Junge Frauen hören das häufig: "Wenn du verhüten willst, dann nimm doch die Pille!" Einfach über drei Wochen täglich eine Tablette schlucken, eine Woche Pause – weiter geht's. Klingt einfach, ist weitgehend sicher. 

Wer einmal damit angefangen hat, der gewöhnt sich schnell daran und nimmt die Pille oft für viele Jahre. Die Freundinnen machen es schließlich genauso. Und der Frauenarzt verschreibt zuverlässig die Rezepte. 

Warum also über Alternativen nachdenken? 

Gute Gründe dafür gibt es einige. Die Pille ist zum Beispiel eine Hormonschleuder – und darauf haben viele Frauen irgendwann keine Lust mehr (bento). Zudem können die Nebenwirkungen nervig sein (Stimmungsschwankungen), oder sogar lebensgefährlich (Thrombose). Die einen kommen super mit dem Medikament zurecht – den anderen macht genau das zu schaffen: Die Pille ist ein Medikament. 

Doch welche Alternativen gibt es, wie können Frauen hormonfrei verhüten?

Das wären...

...zum Beispiel Kondome, Diaphragmen oder die "Natürliche Familienplanung", bei der unter anderem die Körpertemperatur und der Zervixschleim beobachtet werden, um fruchtbare und unfruchtbare Tage zu erkennen. 


Einen Überblick über hormonfreie Verhütungsmethoden gibt es hier

Doch einige Frauenärzte bieten in ihrer Praxis auch Verhütungsmittel aus Kupfer an. Welche Vor- und Nachteile bringen die mit sich? Das haben wir Fachleute und Nutzerinnen gefragt. 

Kupferspiralen, Kupferketten und Kupferperlenbälle werden vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt, nachdem ein anatomisch geeignetes Modell ausgesucht wurde. Die Gebärmutter wird dafür genau vermessen. Nach dem Einsetzen bleibt das Verhütungsmittel dort meist für drei bis fünf Jahre – in manchen Fällen sogar länger. Das macht die Kupfer-Methoden bei Frauen beliebt

Allerdings: "Kette, Ball und Spirale sind nicht für Frauen geeignet, die bereits unter starken Menstruationsbeschwerden leiden", sagt Maren Weidner, Ärztin und Beraterin bei Pro Familia. Denn eine typische Nebenwirkung der Methoden ist, dass sie die Menstruation verstärken und schmerzhafter machen können.

Kupfer-Methoden sind beliebt – weil sie lange halten

Die drei Methoden unterscheiden sich dadurch, wie sie sich in der Gebärmutter halten. Über Rückholfäden können sie jeweils entfernt werden. Die lassen sich durch die Scheide ertasten. So kann die Frau sichergehen, dass ihr Verhütungsmittel nach der Periode nicht unbemerkt herausgerutscht ist (BZgA).

Der verhütende Effekt tritt bei allen drei Methoden durch kleinste Mengen an freigesetztem Kupfer ein, ohne dass der weibliche Zyklus davon beeinflusst wird. Kupfer stört den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, schwächt die Beweglichkeit der Spermien und verhindert die Befruchtung der Eizelle. Zusätzlich erschweren die Fremdkörper das Einnisten der Eizelle (Pro Familia). Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen die Methoden hingegen nicht. 

1. Die T-förmige Spirale sieht so aus:
Die Spirale besteht aus Kunststoff-Querarmen und einem mit Kupfer umwickelten Schaft. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen, sie ist 2,5 bis 3,5 Zentimeter groß.
Manche Spiralen werden mit Gold- oder Silberzusätzen angeboten. Das soll die Gefahr von Infektion mindern – wissenschaftliche Belege gibt es dafür allerdings noch nicht (Pro Familia).
Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,8. Das heißt: Von 1.000 Frauen werden in einem Jahr drei bis acht schwanger – obwohl sie mit der Kupferspirale verhütet haben.
Die Kosten liegen je nach Modell etwa zwischen 120 bis 250 Euro einschließlich des Einlegens. Frauen unter 20 Jahren haben die Chance, dass ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt.
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2. Das ist die Kupferkette:
Bei der Kette sind kleine Kupferzylinder auf einem zwei bis drei Zentimeter langen Kunststofffaden befestigt.
Am oberen Fadenende ist ein Knoten. Der wird mit einem Haken in der Gebärmutterwand verankert.
Ein Hersteller gibt einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,5 an. Demnach werden eine bis fünf von 1000 Anwenderinnen pro Jahr schwanger, obwohl sie die Kupferkette tragen (Gynefix).
Nutzerinnen der Kupferkette müssen mit einmaligen Kosten von etwa 300 bis 350 Euro rechnen.
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3. Und das ist der Kupferperlenball:
Der Kupferperlenball hat eine kugelige Struktur mit einem Durchmesser von 1,5 Zentimetern, die er erst in der Gebärmutter entfaltet (IUB).
Auf einem elastischen Draht sind mehrere Kupferperlen aufgefädelt. Der Ball liegt flexibel und frei beweglich in der Gebärmutter.
Der Kupferperlenball ist die neueste der drei Methoden. Seine Sicherheit vor Schwangerschaften wird mit der der Kupferspirale verglichen, ein Fachmagazin beziffert den Pearl Index auf 0,5 bis 0,7 (Journal für Gynäkologische Endokrinologie).
Die Kosten liegen inklusive des Einlegens bei etwa 330 bis 500 Euro. Damit ist er die teuerste Kupfer-Option (Pro Familia).
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Das Einsetzen der Kupfer-Verhütungsmittel empfinden manche Frauen als schmerzhaft. Oft ist es angenehmer, Kette, Spirale oder Perlenball während der Regel eingesetzt zu bekommen, sagt Christine Adler, Gynäkologin aus Hamburg. Dann sei der Muttermund leicht geöffnet. 

Frauenärzte können zusätzlich ein Medikament anbieten, das Schmerzen lindert und den Muttermund weicher macht.

Christine Adler hat schon viele Frauen behandelt, die sich für eine Kupfer-Methode entschieden haben. Wie schätzt die Expertin die Vor- und Nachteile dieser Methode ein?
"Insgesamt würde ich sagen, dass die meisten Frauen sehr zufrieden mit ihrer kupferhaltigen Verhütung sind."
"Die Vorteile bestehen darin, dass es sich um eine längerfristige, sichere und hormonfreie Verhütung handelt. Die Benutzerin muss nicht täglich daran denken."
"Nachteilig kann sein, dass bei einigen Frauen die Regelblutung stärker wird. Regelschmerzen können ebenfalls verstärkt werden. Manche Frauen empfinden die Spirale als Fremdkörper und sie gibt ihnen ein ungutes Gefühl."
"Alle drei Verhütungsmittel können verrutschen, daher muss die korrekte Lage regelmäßig kontrolliert werden."
"Ich persönlich lege keine Kupferketten. Das Verletzungsrisiko schätze ich als relativ hoch ein, wobei es dazu keine offiziellen Zahlen gibt."
"Hauptargument für die Kette und den Perlenball ist, dass die Spirale mit ihren Querarmen bei einigen Frauen zu breit sei. Das kann im Einzelfall tatsächlich so sein."
"Die Größe der Gebärmutter lässt sich einfach im Ultraschall bestimmen. Spiralen gibt es in verschiedenen Formen und Größen, aber bei einer sehr schmalen Gebärmutter kann ein Perlenball sinnvoll sein."
"Aus finanzieller Sicht ist eine Spirale deutlich günstiger als eine Kette oder der Perlenball."
"Auch die bewährte Kupferspirale kann in richtiger Größe für eine Frau eine gute Verhütung sein. Kette und Perlenball sind nur Varianten des gleichen Themas und kosten deutlich mehr Geld."
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Nicht alle Frauenärzte sind Fans der sogenannten Intrauterinpessare. Oft raten sie kinderlosen Frauen von den Methoden ab. Gerade in den ersten Monaten nach dem Einsetzen besteht ein höheres Entzündungsrisiko im Beckenraum, vor allem bei häufig wechselnden Sexualpartnern (BZgA). Diese Unterleibsentzündungen sind zwar sehr selten, können die Frau aber unfruchtbar machen. 

In sehr seltenen Fällen können Kupferspiralen oder Kupferketten die Gebärmutter sogar durchstoßen – was schlimmstenfalls mit dem Verlust der Gebärmutter enden kann. 

Die meisten Frauen sind sehr zufrieden mit ihrer kupferhaltigen Verhütung
Christine Adler

Laut einer Studie besteht diese Gefahr für durchschnittlich ein bis zwei Frauen bezogen auf 1.000 verlegte Kupferspiralen (University of Hawaii). Doch die Wissenschaftler der Studie betonen auch, dass die positiven Eigenschaften der Spirale überwiegen.

Nach dem Einsetzen und etwa in halbjährlichen Abständen sollte der Arzt mit einem Ultraschallgerät prüfen, ob alles in Ordnung ist (BZgA). Falls doch mal Beschwerden wie Bauch- oder Rückenschmerzen oder andere Nebenwirkungen auftreten, müssen sich Nutzerinnen gynäkologischen Rat holen.  

Und wie fühlen sich die Nutzerinnen der Kupfer-Verhütung? Wir haben drei gefragt.
(Bild: privat)

Liesa, 28, trägt seit einem halben Jahr die Kupferspirale

"Als Schülerin hatte ich Glück, dass die Kosten für die Kupferspirale übernommen wurden. Der Eingriff dauerte höchstens fünf Minuten. Aber: Das Einsetzen tat weh! Ich fiel kurzzeitig vor Schmerzen in Ohnmacht. Es fühlte sich so an, als würde mir die Frauenärztin die Gebärmutter herausreißen. 

Mein Freund musste mich dann abholen und ich lag am Tag danach noch komplett flach. Es war schlimm, ich bin aber auch echt eine Memme. Ansonsten habe ich keine spürbaren Nebenwirkungen mehr, nur meine Tage sind etwas stärker geworden. Jetzt bin ich froh, dass ich mir erst mal fünf Jahre lang keine Gedanken über Verhütung machen muss."

Andrea, 20, trägt seit einem Jahr die Kupferspirale mit Goldzusatz

"Ich höre nicht gern auf die Horrorgeschichten im Internet. Die gibt es bei fast jedem Verhütungsmittel. In meinem Bekanntenkreis sind aber mehr Frauen mit der Spirale zufrieden als unzufrieden. Nur eine Freundin musste sie entfernen lassen, nachdem ihre eh schon starke Menstruation unerträglich wurde. 

Ich trage die Goldspirale und bin froh, den Schritt gewagt zu haben. Das Einsetzen tat nur kurz weh, schon am selben Tag hatte ich kaum noch Beschwerden. Die erste Regel nach dem Einsetzen war dann aber die Hölle. Sie dauerte dreimal so lange wie sonst.

Inzwischen ist wieder alles normal, es gab auch keine Zwischenblutungen. Beim Sex spüre ich meine Spirale nicht, außer bei der Doggystellung. Die meiden wir jetzt einfach."

Lara, 27, trägt seit über drei Jahren die Kupferkette

"Ich habe die Pille nicht mehr so gut vertragen und wollte deshalb die Kupferspirale ausprobieren. Das Einsetzen war Hardcore und wenn ich meine Tage hatte, spürte ich den Fremdkörper. Es fühlte sich so an, als würde sich die Gebärmutter um die Spirale verkrampfen, ein ganz unangenehmes Stechen und Drücken im Bauch. 

Immer häufiger musste ich während der Menstruation Schmerzmittel schlucken. Nach zwei Jahren verrutschte die Spirale dann und lag plötzlich um 90 Grad gedreht im Gebärmutterhals. Mein Frauenarzt musste sie herausziehen.

Dann kam die Kupferkette auf den Markt. Das Einsetzen tat mir ebenso weh, aber seitdem ist alles in Ordnung. Für längere Beziehungen finde ich diese Art der Verhütung total praktisch. Je nach Zyklusphase hat der Faden schon mal winzige rote Punkte an der Eichel verursacht, aber das war kaum der Rede wert."

Und wie treffe ich nun die Entscheidung?

Die Erfahrungen sind natürlich individuell verschieden. Und: Nicht alle Frauenärzte sind ausgebildet für das Einsetzen dieser Verhütungsmittel. Erkundige dich deshalb genau, wie viel Erfahrung dein Arzt im Umgang mit den Methoden hat, damit du kompetent betreut wirst. 

Wenn du dich für hormonfreie Alternativen interessierst, sprich also am besten einen darauf spezialisierten Frauenarzt oder lokale Beratungsstellen an. Sie helfen dir, eine für dich geeignete Methode zu finden. Und vielleicht lohnen sich auch Gespräche mit Freundinnen oder der Familie, um mehr über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Verhütungsmethoden herauszufinden.

Sabine Kray hat ein Buch über die Antibabypille geschrieben. Wir haben mit ihr gesprochen:


Haha

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In diesem Jahr führt erstmals Donald Trump solch eine Truthahn-Begnadigung durch. Und den Vögeln geht es schon jetzt richtig gut – denn sie wohnen in einem Luxushotel.