Bild: Annika Eliane Kraus

Der Lusttropfen ist die kleine Portion Flüssigkeit, die aus dem Penis läuft, bevor es zur Ejakulation kommt. Das Präejakulat – so wird der Lusttropfen in der Fachsprache genannt – ist sozusagen die Ankündigung für das große Finale. 

Warum gibt es den Lusttropfen überhaupt?

Das Tröpfchen ist nicht unwichtig: Das Sekret darin verändert das durch den Urin sauer gewordene Milieu in der Harnröhre hin zum alkalischen, damit die Samenflüssigkeit – die größtenteils selbst alkalisch ist – und eben auch die Spermien unbeschadet den Weg aus der Harnröhre in die Scheide der Frau finden. 

Aber kann man vom Lusttropfen auch schwanger werden? 

Dieser Frage wollen wir in der heutigen Vögelkunde nachgehen.

"Ja, Frauen können allein durch den Lusttropfen schwanger werden", sagt Rüdiger Schug, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Mainz. Denn nicht selten finden sich bereits im Lusttropfen Spermien. 

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Produziert wird das Präejakulat von den sogenannten Cowperschen Drüsen, erklärt Schug. Diese erbsengroßen Drüsen befinden sich im Bereich der Schwellkörper des Penis', die beim Mann in der Nähe der Harnröhre sitzen.

Anatomisch dürfte der Lusttropfen also keine männlichen Samenzellen enthalten. Denn die Sperma-Produktion findet nicht in den Cowperschen Drüsen statt, sondern in den Hoden.

Wie kommen die Spermien also ins Präejakulat? 

Dafür gibt es laut Schug zwei Gründe:

  1. Hat der Mann bereits vor dem Geschlechtsverkehr einen Samenerguss gehabt, können in dem Harnleiter Spermien zurückbleiben – wird der Lusttropfen dann vor der nächsten Ejakulation gebildet und gelangt über die Harnleiter zur Penisspitze, nimmt er die übrig gebliebenen Samen einfach mit.
  2. Während die Cowperschen Drüsen das Präejakulat produzieren, schicken auch die Hoden ihre Spermien langsam in Richtung Harnröhre. Auf diese Weise gelangen einzelne Samenzellen noch vor der Ejakulation in die Harnleiter und werden dann vom Lusttropfen mit hinausgeschwemmt.

Dies bestätigt auch eine Studie, die im Jahr 2010 im Fachblatt "Human Fertility" erschien. Um den Lusttropfen besser zu verstehen, analysierten Forscher der Hull York Medical School  in Großbritannien 40 Präejakulate von 27 Probanden und entdeckten: In dem Sekret sind auch dann Samenzellen enthalten, wenn vorher kein Samenerguss stattgefunden hat.  

Wie viele Spermien es schaffen, die Hoden vor der Ejakulation zu verlassen, ist von Mann zu Mann und auch von Fall zu Fall unterschiedlich, meint Gynäkologe Schug. Denn: "Entscheidend ist dabei nicht so sehr die Menge an Samenzellen, die der Mann produziert, sondern ihre Schnelligkeit."

Entscheidend ist nicht die Menge an Samenzellen, sondern ihre Schnelligkeit
Rüdiger Schug

Die Konsequenz: Auch wenn ein Mann grundsätzlich eher wenig Spermien produziert – etwa weil er sich schlecht ernährt, viel raucht oder etwas älter ist – , lässt sich nicht ausschließen, dass sich unter den wenigen Samenzellen ein paar erstklassige Schwimmer befinden, die ihren Genossen vorauseilen und gemeinsam mit dem Lusttropfen das Ziel erreichen. 

"Als Verhütungsmethode reicht es beim Sex demnach nicht aus, dass der Mann seinen Penis aus der Vagina zieht, bevor er ejakuliert", meint Schug.


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