Bild: Tim Schneider
Wir haben fünf Paare gefragt, wann und warum sie die drei Worte sagen.

Liebeserklärungen können laut sein und leise, dramatisch und beiläufig, es gibt sie als Geste und in Worten, sie sind mal gelogen und mal kommen sie aus dem tiefsten Herzen. Fest steht nur: Jeder macht sie anders. Und wenn es gut läuft, hört man sie gern. 

Denn wir lieben die Liebe, wir lieben ihren Halt in unruhigen Zeiten, wie sie uns das Herz wärmt, wenn es draußen immer schneller dunkel und immer kälter an den Füßen wird. Ein "Ich liebe Dich" im richtigen Moment verleiht Superheldenkräfte und kann uns durch graue Tage tragen.  

Aber wie oft kann man die Wunderwaffe ziehen, ohne dass sie sich abnutzt? Gibt es so etwas wie zu viel Liebesbekundung? Und gilt sie auch als Floskel am Ende eines Einkaufszettels?

Wir haben fünf Paare gefragt, wie oft sie "Ich liebe dich" sagen, wann und warum. 

Alex, 29, und Ronny, 29    
(Bild: Tim Schneider)

"Ich wusste nicht, ob ich bei einer Frau solchen Kalibers landen kann", sagt Ronny und räuspert sich. Er traf Alex zum ersten Mal in einer Militärübung.

Damals waren beide bei der Bundeswehr. Sie war charmant und selbstbewusst zugleich, das gefiel ihm. Zum ersten Date wurde Alex regelrecht entführt: "Einige unserer Bekannten waren auf dem Weg in die Disco. Eigentlich wollte ich gar nicht mit. Aber Ronny wollte mich unbedingt dabei haben, also warf er mich über seine Schulter und nahm mich einfach mit!"

Ronny hat zuerst "Ich liebe dich" gesagt:


Ich war erschrocken, weil es einfach so aus mir rauskam!
Ronny

"Ich war auch wirklich überrascht, wir waren noch nicht lange zusammen", ergänzt Alex. "Wir telefonierten und kurz bevor er auflegte, sagte er ein kleines, kaum hörbares ‚Ich liebe dich‘ ins Telefon.“ Alex hatte nicht einmal Zeit zu antworten. Nach dem Gespräch grübelte sie immer wieder, ob er es wirklich gesagt hat.

Mittlerweile sind sie seit fünf Jahren ein Paar, sie leben zusammen, zocken gerne und morgens meditieren sie über ihren Kaffeetassen. "Es klingt vielleicht kitschig, aber wir sind beste Freunde", sagt Alex. Täglich sagen sie sich, wie sehr sie sich lieben. "Und immer, wenn einer von uns das Haus verlässt. Ich habe oft Angst, ihn nie wieder zu sehen und möchte was Schönes hören und sagen.“


Die Südkoreanerin Da-mi Park alias Puuung zeichnet in ihrer Serie "Liebe ist..." die Liebe übrigens so:

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Hier haben wir mit ihr darüber gesprochen.

Bianca, 23, und Tom, 23

Bei Bianca und Tom war der Übergang zum "Ich liebe Dich“ fließend. Seit 2013 sind sie dicke Freunde, seit knapp einem Jahr ein Paar: "Zuerst war es 'Hab dich lieb', dann 'Love you' und irgendwann 'I love you'.“ Mehrmals am Tag sagen oder schreiben sie es. Manchmal denkt Bianca, es könnte zu einer Floskel werden, aber Tom soll wissen, wie sie fühlt.

Ich liebe diese Momente, in denen wir wir selbst sein können und bescheuert beim Zähneputzen tanzen
Bianca

Die Liebe im Alltag zeigen, das ist für beide wichtig: "Einmal habe ich 'unsere Songs' in seine Spotify-Warteschleife gezogen – voll cheesy, aber er hat sich mega gefreut.“ 

"Sie steht einfach auf denselben Scheiß wie ich. Es ist Gold wert, eine Frau zu haben, die gute Musik und Salat liebt.“ sagt Tom. 

Ob sie es jemals bereut hat, "Ich liebe Dich“ zu sagen? "Nö, wenn ich es gefühlt habe, hab ich es gesagt!“

Inzwischen sind Bianca und Tom auch Kollegen: Sie gründeten mit Freunden die Band "Paloma & The Matches" 

Jenifer, 25, und Daniel, 29

"Bei meinem Exfreund fiel es mir schwer 'Ich liebe Dich' zu sagen,“ Jenifer kräuselt ihre Lippen, lacht dann aber: "Daniel hingegen sage ich es jeden Tag und es fühlt sich richtig an. Auch wenn es nicht notwendig ist." Auf einem Jahrmarkt sagte Jenifer die drei Worte. Da waren sie gerade einmal zwei Wochen zusammen. "Er reagierte nicht, ich bekam Panik, ergriff die Flucht und ließ mich von der Menschenmasse verschlucken.“ Daniel ist überrumpelt stehen geblieben. Heute lachen sie darüber, damals war es ihr peinlich: "Umso schöner war es für mich, als er es am nächsten Tag erwiderte.“

"Daniel hat aus mir einen besseren Menschen gemacht. Früher schluckte ich Ärger herunter, war lieber beleidigt als über das Problem zu reden.“ 

Was sie oft zueinander sagen? 

"Wir sehen uns nur an Wochenenden. Beim Abschied sagen wir oft 'Nicht gehen' oder 

Dreh schnell wieder um und komm zurück!

Am Wochenende hat Daniel Jenifer übrigens einen Heiratsantrag in London gemacht. Natürlich sagte sie "Ja!“ 

Rula, 29, und Tanja, 29

Rula darf nicht lesbisch sein. Zumindest wenn es nach ihren Eltern geht: "Sie sind tolerante Menschen und haben nichts gegen Homosexualität. Also außerhalb ihrer Familie.“ 

Mit Tanja ist sie seit zwei Jahren zusammen und genauso lange trennen die beiden 695 Kilometer. Sie lernten sich auf einer Datingseite kennen. Wenn Tanja zu Besuch kommt, verbringen sie die Tage in einem Hotel. 

Rula erinnert sich: "Wir lagen im Bett und weinten, weil der Abschied näher rückte. 'Ich liebe Dich' kam einfach so aus mir heraus und es war leicht, es war richtig und wunderschön.“ Tanja erwiderte die Worte nur eine Sekunde später. Sie sagen, sie verliebten sich, bevor sie sich sahen.

Vorher war ich acht Jahre mit einem Mann zusammen. Klar sagte ich 'Ich liebe Dich'. Aber es war nicht dasselbe – man mochte sich halt.
Rula

Tanja ist Rulas Ruhepol. Ehrlichkeit ist für beide sehr wichtig. Rula weiß, dass ihre Mutter etwas ahnt. Sie will sie langsam an das Thema heranführen – zum Beispiel indem Rula ihr klarmacht, dass es immer Tanja ist, die sie besuchen fährt oder mit der sie Urlaube verbringt. 

Julia, 25, und Jochen, 32

Auf einer Party erzählte ein Kumpel, er besitze jetzt einen 2er Golf. Dieses Auto wollte Julia schon immer mal fahren: "Sturzbetrunken zog ich Kreise auf einem Parkplatz, als ein attraktiver Mann an die Scheibe klopfte und so tat, als wäre er Polizist: 'Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte'. Grinsend antwortete sie: "Tut mir leid, Officer, die habe ich leider nicht bei mir. Möchten Sie auch Schnaps?" So lernten sich Julia und Jochen kennen.

"Ich liebe Dich“ sagen die beiden laut Julia "5 bis 200 Mal am Tag". Julia war die erste:

Ich war zu nervös, um es zu sagen, also verfasste ich einen Brief
Julia

"Er las, ich sah zu.“ Am Ende des Briefes schrieb sie, dass sie etwas zu sagen habe, sie schaute ihn an und murmelte ein "Ich liebe Dich“. Er erwiderte es sofort. Für beide sind die Worte wichtig und obwohl sie oft fallen, verlieren sie nicht an Bedeutung. Seit einem Jahr leben sie und Kater "Rommel“ zusammen. Und Jochen vergibt massenweise Kosenamen:

Einhornjules, Hüttenjules (wenn ich Schlager singe), Juicyjules.
Julia​

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