitled" beginnt mit "Phase eins", einer Art Ventil, durch das Samantha ihre Unzufriedenheit und Wut über den eigenen Körper ausließ. 

(Bild: Samantha Geballe)

"In meiner Arbeit geht es nicht allein um das Übergewicht. Es geht auch um den Missbrauch eines Menschen und darum, nicht als solcher gesehen zu werden", sagt sie dem Fotografie-Magazin Lenscratch.

Der Magenbypass

Bei einem Magenbypass wird der Magen wenige Zentimeter unterhalb des Mageneingangs abgetrennt. Es bleibt ein kleiner Restmagen, der mit dem Dünndarm verbunden wird. Ein Teil des Dünndarms wird dabei "umgangen" (engl. Bypass) und der Verdauungsprozess beginnt später. Der Körper nimmt so weniger Nahrungsbestandteile auf.

Ein Magenbypass ist eine große Operation, die Risiken birgt, zum Beispiel können umliegende Organe verletzt werden.

(Bild: Samantha Geballe)

Heute, fast fünf Jahre nach der Operation, merkt Samantha, dass ihre früheren Selbstporträts und ihre Essstörung eng mit einander verknüpft waren. "Meine Essstörung war meine Muse. Es war schwer, mir das einzugestehen. Es fühlte sich gut an, so laut wie möglich in einem stummen Bild zu schreien." 

Mit der Veränderung ihres Körpers veränderte sich eben auch Samanthas wichtigstes Ausdrucksmittel. 

(Bild: Samantha Geballe)
(Bild: Samantha Geballe)

Der zweite Teil der Fotoserie zeigt Samantha nach der Operation. Samantha musste lernen, mit dem neuen Körper umzugehen, ein Gefühl für sich zu entwickeln – und all dem Ausdruck in ihrer Kunst zu verleihen. 

Meine Hände fühlen sich nicht wie meine eigenen an. Es erschreckt mich, wenn sie sich bewegen

Während Freunde und Familie erwarteten, dass sie nach der Operation sofort glücklich werde, war der Umgang mit ihrem neuen Körper für Samantha schwierig: "Zuerst erkannte ich mein eigenes Spiegelbild nicht". Früher konnte sie sich hinter ihrem Körper verstecken, sagt sie. Aber nach der Operation fühlte sie sich fremd. 

(Bild: Samantha Geballe)
Ich kann kaum glauben, dass ich mein Leben in zwei verschiedenen Körpern gelebt habe. Das ist schwer zu verarbeiten
Samantha
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Es sei aber nicht zu leugnen, dass sie sich in ihrem neuen Körper wohler fühle. "Ich bin froh darüber, meine Beine übereinander schlagen zu können. Darüber, in Stühle zu passen – überhaupt, darüber in Dinge zu passen."

Das Gewicht habe ihr ganzes Leben in Beschlag genommen, und es sei sehr leicht, die Perspektive zu verlieren, wenn man sich immer nur auf eine Sache konzentriere.

Das ändert sich nun. Und auch um diesen Wandel zu verstehen, fotografiert sie immer weiter. "Ich fotografiere mich heute noch weiter, weil ich es einfach sehen muss. Ich muss mich selbst sehen. Ich will mich verstehen und akzeptieren." 

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Retro

Es gibt bald einen Nachfolger von "Uno" – er heißt "Dos"

Es hat Freundschaften auf die Probe gestellt und zerstört: das Kartenspiel "Uno". Der Spielzeughersteller Mattel hat nun bekannt gegeben, dass das berühmte Kartenspiel einen Nachfolger bekommt. Im März erscheint "Dos". 

  • "Uno" wurde 1971 von einem Friseur aus Ohio erfunden.
  • 1992 sicherte sich "Mattel" die Rechte an dem Kartenspiel.
  • Es wurde in 80 Ländern über 151 Millionen mal verkauft. (New York Times)