Lass uns züngeln!

Du schließt die Augen, drehst den Kopf, spürst den Atem deines Gegenübers, öffnest leicht den Mund, überall kribbelt es. Gleich fällt der erste Kuss. 

Und dann kommt die pure Enttäuschung. 

Es soll BITTE nur noch aufhören. Jetzt! 

Eine schlechte Knutscherei erlebt in seinem Leben wahrscheinlich jeder mal. Wir haben Menschen nach ihren schlimmmsten Kusserlebnissen gefragt – und sie haben uns besonders eklige und absurde Erfahrungen geschildert. 

Ihre Namen mussten wir ändern. Das Risiko, danach nie wieder geküsst zu werden, war ihnen und uns einfach zu groß. 

Moritz, 26, aus Köln: die Beißerin

Mit diesen Lippen küsst Moritz.

(Bild: bento)

Es war mein 25. Geburtstag, ich hatte schon einiges getrunken. Wir feierten bei mir zu Hause, wollten aber noch weiter. Eine gute Freundin von mir war auch da. Wir hatten uns den ganzen Abend unterhalten und ich hatte mir schon vorgestellt, wie es wäre, sie zu küssen. Sie steht allerdings auf Frauen. Eigentlich.

Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
Moritz

Im Club kamen wir uns immer näher, bis wir uns irgendwann tatsächlich küssten. Sie war sehr forsch, knetete mit ihrem Mund meine Lippen und das halbe Gesicht ordentlich durch.

Dann setzte sie noch eins drauf. Sie biss mir so heftig in die Unterlippe, dass ich vor Schmerz aufschreien wollte. Ich hielt es gerade noch aus, plötzlich löste sie sich von mir.

Ich wusste nicht, was ich tun sollte – entschied mich dann einfach für einen Gegenangriff. Ich krallte meine Zähne in ihre Unterlippe. Zu meiner Überraschung gefiel es ihr offenbar, sie konterte mit einem Biss.

Und so standen wir dann da: ineinander verbissen in der Mitte des Clubs. Wir hörten mit dem "Kuss" erst auf, als sie so heftig zubiss, dass es blutete. Das war mir dann doch zu viel. Auf den Geschmack von Blut kann ich beim Küssen gut verzichten.

Lisa, 27, aus Hamburg: der Aufesser

Das sind Lisa's Lippen.

(Bild: bento)

Ich war 24 und datete einen Typen. Wir hatten uns schon vorher ein paar Mal getroffen, uns aber noch nicht geküsst. Dann passierte es.

Ich wollte gerade gehen, als er mich hochhob, mich auf seine Küchenzeile setzte und mir ohne Vorwarnung seine Zunge in den Mund steckte. Aber nicht nur das. Er hatte einen sehr großen Mund und auf einmal waren meine Lippen komplett darin verschwunden. Und dann auch noch die Hälfte meines Kinns. Es fühlte sich an, als ob ich aufgegessen werde.

Ich glaube, er merkte nicht, wie schlimm ich diese Situation fand.
Lisa

Er sabberte alles voll, ich bekam kaum Luft. Ich war wie erstarrt und konnte nicht fassen, was passierte. So was hatte ich überhaupt nicht erwartet. Vorher war doch alles so schön?

Eine Weile lies ich das noch über mich ergehen, brach den Kuss dann aber ab und flüchtete nach Hause. Ich glaube, er merkte nicht, wie schlimm ich diese Situation fand. Wir schrieben danach noch ein paar Mal hin und her, ich sagte ihm aber recht schnell, dass es nicht passe. Den Kuss erwähnte ich nicht. Obwohl er natürlich der eigentliche Grund für meinen Ablehnung war. 

Die kleine Knutsch-Kunde

  • Die Wissenschaft des Küssens wird auch "Philematologie" genannt.
  • Beim Küssen spannt der Mensch 34 Gesichtsmuskeln an, Küssen soll angeblich Falten vorbeugen. Außerdem stärkt er durch den Speichelaustausch das Immunsystem (aerztezeitung).
  • Wissenschaftler der University of Oxford fanden heraus: Menschen, die gut küssen können, sind klar im Vorteil. Sie werden als attraktiver wahrgenommen und als Kandidatin oder Kandidat für eine mögliche Beziehung bevorzugt (What's in a Kiss?).  
  • Ungefähr zwei Drittel aller Menschen neigen den Kopf beim Küssen nach rechts (nature).
  • Der 6. Juli ist der internationale Tag des Kusses.
  • Der längste Kuss der Welt dauerte 58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden. Der Weltrekord wurde von Ekkachai Tiranarat und Laksana Tiranarat aus Thailand aufgestellt (guinesswolrdrecords).  

Luis, 21, aus München: der Schrubber

(Bild: bento)

Wir hatten damals auf Tinder gematcht, ein bisschen hin und her geschrieben, uns dann getroffen. Er lehnte im Schein einer Straßenlaterne an seinem Auto. Ich erinnere mich noch, dass ich etwas schwankte – Schuld waren die Biere, die wir vorher getrunken hatten.

Er wühlte mit seiner Zunge quer durch meinen Mund.
Luis

Als wir uns küssten waren die ersten Sekunden echt aufregend. Ich war erst 17 und noch etwas unerfahren.

Doch auf einmal fing er mit dem Schrubben an. So als wolle er mit seiner Zunge wirklich jeden einzelnen meiner Zähne auf Restbelag vom Abendessen untersuchen. Er wühlte mit seiner Zunge quer durch meinen Mund. Das hatte ich so noch nie erlebt. 

Zum Glück war das nicht mein erster Kuss mit einem Mann – sonst hätte ich wahrscheinlich angefangen, an meiner Sexualität zu zweifeln.

Das ganze Debakel dauerte leider länger, als mir lieb war. Ich ließ es über mich ergehen und mein Mund fühlte sich danach an wie nach einem ausführlichen Prophylaxe-Termin.

Ich wollte ihn trotzdem gerne wiedersehen und ihm eine zweite Chance gegeben. Wir hatten uns gut verstanden. Schlechte erste Küsse entstehen durch unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen – das lässt sich lösen, wenn man drüber redet.

Er servierte mich allerdings ab. Aus seiner Sicht passte es wohl nicht. Vielleicht hatte ich auch einfach zur verwirrt auf seine Schrubber-Attacke reagiert.

Christin, 23, aus Hamburg­: der Schleuderer

Diese Lippen gehören Christin. 

(Bild: bento)

Vierte Klasse, Flaschendrehen: Ich musste Tobi zwei Minuten lang küssen. Wir hatten beide keine Ahnung, wie genau das geht, aber er machte einfach die Waschmaschine und schleuderte seine Zunge durch meinen Mund. Damals dachte ich noch: So muss das wohl. Ich wusste es ja nicht besser. 

Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt – auch wenn mich die Waschmaschine noch mal einholte. Ich war 17 und auf einer Party. Er war süß und im Gegensatz zu den anderen Jungs schon raus aus der pickligen Phase. Wir flirteten den ganzen Abend und gingen irgendwann nach draußen, in ein nahegelegenes Waldstück.

Er schrieb mir danach noch bei Facebook.
Christin

Dort kam es zu einem Kuss, den ich nie vergessen werde. Er presste sein Gesicht an meines und steckte seine Zunge so tief in meinen Mund, dass es fast wehtat. Immer wieder versuchte ich, auf seinen Hals auszuweichen, ihn dort zu küssen, aber er holte mein Gesicht immer wieder hoch und drückte mir seine Zunge durch den Rachen.

Ich ließ es über mich ergehen und musste – Gott sei Dank – irgendwann nach Hause und löste mich von ihm. Ihm hatte es seltsamerweise gefallen: Er schrieb mir danach noch bei Facebook. Selbstverständlich habe ich mich nie wieder beim ihm gemeldet.

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Wisent und Wolf reichen nicht: Hier sind 9 Tiere, die Deutschland retten können
Das Land braucht mehr W-LAntilopen!

Der Wolf ist längst wieder in Deutschland beheimatet. Über Sachsen und Brandenburg haben sich mehrere Rudel mittlerweile bis nach Niedersachsen ausgebreitet. (Nabu)

Aber es bleibt nicht bei der schleichenden Wolfisierung: Auch das Wisent breitet sich auf deutschem Boden wieder aus.

Das bis zu einer Tonne schwere Vieh lebt im Rothaargebirge in NRW – und nicht jeder mag die Neuankömmlinge. Es wird gemunkelt, die Tiere knabbern der deutschen Eiche die Rinde ab. Der Bundesgerichtshof soll nun entscheiden, ob die frei lebenden Wisente in Tierparks abgeschoben werden sollen. (SPIEGEL ONLINE)

Dabei sind die Tiere doch ein Geschenk! Und können Deutschland wieder nach vorne bringen! Die Affäre Maaßen, der Dieselskandal, die miese Stimmung im Land – es braucht mehr zugewanderte Tiere, um Deutschland zukunftsfähig zu machen.

Hier sind neun Tiere, die Deutschland dringend nötig hat:

1 Der VW Wolf