Bild: Nicholas Hunt / Staff / Getty Images
Das Girl der "Girls" erzählt, was sie Frauen in den Zwanzigern rät. Dabei spielen auch Cupcakes eine Rolle.

Sich planlos aber ungeniert durch die Höhenflüge und Grausamkeiten dessen schlagen, was das Leben für Twenty-Somethings so bereithält: Niemand steht so sehr für diese Generation wie Lena Dunham. Doch die Macherin der Serie "Girls" verlässt das Zeitalter der Irrwege, Missverständnisse und Peinlichkeiten: Lena wird 30.

Mit ihrem Geburtstag im Mai setzt sie nicht nur ihrer Erfolgsserie ein Ende, deren letzte Staffel 2017 erscheinen soll. Sie hat auch mit anderen Dingen abgeschlossen und ist offen für Neues: Mit Lenny gründete sie im letzten Jahr einen Newsletter, der sich rund ums Frausein in der heutigen Zeit dreht. Auch politisch ist Lena aktiv und unterstützt ihr Vorbild Hillary Clinton im Wahlkampf. Außerdem plant sie einen Film und in naher Zukunft eine eigene Familie.

Für Refinery 29 blickt sie zurück auf ihre Zwanziger und erzählt, was sie jungen Frauen heute raten würde.
Lena beim Wahlkampf(Bild: Reuters / Brian Frank)

Als Lena anfing an Girls zu arbeiten, war sie Single, hat bei ihren Eltern gelebt und versucht herauszufinden, was aus ihr werden soll. "Jetzt fühle ich mich bereit zu etwas anderem überzugehen. Es fühlt sich richtig an, 30 zu werden."

So ganz erwachsen fühlt sich sich aber dennoch nicht: "Jeden einzelnen Tag bekleckere ich mir mein Shirt, fallen mir Schuhe aus meiner Tasche heraus oder ich vergesse, meinen Hund zu füttern, so dass ich wieder zurück nach Hause rennen muss und dann viel zu spät zu allem komme. Es gibt nicht einen Tag, an dem ich mich richtig erwachsen geworden fühle."

Was Lena Anfang Zwanzigjährigen rät:
1. Es ist nicht so wichtig, was die anderen denken

"Ich habe mich immer viel zu sehr nach den anderen gerichtet und nie gefragt, was ich eigentlich wirklich brauche. Dabei ist das nicht einmal egoistisch oder selbstsüchtig - wenn du dich um dich selbst kümmerst, wirst du ein besserer Freund, ein besserer Lebens- und Arbeitspartner. Eigentlich wirst du in allem besser, wenn du mehr auf dich selbst hörst."

2. Sei echt und ehrlich – auch im Bett

Feministischen Sex hält Lena für kein erstrebenswertes Ziel: "Überhaupt ist es schwer, politisch im Bett zu sein: Alles, wofür du stehst, scheint dort auseinander zu fallen: Ich kenne Feministinnen, die dominiert werde wollen, ebenso wie schüchterne Frauen, die darauf stehen, anderen ins Gesicht zu schlagen."

3. Es ist okay, uncool zu sein

"Trau dich Dinge einzufordern, körperlich und emotional. Ich war immer das coole Mädchen, das meinte, es ist ihr egal, ob der Typ anruft oder nicht. Dabei ist es völlig okay, nicht cool zu sein, wenn es um Sex geht. Sei einfach ehrlich! Einer der Gründe, warum Sex so weh tun kann, ist, dass wir nicht einfordern, was wir brauchen."

Lena Dunham und ihre Girls-Kollegin Jemima Kirke(Bild: Reuters / Lucy Nicholson)
4. Du musst nicht die Schönste sein, um etwas zu sagen zu haben

Bodyshaming - damit musste Lena erst umzugehen lernen. Mittlerweile sind ihr die fiesen Kommentare egal. Doch auch heute noch gibt es Tage, an denen sie dünnhäutiger ist und ihr die Gemeinheiten weh tun. Mit ihrem Aussehen hatte sie während ihrer Highschool-Zeit große Probleme: "Da gab es den Moment, in dem ich dachte 'Du bist abstoßend'. Ich denke, diese Gefühle zu haben und am Ende dann doch zu merken 'Du musst nicht die Schönste im Raum sein, um ernst genommen zu werden und wichtig zu sein', das motiviert mich bis heute."

5. Selbstzweifel gehören dazu, da helfen nur Cupcakes

"Also: Auch wenn ich mich mittlerweile oft schön und erwachsen finde, so fühle ich mich gleichzeitig auch furchtbar jung und unsicher. Und ja, auf jeden Fall esse ich noch Cupcakes in der Badewanne!"