Bild: Nicholas Hunt / Staff / Getty Images
3 Bilder, nach denen es wirklich jeder verstehen sollte.

Lena Dunham hat in den letzten Jahren elf Kilogramm zugenommen. Immer wieder ist ihr Gewicht Thema in der amerikanischen Presse. Jetzt macht die Schauspielerin am Beispiel ihrer Gewichtszunahme auf etwas aufmerksam, das viel wichtiger ist.

Lena Dunham hat diese Bilder von sich auf Instagram gepostet und erklärt, wie es ihr eigentlich ging, als sie aufgenommen wurden.

Sie schreibt:

"Auf der linken Seite: 62,5 Kilogramm, den ganzen Tag Komplimente, von Männern angegraben und auf dem Cover einer Zeitschrift über Diäten, die funktionieren.
Außerdem körperlich und emotional krank und die Ernährung bestand aus nur kleinen Mengen Zucker, Tonnen an Koffein und einem Sack voll Medikamente. 
Auf der rechten Seite: 73,5 Kilogramm, glücklich, fröhlich und frei, Komplimente gibt es nur von Menschen, die aus wichtigem Grund wichtig sind, ergänzt durch einen stetigen Strom von leckeren/gesunden Snacks und Muskeln vom Heben von Hunden und Spirituosen. 
Selbst diese Body-Positivity-Kriegerin schaut manchmal sehnsüchtig auf das linke Bild, bis ich mich an den unzumutbaren Schmerz erinnere, der mich dorthin und auf meine sprichwörtlichen Knie gebracht hat. Während ich tippe, kann ich fühlen, wie sich mein Rückenfett unter meinen Schulterblättern zusammenrollt. Ich lehne mich hinein."

Sollte es nicht wichtiger sein, glücklich und gesund zu sein, statt dünn? 

Lena Dunham hat nicht den typischen, über-perfekten Hollywood-Körper. Immer wieder wird sie auf ihr Gewicht angesprochen. In den Kommentaren auf ihrem Instagram-Account gibt es zwar viel Unterstützung – viele beleidigen sie allerdings auch.  

Lena Dunham lässt sich davon nicht einschüchtern. Sie geht offensiv damit um und veröffentlicht auf ihrem Instagram-Account immer wieder Bilder von sich in unvorteilhaften Posen, ungeschminkt, in sackiger Kleidung, einfach nicht perfekt, aber jedes Mal witzig kommentiert. 

Auch in ihrer Serie "Girls" zeigte sie sich häufiger nackt. 

Um deutlich zu machen: Man kann sich in seinem Körper auch dann wohl fühlen, wenn man nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht.

Sie erinnert immer wieder daran, dass es keinen Grund gibt, sich für seinen Körper zu schämen.

Auch, wenn andere Menschen einem stets das Gefühl geben wollen. Vor allem, wenn man – wie sie selbst – in der Öffentlichkeit steht.

Sie schreibt unter anderem unter diesem Post:

"Ich habe so viele Jahre damit verbracht, meinen Körper zu lieben, aber ich dachte, er wäre für andere nicht liebenswert – sein einziger Zweck war es, für Witze zu sorgen. Also habe ich mich über ihn lustig gemacht, bevor jemand anderes es konnte."

Und sie verurteilt die Verherrlichung von kranken Körpern.

Sie zeigt ein Zeitschriften-Cover, auf dem sie als Positiv-Beispiel für Diäten gezeigt wird. 

Und gibt unter diesem Post selbst Diät-Tipps. Und zwar wahre "Diät-Tipps": Sie nennt die Gründe, warum sie auf dem Bild so dünn war. Die Liste geht von Angststörungen über Stress bis zu diversen Erkrankungen wie Endometriose. Am Ende schreibt sie:

"Ich habe keine Tipps. Ich gebe keine Tipps. Ich möchte nicht auf diesem Cover sein, denn es ist vollkommen entgegengesetzt zu allem, wofür ich meine ganze Karriere gekämpft habe und es ist kein Kompliment für mich, weil es keine Leistung ist."

Lena Dunham zeigt: Seinen Körper in eine Form zu zwingen, die nicht natürlich für ihn ist, ist nicht gesund. 

Jeder Körper ist anders, einige sind dünn, andere nicht. Und das ist völlig okay. Je mehr prominente, starke Menschen mit einer großen Reichweite das vorleben, sich dafür einsetzen – um so besser. Vielleicht landet diese Einsicht dann irgendwann wirklich in den Köpfen der Menschen. 


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Facebook muss Eltern Zugriff zum Facebook-Messenger toter Kinder erlauben
3 Fakten zum BGH-Urteil

Was passiert mit dem digitalen Erbe einer Verstorbenen? Eltern hatten dagegen geklagt, dass sie nicht an Mails ihrer Tochter rankommen – weil Facebook den Zugang nicht erlaubt. 

Fünfeinhalb Jahre lang war das Nutzerkonto gesperrt. Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden: 

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang gewähren.

Das Urteil gilt in letzter Instanz. Die Richter hoben damit am Donnerstag ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das die Sperre unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Die Eltern erhoffen sich von den privaten Inhalten der Seite Aufschluss über die Todesumstände der 15-Jährigen.