Bild: Hanna Zobel / bento
"Es geht um die ganzen Schwänze"

Mit ihrem Podcast "Sexvergnügen" haben sich das Model Leila Lowfire und die YouTuberin Ines Anioli schon mal an die Spitze der iTunes-Charts geredet. Ihre Gespräche über Analsex, Squirten oder Fußfetische erscheinen alle zwei Wochen – und fühlen sich immer ein wenig wie etwas an, dass man heimlich um vier Uhr morgens auf einem Diskoklo belauscht: Schamlos und schmutzig, witzig und unerwartet. Beispiel gefällig? 

"Ich sag mal: Nicht fett, im besten Fall gleichmäßig, nicht kegelförmig, eine konische Form, es ist nicht verkehrt, wenn die Spitze ein wenig 'spitziger' ist. Ich bin extrem vorsichtig, was mein Arschloch betrifft." Alles klar? (Im Gespräch ging es um die ideale Penisform für Analsex)

Auf der bento-Couch beantworteten Deutschlands bekannteste Sex-Talkerinnen alle Fragen zu ihrem Podcast und berichten von ihren verrücktesten Erlebnissen. 

Wir haben die schönsten Antworten auf unsere Fragen (und die der Facebook-Community) für euch gesammelt.

Erzählt mal, worum geht es in eurem Podcast? 

Ines: Es geht um die ganzen Schwänze, die wir entweder im Mund oder anderen Öffnungen hatten. Wir weichen aber auch gerne davon ab und reden über andere Sachen. Essen zum Beispiel. Und neulich haben wir über "die große Liebe" gesprochen, das war ein schweres Thema. In der aktuellen Folge haben wir uns auch gefragt, ob wir eher auf Sex oder aufs Lachen verzichten würden. 

Inzwischen sind 22 Folgen draußen. Hat das viele Reden über Sex euer Sexleben verändert? 

Leila: Ich glaube nicht, wir haben ja auch vor dem Podcast schon gerne viel darüber geredet, nur nicht am Mikrofon. Es macht aber nen Unterschied, wenn man offen redet, weil man viel weniger Hemmungen hat, mit dem Partner darüber zu reden. "Was mag ich lieber, was mag ich gar nicht", wenn das geklärt ist, wird das Sexleben viel besser. 

Das ist Leila: 
1/12
Wie gehen Freunde und Familie damit um, dass ihr so offen redet?

Ines: Ach, meine Mutter interessiert das nicht und mein Vater findets geil. 

Leila: Bei mir stört das auch niemanden. Ich habe vorher schon immer darüber geredet, selbst, wenn das niemanden interessiert hat. 

Werdet ihr auf der Straße erkannt? Und wenn ja, glauben Leute, dass sie euch anmachen können? 

Leila: Es kommt auch auf die aktuelle Folge an. Nachdem ich in einer Episode mal darüber gesprochen habe, dass ich auch auf Frauen stehe, wurde ich in einer Bar von sehr vielen Frauen angesprochen. Die verwirren mich auch teilweise noch. Ich glaube aber nicht, dass das alles immer mit dem Podcast zu tun hat. 

Ines: Ich werde nicht angemacht, weder früher, noch heute. Ich denke oft, dass ich irgendwie komisch angeguckt, werde. Aber zu Hause merke ich dann meistens, dass ich einfach scheiße aussehe und meine Haare nicht gewaschen habe. Blöde Kommentare und schlechte Anmachen á la "lass mal ficken" bekommen wir eher übers Internet. 

Das ist Ines: 
1/12
Oha, und wie geht ihr mit solchen Nachrichten – und ungefragten Penisbildern – um? 

Ines: Ach, das finde ich vollkommen in Ordnung. Jeder, der den Podcast hört, weiß, dass ich auf große Penisse stehe. Und deswegen kriege ich viele geschickt, die meisten sind aber nicht schön. Ich hab schon überlegt, ob ich auf Snapchat mal eine Penisbilder-Bewertung machen soll. Ich weiß aber nicht, ob die Leute diesen Humor haben, da würde einiges nämlich sehr schlecht ausfallen. Über sich selber kann man ja so reden – mache ich auch. Aber wenn jemand anders über dich lästert, ist das irgendwie nicht okay. 

Und was ist mit Hass?

Ines: Ich finde das schon wichtig. Ich will ja polarisieren. Ich mache klaren Content, der die Meinungen spaltet. Ich finde es aber schade, dass die Leute nicht imstande sind, konstruktive Kritik zu formulieren. Ich mag es ja, wenn Leute sich damit auseinandersetzen. Es gäbe nichts schlimmeres, als wenn das alles langweilig wäre. 

Gibt es bei euch auch irgendwelche Tabus? Themen, die ihr nicht besprechen wollt? 

Ines: Nein. Unser Podcast ist nicht ohne Grund in der Kategorie "Comedy" veröffentlicht. Und was das betrifft, gibt es keine Tabus. Und bei bestimmten Dingen gehen wir vielleicht nicht so ins Detail, aber es gibt keine Tabus

Ihr betont ja auch, dass es euch nicht um Aufklärung, sondern um Spaß geht. Aber ist eure Offenheit nicht trotzdem ein wichtiges Signal, seid ihr damit Vorbilder? 

Ines: Diese Offenheit, die Lockerheit, darum geht es. Dieses Bild, wie eine Frau zu sein hat, wie sie sich verhalten muss. Aber das wars eigentlich auch. Auf keinen Fall würde ich uns als Vorbilder bezeichnen. 

Leila: Nein, ich auch nicht. Wenn mich Frauen so nennen, denke ich immer: "Oh Gott, bitte sag das nicht deinen Eltern, das will ich nicht erklären müssen." Ich finde aber schon, dass der Podcast ungewollt informativ ist. Ich würde nicht sagen, dass wir super Experten sind. Aber wir haben ein großes Wissen, sind neugierig und informieren uns.

Ein großes Thema bei euch sind Beziehungen – was ist euch denn lieber, monogam oder polyamor? 

Leila: Poly! Ich bin gar nicht eifersüchtig und kann es auch nicht nachvollziehen, wenn der Partner eifersüchtig ist. Und wenn beide kein Problem damit haben, kann man doch auch mit anderen schlafen. Ich könnte mich aber nicht in zwei Leute verlieben. 

Ines: Ich schon. Am liebsten wäre mir ein Harem voller Männer, die alle nur mit mir zusammen sind – aber ich darf aussuchen.

Ines, viele Typen stehen auf deine Füße. Was ist da los? 

Ines: Oh ja, ich habe mal meinen eigenen Namen gegoogelt um zu gucken, was die Leute so über mich schreiben. Stattdessen habe ich eine "Fuß-Compilation" gefunden. 

Leila: Richtig geil, das müsst ihr euch angucken. Da hat jemand Standbilder aus ihren YouTube-Videos genommen, richtig unvorteilhaft, und zoomt dann auf ihre Füße rein. 

Ines: Ich habe früher 11 Jahre lang Ballett gemacht und hatte oft blutende Füße, die fand ich niemals toll. Aber seit ich Leilas Füße kenne, weiß ich, warum meine geil sind. 

Ich hab auch gehört, dass Klaas nen großen Penis hat.
Leila Lowfire
Mit wem würdet ihr eher schlafen: Joko, oder Klaas? 

Ines: Oh, ich lange Zeit einen richtig harten Crush auf Joko, als er noch die langen Haare hatte. Ich war richtig schlimm in ihn verliebt, also würde ich mit ihm schlafen. 

Leila: Das könnte ich nicht, tut mir Leid Joko. Ich kenne ihn schon ganz lange. Ich schlafe dann mit Klaas.

Ines: Ja, das hab ich auch gehört – das ist auch nicht so schwer, wenn man in Berlin wohnt. 

Und zum Abschluss: Was war euer verrücktestes Sexerlebnis? 

Leila: Das ist dann wohl die Geschichte, die ich in der Folge "Fetischsex"erzählt habe: Ich bin zusammen mit einer Freundin zu zwei Typen gegangen. Die waren aber irgendwie komisch und wollten nicht nackt miteinander im selben Raum sein, weshalb wir in verschiedenen Zimmern waren. Ich lag mit "meinem" in der Badewanne.

Auf einmal kam meine Freundin rein, betrunken und sauer, und hat sich über ihn auf den Badewannenrand gestellt – und den Typen angepinkelt. Dann hat sie sich wieder zu dem anderen zurückgezogen – und man hörte nur noch Schreie.

Ich hab den Abend aber trotzdem durchgezogen: Nachdem er sich sauber gemacht hat, haben wir noch miteinander geschlafen. Er bekam aber keinen hoch, außer als ich ihm meinen Fuß in den Mund und den Finger in den Hintern gesteckt habe... Das war so unglaublich anstrengend. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Was tu ich hier? Es war auch gar nicht sexuell, ich habe es einfach nur gemacht, um es mal ausprobiert zu haben. 

Hier kann man den Podcast abonnieren: 

Das ganze Interview könnt ihr euch hier angucken, dann erfahrt ihr auch, was Ines zu gebleachten Polöchern zu sagen hat – und, welche Themen noch auf ihrer Liste stehen.  

(Keine Sorge, das Video dreht sich gleich – wir entschuldigen uns für die technischen Probleme am Anfang. Springt am besten gleich zu Minute zwei.) 

LIVE


Gerechtigkeit

Ja, auch Männer dürfen sich gegen sexuelle Belästigung einsetzen
So wie “Friends”-Star David Schwimmer

Alle "Friends"-Fans werden sich daran erinnern: Serien-Nerd Ross Geller hatte nicht immer Glück bei Frauen – und manchmal ging er bei seinen verzweifelten Versuchen, eine Freundin zu finden, zu weit. Zum Beispiel als er beschloss, seine Cousine zu küssen, oder versuchte, mit der Pizzabotin zu flirten. Beim Zuschauen finden das wahrscheinlich die meisten lustig, doch wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest: Eigentlich ist das Belästigung, und überhaupt nicht lustig.